Ikonographie/Shaka/Buddhas Leben: Unterschied zwischen den Versionen

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{{titel |Buddhas Leben <span class{{=}}"bottom">nach der buddhistischen Überlieferung</span>}}
=Buddhas Leben <span class="bottom">Nach der buddhistischen Überlieferung</span>=
 
  
Der historische Buddha lebte und wirkte wahrscheinlich um das Jahr 500 v.u.Z (die tradi·tio·nellen Lebens·daten 563–483 v.u.Z werden heute in Zweifel gezogen). Er ent·stammte dem Geschlecht der Shakyas im Königreich Koshala im heutigen Nepal, daher sein Bei·name Shakyamuni (= der Weise aus dem Shakyageschlecht). Sein Eigen·name war Siddhartha, sein Familien·name Gautama (oder Gotama), weshalb er auch oft Gautama Buddha genannt wird. Die Legenden aus seinem Leben, verdichteten sich im Laufe der Zeit zu einer Standard·biographie, die u.a. im soge·nannten Pali-Kanon enthalten ist.<ref>
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Der [http://www.palikanon.com/index.html Pali-Kanon], eine der ältesten Schriftensammlungen des Buddhismus,  enthält u.a. eine Sammlung von über 500 Erzählungen zu Buddhas Leben, deren Hauptakzent auf Buddhas Leben in früheren Existenzen liegt. Diese Erzählungen werden als ''jātaka'' (Wiedergeburtsgeschichten) bezeichnet. Oftmals spielen hier Tiere eine tragende Rolle, denn der Buddha hatte in früheren Existenzen ja auch nicht-mensch·liche [[Mythen:Jenseits | Formen der Wiedergeburt]] durchlaufen. Die Biographie des historischen Buddhas ist jedoch auch in den ''Jatakas'' enthalten und zwar in der [http://www.palikanon.com/khuddaka/jataka/j000.htm Einleitenden Erzählung] der Wieder·geburts·geschichten  (Übersetzung J. Dutoit 1906, Digitalisierung: Volker Junge).
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| Buddha_palast.jpg
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| Der jugendliche Buddha als Prinz, umgeben von seinen Gespielinnen (Nara-Zeit)
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{{fl|D}}er hi·sto·ri·sche {{s|Buddha}} leb·te und wirk·te wahr·schein·lich um das Jahr 500 v.u.Z.<!--
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Laut einer tradi·tio·nellen Da·tie·rung lebte Bud·dha von 563–483 v.u.Z. Diese ge·nauen An·ga·ben wer·den heute aller·dings in Zwei·fel ge·zo·gen.
 
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Auf dieser Seite sind die wich·tigsten Episoden kurz zusammen·ge·fasst: Geburt, Vier Ausfahrten, Askese und ErleuchtungLehrjahre, und Ableben.
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Er ent·stamm·te dem Ge·schlecht der Sha·kyas im König·reich {{s|Kosala}} im heu·tigen Nepal, daher sein Bei·name {{Skt:Shakyamuni}} (= der Weise aus dem Shakya·ge·schlecht). Sein Eigen·name war {{skt:siddhartha}}, sein Fa·mi·lien·name {{skt:Gautama}}, weshalb er auch oft Gau·tama Bud·dha genannt wird. Die Legen·den aus sei·nem Leben ver·dich·teten sich im Laufe der Zeit zu einer Stan·dard·bio·gra·phie, die u.a. im soge·nann·ten Pali-Kanon ent·hal·ten ist.<!--
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Der [http://www.palikanon.com/index.html Pali-Kanon], eine der ältesten Schrif·ten·samm·lun·gen des Bud·dhis·mus,  enthält u.a. eine Samm·lung von über 500 Er·zäh·lun·gen zu Bud·dhas Leben, deren Haupt·akzent auf Bud·dhas Leben in frü·he·ren Existenzen liegt. Diese Er·zäh·lun·gen werden als {{skt:jataka|Jātaka}} (Wie·der·ge·burts·ge·schich·ten) be·zeich·net. Oft·mals spielen hier Tiere eine tra·gen·de Rolle, denn der Bud·dha hatte in frü·he·ren Existenzen ja auch nicht-mensch·liche [[Mythen/Jenseits | Formen der Wieder·geburt]] durch·laufen. Die Bio·gra·phie des his·to·ri·schen Bud·dhas ist jedoch auch in den ''Jātakas'' ent·hal·ten und zwar in der [http://www.palikanon.com/khuddaka/jataka/j000.htm Einleitenden Erzählung] der Wie·der·ge·burts·ge·schich·ten  (Übersetzung J. Dutoit 1906, Digitalisierung: Volker Junge).
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Spätere Biographien des Buddha sind z.B. in der {{s|Buddhacarita}} (2.Jh. u.Z.) sowie im Sutra von Ursache und Wirkung (jap. {{g|Ingakyou}}) enthalten. Beide Werke wurden schon früh ins Chine·sische übersetzt. Das Sutra von Ursache und Wirkung ist in diversen illus·trier·ten Fas·sungen  erhalten. Die ältesten stam·men aus dem Japan der {{g|Nara}}-Zeit, obwohl es chine·sische Vor·läufer gege·ben haben muss, die nicht mehr erhal·ten sind. Die Nara-zeit·lichen Buddha·viten stellen zugleich den Beginn der illus·trier·ten Quer·bild·rollen in Japan dar.
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Auf dieser Seite sind die wich·tigs·ten Epi·so·den aus Buddhas Leben kurz zu·sam·men·ge·fasst: Geburt, Vier Aus·fahr·ten, Askese und Er·leuch·tung, Ver·brei·tung der Lehre und Ab·leben.
  
 
==Geburt==
 
==Geburt==
  
Buddha wurde als Prinz geboren. Sein Vater, König Shuddhodana, und seine Mutter, Königin Maya, waren bereits seit zwanzig Jahren kinder·los, als die Königin im Traum einen weißen Elefanten sah, der vom Himmel herab in ihren Körper fuhr. Daraufhin wurde sie schwanger.
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Bud·dha wurde als Prinz ge·bo·ren. Sein Vater, König {{skt:Shuddhodana}}, und seine Mut·ter, Kö·ni·gin Maya, waren be·reits seit zwanzig Jahren kinder·los, als die Königin im Traum einen weißen Ele·fan·ten sah, der vom Him·mel herab in ihren Körper fuhr. Da·rauf·hin wurde sie schwanger.
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| Buddha_geburt.jpg
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| Buddha wird aus der rechten Seite seiner Mutter geboren
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Den Bräu·chen des Lan·des fol·gend sollte die Geburt im Eltern·haus der Königin, im be·nach·barten König·reich statt·finden. Das Kind kam aller·dings bereits auf dem Weg dort·hin im Blumen·garten von {{skt:Lumbini}} zur Welt. Der Neu·ge·bo·rene war gänz·lich frei von jeder Un·rein·heit, was sich auch darin aus·drückte, dass er aus der rech·ten Seite seiner Mut·ter aus·trat. (Auf vielen bild·lichen Ab·bil·dun·gen dieser Szene ist deu·tlich zu er·ken·nen, wie sich die Köni·gin wäh·rend der Geburt an einem Ast fest·hält.) Bud·dha machte gleich nach der Ent·bin·dung sieben Schrit·te, unter denen je·weils eine Lotosblüte aus dem Boden wuchs, und ver·kün·dete: „Ich bin der Herr·scher der Welt, der Welt-Älteste, der Welt-Erste. Das ist meine letzte Geburt, es wird keine wei·tere mehr geben.“ Dies geschah am 8. Tag des Vierten Monats. Das Kind wurde Siddhartha genannt, was in etwa „der sein Ziel erreicht“ bedeutet. Sie·ben Tage nach seiner Ge·burt starb Köni·gin Maya. Sid·dhar·tha wurde daher von seiner Tante, Pra·ja·pati Gau·tami, auf·gezo·gen, die nun die Stel·lung ihrer Schwes·ter als Köni·gin über·nahm.
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==Die Vier Ausfahrten==
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Mit 16 hei·ra·te·te Sid·dhar·tha seine Cousine {{skt:Yashodhara}} und lebte fortan in un·be·schwer·tem Luxus. In seinem 29. Jahr aber drängte es ihn, die Welt außer·halb des Pa·las·tes kennen zu lernen und er unter·nahm die le·gen·dären Vier Aus·fahrten. Dabei ge·wahrte er Vier An·sichten, die ihm bisher ver·borgen geblie·ben waren. Er sah erst·mals einen Greis (das Alter), einen Fieber·kranken (die Krank·heit), einen Leich·nam (den Tod), und schließ·lich einen As·keten.  
  
<div class="bildbox bildtext">[[Image:alchi_buddha_birth.jpg|link=]]<div>Geburt Buddhas<br /> Königin Maya hält sich während der Geburt an den Zweigen eines Baumes fest. <br /> Abb. aus dem Kloster Sumtseg in Alchi, Ladakh, N-Indien. <ref>
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Die obigen Abbildungen stammen aus Alchi, einem buddhistischen Kloster·komplex im indischen Teil des Himalaya. Alle Detail·bilder aus Buddhas Leben sind auf dem Hüfttuch (''dhoti'') einer knapp 5m hohen Skulptur des Bodhisattva Maitreya, des „Buddhas der Zukunft“, zu finden:  
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| Ausfahrt_ingakyo.jpg
<div class="bildbox bildtext">[[Image:alchi_maitreya.jpg|link=]]
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| Siddhartha verlässt erstmals den königlichen Palast
<div> Bodhisattva Maitreya <br /> Kloster Sumtseg, in Alchi, Ladakh, N-Indien.</div></div>
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Christian Luczanits, der Autor der empfehlens·werten Website [http://www.univie.ac.at/itba/pages/pictures/AlchiMaitreya/index.html Indian and Tibetan Buddhist Art], schreibt in der Einleitung zur Bilderserie von Buddhas Leben:
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  The depiction of the legend on Maitreya’s dhoti is a unique interpretation of the Buddha’s life that not only incorporates the different authoritative traditions but also success·fully hints towards the true nature of the Buddha in Mahayana. The life of a Buddha is nothing else than the marvellous dress of a super-human, namely Maitreya, who is himself an emanation of the true nature of a Buddha represented as [[Ikonographie:Dainichi|Vairocana]] in his crown. }}
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| Asket_ingakyo.jpg
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| Begegnung mit einem Asketen
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Diese Er·leb·nis·se ver·an·lass·ten Sid·dhar·tha, sein Haus zu ver·lassen, sich das Haupt zu scheren und sich auf die Suche nach einem Weg zu machen, um Alter, Krank·heit und Tod zu über·winden. Zu diesem Zeit·punkt war Sid·dhar·ta ein Sohn ge·boren worden, was ihn aber nicht von seinem Vor·haben abhielt, son·dern im Ge·gen·teil an·sporn·te. Der Sohn er·hielt den Namen {{skt:Rahula}}: „Fessel“.<ref>Der Ge·rechtig·keit halber muss er·wähnt werden, dass Rahula schluss·end·lich auch in die bud·dhis·tische Or·dens·ge·mein·schaft auf·ge·nom·men wurde. Den·noch ist Bud·dhas kaltes Ver·hält·nis zu sei·nem Sohn als Bei·spiel der so·ge·nann·ten „Haus·losig·keit“, also der be·wuss·ten Ab·kehr von Haus und Fa·mi·lie des idea·len bud·dhis·ti·schen Mönchs an·zu·sehen.</ref>
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==Askese und Erleuchtung==
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Der welt·flüch·tige Sid·dhar·tha suchte zu·nächst einige be·rühm·te Lehrer auf, zog sich aber bald mit fünf wei·te·ren As·ke·ten ganz aus dem all·täg·lichen Leben zurück. In sei·nen as·ke·ti·schen Übun·gen über·traf Sid·dhar·tha seine Mit·brü·der. Er ma·ger·te ab bis auf die Kno·chen, klei·de·te sich in die Lum·pen von Toten und me·di·tier·te des Nachts unter wil·den Tieren und auf Fried·höfen. Nach sechs Jahren er·kann·te er jedoch, dass auch dieser Weg ihn zu sehr an das Dies·seits band. Er nahm eine Schale Milch·reis an, die ihm die fromme {{skt:Sujata}} dar·brachte (Akzeptieren eines Genusses), und wusch sich in einem Fluss (Ak·zep·tie·ren kul·tu·rel·ler Bräu·che). Von da an be·schritt er den Mitt·le·ren Weg zwi·schen As·ke·se und Über·fluss. Seine fünf Mit·brüder aber wand·ten sich em·pört von ihm ab.
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| Askese_ingakyo.jpg
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| Siddhartha als Asket
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| Ingakyo_meditation.jpg
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| Buddha in Meditation
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Auf sich alleine ge·stellt fasste Sid·dhar·ta den Ent·schluss, so lange zu medi·tieren, bis er die Er·kennt·nis der Über·win·dung von Krank·heit, Alter und Tod erlangt habe. Unter dem be·rühm·ten Pap·pel·feigen·baum (Banyan [''ficus religiosa''], auch als {{skt:Bodhi}}-Baum bekannt) in {{skt:bodhgaya}} sitzend be·gann er seine 49-tägige Medi·ta·tion, die ihn — ver·schie·denen Ver·führungs·ver·suchen durch feind·liche Dämo·nen zum Trotz — zur end·gül·tigen Er·leuch·tung führte. Er er·kann·te, dass alles, was ent·stan·den ist, ver·gäng·lich ist, und dass der Glaube an ei·nen un·ver·änder·lichen, ewigen Wesens·kern, an ein Ich, ein Irr·glaube ist. Am 8. Tag des Zwölf·ten Monats, in seinem 35. Lebens·jahr wurde er somit zum Bud·dha, zum Er·leuch·teten.
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| Versuchungen ingakyo.jpg
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| Diverse Dämonen versuchen den Buddha aus seiner Meditation zu reißen.
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== Buddha als Lehrer ==
  
Alle Bilder auf dieser Seite © [http://www.univie.ac.at/itba/pages/pictures/AlchiMaitreya/index.html  Christian Luczanits & Jaroslav Poncar] [2010/9] </div></div>
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Der Bud·dha begab sich nun in die Nähe der Stadt Be·nares, in den Hirsch·park von {{skt:Sarnath}}, wo er seine fünf Mit·brüder wieder traf und ihnen in seiner ersten Pre·digt als Er·leuch·teter [[Grundbegriffe/Buddhismus_Lehre/Vier_Wahrheiten | Vier Noble Wahrheiten]] erläuterte. Diese Predigt ist auch als das „Erste Drehen des Rades der Lehre“ bekannt. Seine Mit·brüder be·kehr·ten sich zu seiner Lehre und wurden zu {{skt:arhat|Arhats}} (= Höchste Stufe des Mensch·seins vor dem Aus·tritt aus dem Ge·burten·kreis·lauf). Der Hirsch·park von Sar·nath ist somit der Ort, an dem sich die erste bud·dhis·tische Mönchs·ge·mein·de kon·stitu·ierte.
  
Den Bräuchen des Landes folgend sollte die Geburt im Elternhaus der Königin, im be·nach·barten Königreich statt·finden. Das Kind kam aller·dings bereits auf dem Weg dorthin im Blumen·garten von Lumbini zur Welt. (Auf allen bild·lichen Ab·bildungen dieser Szene ist deutlich zu erkennen, wie sich die Königin während der Geburt an einem Ast festhält.) Der Neu·ge·borene war gänzlich frei von jeder Un·rein·heit, machte gleich nach der Ent·bindung sieben Schritte, unter denen jeweils eine Lotos-Blüte aus dem Boden wuchs, und ver·kündete: „Ich bin der Herrscher der Welt, der Welt-Älteste, der Welt-Erste. Das ist meine letzte Geburt, es wird keine weitere mehr geben.“ Dies geschah am 8. Tag des Vierten Monats. Das Kind wurde Siddhartha genannt, was in etwa „der sein Ziel erreicht“ bedeutet. Sieben Tage nach seiner Geburt starb Königin Maya. Siddhartha wurde daher von seiner Tante, Prajapati Gautami, auf·gezogen, die nun die Stellung ihrer Schwester als Königin übernahm.
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| Predigt des Buddha
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In den fol·gen·den 45 Jahren führte der Bud·dha das Leben eines besitz·losen Bettel·mönchs und zog mit einer Schar von Jün·gern predi·gend durch Indien, vor·nehm·lich durch das nord·indi·sche Reich {{skt:Magadha}}. Er setzte sich dabei über alle exis·tieren·den Kasten·schran·ken hin·weg und war sowohl bei den Ärmsten als auch in vielen Herr·scher·häu·sern gern ge·sehener Gast. Den·noch wurde er auch an·ge·zwei·felt oder gar attackiert. Selbst in·ner·halb seiner Mönchs·ge·mein·de gab es eine Ab·spal·tung, die von Bud·dhas ei·ge·nem Cousin, {{skt:Devadatta}}, an·ge·führt wurde. Deva·datta ver·suchte nicht nur, dem Bud·dha seine Ge·folg·schaft ab·spen·stig zu machen, er un·ter·nahm auch An·schläge auf Bud·dhas Leben. Ein·mal ließ er zum Bei·spiel einen Ele·fanten auf Bud·dha hetzen, der aber an·gesichts des Er·leuch·teten sofort ehr·furchts·voll nieder·kniete (dieser kniende Elefant ist häufig Gegen·stand hagio·gra·fischer Dar·stel·lungen). In Magadha, wo Bud·dha unter König {{skt:bimbisara}} freund·schaft·lich auf·ge·nom·men wurde, zettelte Deva·datta aus Eifer·sucht einen Staats·streich durch den Sohn des Königs, {{skt:Ajatashatru}} (jap. Ajase) an. Der König beging darauf·hin Selbst·mord oder wurde, nach einer anderen Ver·sion vom eigenen Sohn getötet. Die Be·keh·rung des reu·mütigen Ajātasatru und seine Auf·nahme in Bud·dhas Gefolg·schaft stellt eine wich·tige Epi·sode dar, die die Groß·mut des Bud·dha unter·streicht.
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| Devadatta_hokusai.jpg
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| Devadattas Höllenfahrt
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==Die Vier Ausfahrten==
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===Schüler===
  
<div class="bildbox">[[Image:alchi_buddha_excursion.jpg]]
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Unter den positiv be·setz·ten Schülern des Bud·dha tauchen immer wieder auf:
<div  class="bildtext">Siddhartha verlässt erstmals den Königspalast </div></div>
 
  
Mit 16 heiratete Siddhartha seine Cousine Yashodhara und lebte fortan in unbeschwertem Luxus. In seinem 29. Jahr aber drängte es ihn, die Welt außer·halb des Palastes kennen zu lernen und er unter·nahm die legendären Vier Aus·fahrten. Dabei ge·wahrte er Vier An·sichten, die ihm bisher ver·borgen geblieben waren. Er sah erstmals einen Greis (das Alter), einen Fieber·kranken (die Krank·heit) und einen Leichnam (den Tod), und schließlich einen Asketen. Diese Erlebnisse ver·an·lassten Siddharta, sein Haus zu verlassen, sich das Haupt zu scheren und sich auf die Suche nach einem Weg zu machen, um Alter, Krank·heit und Tod zu über·winden. Zu diesem Zeit·punkt war Siddharta ein Sohn geboren worden, was ihn aber nicht von seinem Vor·haben abhielt. Der Sohn erhielt den Namen Rahula: „Hindernis“.
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* {{skt:Shariputra}}, Haupt·schüler des Bud·dha, von dem im {{skt:Theravada}} Bud·dhis·mus viele eigene Predigten über·liefert werden. Älter als der Bud·dha selbst, starb er noch zu des·sen Leb·zeiten und ging ins {{skt:Nirvana}} ein. Im {{s|Mahayana}} Bud·dhis·mus weniger promi·nent, taucht er z.B. im {{g|hannyashingyou| Herz Sutra}} als Dialog·partner von Bodhi·sattva {{skt:Avalokiteshvara}} ({{Glossar:Kannon}}) auf.
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* {{skt:Maudgalyayana}} (jap. {{Glossar:Mokuren}}), ein enger Freund Shari·putras. Ihm werden diverse über·natür·liche Eigen·schaften zu·ge·schrie·ben. Auch er starb noch vor dem Bud·dha eines ge·walt·samen Todes, den der Bud·dha mit seinem schlechten {{skt:Karma}} aus früheren Exis·tenzen er·klärte. In Japan ist Maudgalyayana/Mokuren vor allem dafür be·kannt, dass er durch Gebete seine ver·stor·bene Mutter aus der Hölle, bzw. aus ihrer Exis·tenz als [[Mythen/Hoellen/Hungergeister | Hungergeist]] befreite.
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* {{skt:ananda|Ānanda}} (jap. Anan), der jün·gere Bruder des ab·trün·ni·gen Deva·datta (s.o.), beide Cousins des Buddha. Be·kannt für sein gutes Ge·dächt·nis soll er beim legen·dären ersten Konzil des Bud·dhis·mus, einige Jahre nach Bud·dhas Tod, die Lehr·reden des Bud·dha aus·wendig vor·ge·tra·gen haben. Er war also so etwas wie ein Evan·gelist des Bud·dhis·mus, aus dessen mündlicher Über·liefe·rung die Sutren her·vor·gingen.
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*{{skt:Mahakashyapa}} (jap. Daikashō), der Orga·nisa·tor des ersten Konzils in {{s|Rajagrha}} (Rajgir). Vor allem in der Chan, bzw. [[Geschichte/Zen | Zen]] Tradi·tion be·deu·tsam, die in Mahaka·shyapa ihren ersten Pa·tri·arch·en sieht. Laut dieser Tradi·tion trat der Bud·dha einmal vor die ver·sam·mel·ten Mönche und tat nicht mehr, als eine Lotos·blume schweigend in der Hand zu drehen. Alle Mönche waren rat·los, nur Mahaka·shyapa lächelte ge·heimnis·voll. Bud·dha ver·kün·dete daraufhin, dass all seine Weisheit und sein Geist auf Mahaka·shyapa über·ge·gangen seien.
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* {{skt:Vimalakirti}} (jap. Yuima), ein rei·cher Kauf·mann und Laien·an·hän·ger, der erst im Maha·yana auftaucht, hier aber der Held eines eigenen Sutras ist. An seinem Bei·spiel wird gezeigt, dass der Bud·dhis·mus auch für „Haus-Halter“, also für Leute, die im welt·lichen Leben stehen, die richtige Option ist.
  
==Askese und Erleuchtung==
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Manche Orte in Indien sind mit be·rühm·ten Predigten des Bud·dha ver·bun·den, u.a. der so·ge·nann·te „Geierberg“ ({{s|Grdhrakuta}}) im Reich Magadha, nahe der Haupt·stadt des Königs Bimbi·sāra. Viele Sutras, u.a. das {{g|hokekyou| Lotos-Sutra}}, führen sich auf Predig·ten zurück, die der Bud·dha hier ver·kün·det haben soll.
  
<div class="bildbox">[[Image:alchi_buddha_ascetism.jpg]]
+
==Ableben==
<div  class="bildtext">Siddhartha kleidet sich in Leichentücher </div></div>
 
  
Der weltflüchtige Siddhartha suchte zunächst einige berühmte Lehrer auf, zog sich aber bald mit fünf weiteren Asketen ganz aus dem all·täg·lichen Leben zurück. In seinen asketischen Übungen übertraf Siddhartha seine Mit·brüder. Er magerte ab bis auf die Knochen, kleidete sich in die Lumpen von Toten und meditierte des Nachts unter wilden Tieren und auf Fried·höfen. Nach sechs Jahren erkannte er jedoch, dass auch dieser Weg ihn zusehr an das Dies·seits band. Er nahm eine Schale Milch·reis an, die ihm die fromme Sujata dar·brachte (Akzeptieren eines Genusses), und wusch sich in einem Fluss (Akzeptieren kultureller Bräuche). Von da an beschritt er den Mittleren Weg zwischen Askese und Überfluss. Seine fünf Mit·brüder aber wandten sich empört von ihm ab.
+
Im 80. Lebens·jahr er·krank·te der Bud·dha, nach·dem er wissen·tlich ein ver·gif·tetes Mahl zu sich ge·nom·men hatte, und sah vor·aus, dass er nun ins Nir·vana ein·gehen werde. Im Wald des Schlos·ses von {{skt:Kushinagara}}, im Schat·ten zwei großer Shala-Bäume, hauchte er sein ir·di·sches Leben im Kreise seiner Schüler aus, denen er bis zuletzt ge·pre·digt hatte. Bud·dhas Leich·nam wurde nach seinem Tod ein·ge·äschert. Zwi·schen dem König von Kushina·gara und den um·liegen·den Herr·schern entstand ein Disput, wem der Besitz der Asche des heiligen Mannes zu·stünde. Schluss·endlich einigte man sich, sie auf·zu·teilen, und so wurde der Buddha an acht Orten bei·gesetzt, an denen jeweils Grab·monu·mente ({{skt:Stupa}}) er·rich·tet wurden.
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| Nehanzu.jpg
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| Wehklagen beim Ableben des Buddha
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Im Jahr nach Bud·dhas Tod wurden seine Lehren auf dem „ersten bud·dhis·tischen Konzil“ in {{s|Rajagrha}}, an dem 500 Arhats unter der Führung von Mahaka·shyapa teil·nahmen, kodi·fiziert. Hundert Jahre nach Bud·dhas Ab·leben fand das zweite „Konzil“ in {{s|Vaishali}} statt, auf dem vor allem die Mönchs·regeln neu fest·gelegt wurden. Weitere Konzile folgten. (Historisch gelten diese Konzile als nicht gesichert.)
  
<div class="bildbox">[[Image:alchi_buddha_seduction.jpg]]
+
== Darstellungen der Buddha-Vita in anderen buddhistischen Kulturen ==
<div class="bildtext">Verführungen und Einflüsterungen während der Meditation unter dem Bodhi-Baum</div></div>
 
  
Auf sich alleine gestellt fasste Siddharta den Entschluss, so lange zu meditieren, bis er die Er·kenntnis der Über·windung von Krank·heit, Alter und Tod erlangt habe. Unter dem berühmten Pappelfeigenbaum (Banyan [''ficus religiosa''], auch als Bodhi-Baum bekannt) in Bodh Gaya sitzend begann er seine 49-tägige Meditation, die ihn — verschiedenen Ver·führungs·ver·suchen durch feindliche Dämonen zum Trotz — zur end·gültigen Erleuchtung führte. Er erkannte, dass alles, was ent·standen ist, ver·gäng·lich ist, und dass der Glaube an einen un·ver·änder·lichen, ewigen Wesens·kern, an ein Ich, ein Irr·glaube ist. Am 8. Tag des Zwölften Monats, in seinem 35. Lebens·jahr wurde er somit zum Buddha, zum Erleuchteten.
+
=== Gandhara ===
  
==Lehrjahre==
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In {{s|Gandhara}}, einer Region im heutigen Pakistan, kam der Buddhis·mus mit dem Hellenis·mus in Berüh·rung und ent·wickelte erst·mals eine aus·ge·prägte naturalis·tische [[Ikonographie]]. Obwohl die Figuren stark an griechisch-römische Statuen ge·mahnen, kann man die meis·ten Motive auch in spä·teren ost·asia·tischen Darstel·lungen erkennen, die stilis·tisch ganz andere Wege ein·ge·schlagen haben. 
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| Geburt des Buddha
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 +
}}
 +
 
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=== Alchi, Ladakh ===
  
Der Buddha begab sich nun in die Nähe der Stadt Benares, in den Hirschpark von Sarnath, wo er seine fünf Mit·brüder wieder traf und ihnen in seiner ersten Predigt als Erleuchteter [[Grundbegriffe:Buddhismus_Lehre/Vier_Wahrheiten | Vier Noble Wahrheiten]] erläuterte. Diese Predigt ist auch als das „Erste Drehen des Rades der Lehre“ bekannt. Seine Mit·brüder bekehrten sich zu seiner Lehre und wurden zu Arhats (= Höchste Stufe des Mensch·seins vor dem Austritt aus dem Geburten·kreislauf). Der Hirschpark von Sarnath ist somit der Ort, an dem sich die erste bud·dhis·tische Mönchs·gemeinde konstituierte.
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| Maitreya, Alchi
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Die folgendenen Ab·bil·dun·gen stam·men aus Alchi, einem bud·dhis·ti·schen Kloster·komplex im westlichen, in·di·schen Teil des Himalaya (Ladakh). Alle Detail·bilder aus Bud·dhas Leben sind auf dem Hüft·tuch ({{skt:dhoti}}) einer knapp 5m hohen Skulptur des Bodhi·sattva {{skt:Maitreya}}, des „Buddhas der Zukunft“, zu finden. Die Bilder ent·stam·men dem Web-Projekt [http://www.luczanits.net/pictures/AlchiMaitreya/index.html Indian and Tibetan Buddhist Art] von Christian Luczanits & Jaros·lav Pon·car  und wur·den mit freund·licher Ge·neh·mi·gung der Au·toren hier re·pro·du·ziert.
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Luczanits schreibt in der Ein·lei·tung zur Bil·der·serie von Bud·dhas Leben:
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The depiction of the legend on Maitreya’s dhoti is a unique inter·pre·tation of the Bud·dha’s life that not only in·cor·po·rates the dif·ferent authori·tative tradi·tions but also success·fully hints to·wards the true nature of the Bud·dha in Maha·yana. The life of a Bud·dha is nothing else than the mar·vellous dress of a super-human, namely Mai·treya, who is himself an emana·tion of the true nature of a Bud·dha re·presented as [[Ikonographie/Dainichi|Vairocana]] in his crown.<ref>
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Christian Luczanits, [http://www.luczanits.net/sites/Alchi/Sumtsek.html http://www.luczanits.net/sites/Alchi/Sumtsek.html] (Okt. 2016). </ref>
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In den folgenden 45 Jahren führte der Buddha das Leben eines besitz·losen Bettel·mönchs und zog mit einer Schar von Jüngern predigend durch Indien, vor·nehm·lich durch das nord·indische Reich Magadha. Er setzte sich dabei über alle existierenden Kasten·schranken hinweg und war sowohl bei den Ärmsten als auch in vielen Herrscher·häusern gern gesehener Gast. Dennoch wurde er auch angezweifelt oder gar attackiert. Selbst innerhalb seiner Mönchs·gemeinde gab es eine Abspaltung, die von Buddhas eigenem Cousin, Devadatta, angeführt wurde. Devadatta versuchte nicht nur, dem Buddha seine Gefolg·schaft abspenstig zu machen, er unternahm auch An·schläge auf Buddhas Leben. Einmal ließ er zum Beispiel einen Elefanten auf Buddha hetzen, der aber angesichts des Erleuchteten sofort erfurchts·voll nieder·kniete (dieser kniende Elefant ist häufig Gegen·stand hagio·grafischer Dar·stel·lungen). In Magadha, wo Buddha unter König Bimbisāra freund·schaft·lich auf·ge·nommen wurde, zettelte Devadatta aus Eifer·sucht einen Staats·streich durch den Sohn des Königs, Ajātasattu (jap. Ajase) an. Der König beging daraufhin Selbst·mord oder wurde, nach einer anderen Version vom eigenen Sohn getötet. Die Bekehrung des reumütigen Ajātasattu und seine Auf·nahme in Buddhas Gefolg·schaft stellt eine wichtige Episode dar, die die Großmut des Buddha unterstreicht.
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| caption= (li.) Geburt Buddhas; (re.) Siddhartha verlässt erstmals den Königspalast
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===Schüler===
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=== Borobudur ===  
  
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<div  class="bildtext"> Buddha predigt seinen Schülern. </div></div>
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Unter den positiv besetzten Schülern des Buddha tauchen immer wieder auf:
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{{s|Borobudur}} gilt als das größte buddhistische Monu·ment weltweit (s. [[Bauten/Tempel/Stupa|Pagoden und Stupas außerhalb Japans]]. Es befin·det sich auf der Insel Java, die einst ein wich·tiges Binde·glied auf dem Seeweg von Indien nach China dar·stellte. Java wurde im 8. und 9. Jh. von der  buddhis·tischen Sailendra Dynastie beherrscht, die für die Er·rich·tung des Monu·ments ver·antwort·lich ist.  Es handelt sich um ein be·geh·bares, drei·dimensio·nales {{s|Mandala|Mandala}}, ein Berg aus Skulp·turen, der die buddhis·tische Welt als Ganzes re·präsen·tiert. Jede Fläche des Monu·ments ist mit Reliefs dekoriert, die u.a. das Leben des histori·schen Buddha zum Inhalt haben.
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* Shariputra, Hauptschüler des Buddha, von dem im Theravada Buddhismus viele eigene Predigten überliefert werden. Älter als der Buddha selbst starb er noch zu dessen Leb·zeiten und ging ins Nirvana ein. Im [[Grundbegriffe:Buddhismus|Mahayana Buddhismus]] weniger prominent, taucht er z.B. im [[Texte:Sutra | Herz Sutra]] als Dialog·partner von Bodhisattva Avalokiteshvara ({{Glossar:Kannon}}) auf.
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=== Dunhuang ===
* Maudgalyayana (jap. {{Glossar:Mokuren}}), ein enger Freund Shariputras. Ihm werden diverse über·natürliche Eigen·schaften zu·ge·schrieben. Auch er starb noch vor dem Buddha eines ge·walt·samen Todes, den der Buddha mit seinem schlechten Karma aus früheren Existenzen erklärte. In Japan ist Maudgalyayana/Mokuren vor allem dafür bekannt, dass er durch Gebete seine verstorbene Mutter aus der Hölle, bzw. aus ihrer Existenz als [[Mythen:Höllen/Hungergeister | Hungergeist]] befreite.
 
* Ānanda (jap. Anan), der jüngere Bruder des abtrünnigen Devadatta (s.o.), beide Cousins des Buddha. Bekannt für sein gutes Gedächtnis soll er beim legendären ersten Konzil des Buddhimus, einige Jahre nach Buddhas Tod, die Lehrreden des Buddha aus·wendig vorgetragen haben. Er war also so etwas wie ein Evangelist des Bud·dhis·mus, aus dessen mündlicher Über·lieferung die Sutren her·vor·gingen.
 
* (Maha) Kashyapa (jap. Daikashō), der Organisator des ersten Konzils. Vor allem in der Chan, bzw. [[Geschichte:Zen | Zen]] Tradition bedeutsam, die in Mahakashyapa ihren ersten Patriarchen sieht. Laut dieser Tradition trat der Buddha einmal vor die versammelten Mönche und tat nicht mehr, als eine Lotosblume schweigend in der Hand zu drehen. Alle Mönche waren ratlos, nur Mahakashyapa lächelte ge·heimnis·voll. Buddha ver·kündete daraufhin, dass all seine Weisheit und sein Geist auf Mahakashyapa über·ge·gangen seien.
 
* Vimalakirti (jap. Yuima), ein reicher Kaufmann und Laien·anhänger, der erst im Mahayana auftaucht, hier aber der Held eines eigenen Sutras ist. An seinem Beispiel wird gezeigt, dass der Buddhismus auch für „Haus-Halter“, also für Leute, die im weltlichen Leben stehen, die richtige Option ist.
 
  
Manche Orte in Indien sind mit berühmten Predigten des Buddha verbunden, u.a. der sogenannte „Geierberg“ im Reich Magadha, nahe der Haupt·stadt des Königs Bimbisāra. Viele Sutras, u.a. das [[Texte:Sutra#Lotos_Sutra | Lotos-Sutra]], führen sich auf Predigten zurück, die der Buddha hier verkündet haben soll.
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|  Dunhuang
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Die Wüstenoase {{g|Dunhuang}} stellte für lange Zeit einen wichtigen Knotenpunkt dar, an dem die internationale Handelsroute, die heute als „Seidenstraße“ bekannt ist, in den chinesischen Kulturraum überging. Angeregt durch den Handel entwickelte sich Dunhuang zu einem politischen und kulturellen Zentrum, von dem auch ein wichtiger Impuls der buddhistischen Missionierung Chinas ausging. Von der buddhistischen Kultur Dunhuangs, die während der {{g|Tang}}-Zeit ihren Höhepunkt erlebte, zeugen unter anderem die zahlreichen Felsentempel, die sog. Tausend-Buddha-Höhlen, die Jahrhunderte lang vergessen und erst Anfang des 20. Jahrhunderts von westlichen und japanischen Archäologen wiederentdeckt wurden. Die in Dunhuang erhaltenen Texte und Bilder stellen auch für den japanischen Buddhismus wichtige Quellen dar.  
  
==Ableben==
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Im British Museum befinden sich u.a. diverse {{g|Tang}}-zeitlich Stoffbanner aus Dunhuang, auf denen das Leben Buddhas dargestellt ist.
  
Im 80. Lebensjahr erkrankte der Buddha, nachdem er wissentlich ein vergiftetes Mahl zu sich genommen hatte, und sah voraus, dass er nun ins Nirvana eingehen werde. Im Wald des Schlosses von Kushinagara, im Schatten zwei großer Shala Bäume, hauchte er sein irdisches Leben im Kreise seiner Schüler aus, denen er bis zuletzt gepredigt hatte. Buddhas Leich·nam wurde nach seinem Tod ein·ge·äschert. Zwischen dem König von Kushinaga und den umliegenden Herr·schern entstand ein Disput, wem der Besitz der Asche des heiligen Mannes zustünde. Schluss·endlich einigte man sich, sie auf·zu·teilen, und so wurde der Buddha an acht Orten bei·gesetzt, an denen jeweils Grab·monumente (Stupas) errichtet wurden. Einige Zeit nach Buddhas Tod wurden seine Lehren auf dem „ersten bud·dhis·tischen Konzil“, an dem 500 Arhats unter der Führung von Mahakashyapa teil·nahmen, kodifiziert. Hundert Jahre nach Buddhas Ableben fand das zweite „Konzil“ statt, auf dem vor allem die Mönchs·regeln neu fest·gelegt wurden. Weitere Konzile folgten. (Historisch gelten diese Konzile als nicht gesichert.)
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==Anmerkungen==
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{{verweise
<references/>
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* [https://web.archive.org/web/20140827205858/http://www.bdkamerica.org/digital/dbet_t0192_buddhacarita_2009.pdf ''Buddhacarita''] (Taten des Buddha), Aśvaghoṣa (2. Jh. u.Z.)<br>Übersetzung der chin. Version aus dem 5. Jh.  durch Charles Willemen, 2010.
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| links=  
 
* [http://www.metmuseum.org/toah/hd/buda/hd_buda.htm  Life of the Buddha], Kathryn Selig Brown (en.)<br/>Essay über das Leben des Buddha vom Metropolitan Museum of Art.
 
* [http://www.metmuseum.org/toah/hd/buda/hd_buda.htm  Life of the Buddha], Kathryn Selig Brown (en.)<br/>Essay über das Leben des Buddha vom Metropolitan Museum of Art.
 
* [http://www.buddhanet.net/e-learning/buddhism/lifebuddha/index.htm Life of the Buddha]<br/>Ausführliche Biographie auf ''[http://www.buddhanet.net/sitemap.htm BuddhaNet]''.
 
* [http://www.buddhanet.net/e-learning/buddhism/lifebuddha/index.htm Life of the Buddha]<br/>Ausführliche Biographie auf ''[http://www.buddhanet.net/sitemap.htm BuddhaNet]''.
 
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Siddhartha_Gautama Siddhartha Gautama]<br/> Eintrag auf ''Wikipedia.de''
 
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Siddhartha_Gautama Siddhartha Gautama]<br/> Eintrag auf ''Wikipedia.de''
* [http://www.univie.ac.at/itba/ Indian and Tibetan Buddhist Art], Christian Luczanits (Universität Wien)
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* [http://www.luczanits.net/pictures/AlchiMaitreya/index.html Indian and Tibetan Buddhist Art], Christian Luczanits (Universität Wien)
 
* [http://www.palikanon.com/khuddaka/jataka/j00.htm Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten]<br/>Digitalisierte Version einer Übersetzung der Jātaka des Pali-Kanons durch Julius Dutoit, 1906.
 
* [http://www.palikanon.com/khuddaka/jataka/j00.htm Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten]<br/>Digitalisierte Version einer Übersetzung der Jātaka des Pali-Kanons durch Julius Dutoit, 1906.
|update= 2010/8|
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* [http://www.photodharma.net/index.htm Photo Dharma] <br>Photo-Dokumentation berühmter buddhistischer Monumente in Südasien  von Bhante Anandajoti.
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| update= Sept. 2016
 
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Aktuelle Version vom 27. August 2018, 22:05 Uhr

Buddhas Leben nach der buddhistischen Überlieferung

Buddha als Prinz

Querbildrolle (Papier, bemalt), Detail. Nara-Zeit, 8. Jh.; aus Kako genzai e-inga-kyô; „Besonderes Kulturgut“; 26,4 x 115,9cm
Bild © Nara National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/10/5)

Siddhārtha, der zukünftige Buddha, genießt das angenehme Leben eines Prinzen. Die Illustration stammt aus einer der ältesten illustrierten Versionen der Buddha-Vita aus der der Nara-Zeit.

. 1 Der jugendliche Buddha als Prinz, umgeben von seinen Gespielinnen (Nara-Zeit)

Der hi­sto­ri­sche BuddhaBuddha बुद्ध „Der Erleuchtete“, jap. butsu (hotoke) 仏 oder Budda 仏陀 RegenmachenAmidismusKamikazeVier Wahrheiten... mehr leb­te und wirk­te wahr­schein­lich um das Jahr 500 v.u.Z.1

Er ent­stamm­te dem Ge­schlecht der Sha­kyas im König­reich KosalaKosala कोसल Geburtsland des Buddha Śākyamuni im heu­tigen Nepal, daher sein Bei­name ŚākyamuniŚākyamuni शाक्यमुनि „Der Weise des Shakya-Klans“, Gautama Siddhartha, jap. Shaka 釈迦 oder Shakamuni 釈迦牟尼 TempelVajrapaniBuddhismusShaka... mehr (= der Weise aus dem Shakya­ge­schlecht). Sein Eigen­name war SiddhārthaSiddhārtha सिद्धार्थ Eigennamen des historischen Buddha, jap. Shiddatta 悉達多 Buddhismus, sein Fa­mi­lien­name GautamaGautama गौतम Eigennamen des historischen Buddha; Pali: Gotama, jap. Kudon 瞿曇 Buddhismus, weshalb er auch oft Gau­tama Bud­dha genannt wird. Die Legen­den aus sei­nem Leben ver­dich­teten sich im Laufe der Zeit zu einer Stan­dard­bio­gra­phie, die u.a. im soge­nann­ten Pali-Kanon ent­hal­ten ist.2 Spätere Biographien des Buddha sind z.B. in der BuddhacaritaBuddhacarita बुद्धचरितम „Taten des Buddha“, Lebensbeschreibung des historischen Buddha von Ashvaghosha aus dem 2. Jh. u.Z. (2.Jh. u.Z.) sowie im Sutra von Ursache und Wirkung (jap. Inga-kyōInga-kyō 因果経 „Sutra von Ursache und Wirkung (=Karma)“; eig. Kako genzai inga-kyō 過去現在因果経 (Sutra von Ursache und Wirkung in Vergangenheit und Gegenwart, chin. Guoqu xian zaiyin guo jing) oft auch E-ingakyō 絵因果経 (Illustriertes Sutra von Ursache und Wirkung); Lebensbeschreibung des historischen Buddha; erstmals greifbar in chin. Übersetzung durch Gunabhadra, Mitte 5. Jh. ) enthalten. Beide Werke wurden schon früh ins Chine­sische übersetzt. Das Sutra von Ursache und Wirkung ist in diversen illus­trier­ten Fas­sungen erhalten. Die ältesten stam­men aus dem Japan der NaraNara 奈良 Hauptstadt und Sitz des Tennō, 710–784 (= Nara-Zeit); ehemals: Heijō-kyō EmaYamabushiBautenHachimanItsukushima... mehr-Zeit, obwohl es chine­sische Vor­läufer gege­ben haben muss, die nicht mehr erhal­ten sind. Die Nara-zeit­lichen Buddha­viten stellen zugleich den Beginn der illus­trier­ten Quer­bild­rollen in Japan dar.

Auf dieser Seite sind die wich­tigs­ten Epi­so­den aus Buddhas Leben kurz zu­sam­men­ge­fasst: Geburt, Vier Aus­fahr­ten, Askese und Er­leuch­tung, Ver­brei­tung der Lehre und Ab­leben.

Geburt

Bud­dha wurde als Prinz ge­bo­ren. Sein Vater, König ŚuddhodanaŚuddhodana शुद्धोदन Vater von Buddha Shakyamuni, König in Nord-Indien, jap. Jōbon-ō 浄飯王 , und seine Mut­ter, Kö­ni­gin Maya, waren be­reits seit zwanzig Jahren kinder­los, als die Königin im Traum einen weißen Ele­fan­ten sah, der vom Him­mel herab in ihren Körper fuhr. Da­rauf­hin wurde sie schwanger.

Buddhas Geburt

Hängerollbild (Seide, Farbe), Detail. Muromachi-Zeit, 15. Jh.; 75 x 111,5 cm
Bild © Metropolitan Museum of Art, New York. (Letzter Zugriff: 2016/10/5)

Im Blumengarten von Lumbini erblickt der zukünftige Buddha zum letzten Mal das Licht der Welt. Er wird dabei aus der rechten Seite seiner Mutter geboren, ein Zeichen, dass er die „Unreinheit“ der Geburt nicht erfahren hat.

. 2 Buddha wird aus der rechten Seite seiner Mutter geboren

Den Bräu­chen des Lan­des fol­gend sollte die Geburt im Eltern­haus der Königin, im be­nach­barten König­reich statt­finden. Das Kind kam aller­dings bereits auf dem Weg dort­hin im Blumen­garten von LumbinīLumbinī लुम्बिनी Geburtsort des Gautama Siddhartha (Buddha Śākyamuni), jap. Ranbini 藍毘尼 zur Welt. Der Neu­ge­bo­rene war gänz­lich frei von jeder Un­rein­heit, was sich auch darin aus­drückte, dass er aus der rech­ten Seite seiner Mut­ter aus­trat. (Auf vielen bild­lichen Ab­bil­dun­gen dieser Szene ist deu­tlich zu er­ken­nen, wie sich die Köni­gin wäh­rend der Geburt an einem Ast fest­hält.) Bud­dha machte gleich nach der Ent­bin­dung sieben Schrit­te, unter denen je­weils eine Lotosblüte aus dem Boden wuchs, und ver­kün­dete: „Ich bin der Herr­scher der Welt, der Welt-Älteste, der Welt-Erste. Das ist meine letzte Geburt, es wird keine wei­tere mehr geben.“ Dies geschah am 8. Tag des Vierten Monats. Das Kind wurde Siddhartha genannt, was in etwa „der sein Ziel erreicht“ bedeutet. Sie­ben Tage nach seiner Ge­burt starb Köni­gin Maya. Sid­dhar­tha wurde daher von seiner Tante, Pra­ja­pati Gau­tami, auf­gezo­gen, die nun die Stel­lung ihrer Schwes­ter als Köni­gin über­nahm.

Die Vier Ausfahrten

Mit 16 hei­ra­te­te Sid­dhar­tha seine Cousine YaśodharāYaśodharā यसोधरा „Die den Ruhm erhält“, Ehefrau von Siddhartha Gautama, jap. Yashodara 耶輸陀羅 und lebte fortan in un­be­schwer­tem Luxus. In seinem 29. Jahr aber drängte es ihn, die Welt außer­halb des Pa­las­tes kennen zu lernen und er unter­nahm die le­gen­dären Vier Aus­fahrten. Dabei ge­wahrte er Vier An­sichten, die ihm bisher ver­borgen geblie­ben waren. Er sah erst­mals einen Greis (das Alter), einen Fieber­kranken (die Krank­heit), einen Leich­nam (den Tod), und schließ­lich einen As­keten.

Ausfahrt des Prinzen Siddhartha

Querbildrolle, emaki (Papier), Detail. Nara-Zeit, 8. Jh.; „Nationalschatz“; Ōhara Bijutsukan, Okayama
Bild © Bunka Isan. (Letzter Zugriff: 2016/10/5)

Prinz Siddhārtha, der zukünftige Buddha, verlässt den Palast seines Vaters und begegnet einem Kranken. Nach weiteren Begegnungen mit einem Alten, einem Toten und einem Asketen beschließt er, selbst Asket zu werden. Die Illustration stammt aus einer der ältesten illustrierten Versionen der Buddha-Vita aus der der Nara-Zeit.

. 3 Siddhartha verlässt erstmals den königlichen Palast

Siddhārtha begegnet einem Asketen

Querbildrolle (Papier, bemalt), Detail. Nara-Zeit, 8. Jh.; aus Kako genzai e-inga-kyô; 26,4 x 115,9cm
Bild © Nara National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/10/5)

Prinz Siddhārtha, der zukünftige Buddha, verlässt den Palast seines Vaters und begegnet einem Asketen. Zuvor hat er erstmals einen Alten, einen Kranken und einen Toten gesehen und verstanden, das alle irdische Existenz auf Leid hinausläuft. Er beschließt nun, selbst Asket zu werden. Die Illustration stammt aus einer der ältesten illustrierten Versionen der Buddha-Vita aus der der Nara-Zeit.

. 4 Begegnung mit einem Asketen

Diese Er­leb­nis­se ver­an­lass­ten Sid­dhar­tha, sein Haus zu ver­lassen, sich das Haupt zu scheren und sich auf die Suche nach einem Weg zu machen, um Alter, Krank­heit und Tod zu über­winden. Zu diesem Zeit­punkt war Sid­dhar­ta ein Sohn ge­boren worden, was ihn aber nicht von seinem Vor­haben abhielt, son­dern im Ge­gen­teil an­sporn­te. Der Sohn er­hielt den Namen RāhulaRāhula राहुल Sohn des Buddha; einer gängigen Auslegung zufolge bedeutet der Name „Fessel“, „Hindernis“, jap. Ragora 羅睺羅 : „Fessel“.3

Askese und Erleuchtung

Der welt­flüch­tige Sid­dhar­tha suchte zu­nächst einige be­rühm­te Lehrer auf, zog sich aber bald mit fünf wei­te­ren As­ke­ten ganz aus dem all­täg­lichen Leben zurück. In sei­nen as­ke­ti­schen Übun­gen über­traf Sid­dhar­tha seine Mit­brü­der. Er ma­ger­te ab bis auf die Kno­chen, klei­de­te sich in die Lum­pen von Toten und me­di­tier­te des Nachts unter wil­den Tieren und auf Fried­höfen. Nach sechs Jahren er­kann­te er jedoch, dass auch dieser Weg ihn zu sehr an das Dies­seits band. Er nahm eine Schale Milch­reis an, die ihm die fromme SujātāSujātā सुजाता „Die Wohlgeborene“, Magd, die Buddha eine Schale Milchreis darbrachte dar­brachte (Akzeptieren eines Genusses), und wusch sich in einem Fluss (Ak­zep­tie­ren kul­tu­rel­ler Bräu­che). Von da an be­schritt er den Mitt­le­ren Weg zwi­schen As­ke­se und Über­fluss. Seine fünf Mit­brüder aber wand­ten sich em­pört von ihm ab.

Siddhartha als Asket

Querbildrolle, emaki (Papier, bemalt), Detail. Kamakura-Zeit, 13. Jh.; aus E-inga-kyō; 28,3 x 40,3 cm
Bild © Museum of Fine Art, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/10/5)

Prinz Siddhārtha übt sechs Jahre lang strengste Askese.

. 5 Siddhartha als Asket

Buddha in Meditation

Querbildrolle, emakimono (Papier, bemalt). Kamakura-Zeit, 13. Jh.; aus E-inga-kyō (Illustriertes Sutra von Ursache und Wirkung)
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/10/5)

Am Ende seiner Lehrjahre meditiert Buddha, um schließlich die volle Erleuchtung zu erfahren. In dieser Zeit wird er von diversen Versuchungen durch den Dämon Mara heimgesucht. Auf dem Bild sind links die Töchter des Mara zu sehen, die ihn verführen sollen während rechts die Krieger des Mara erfolglos auf den Buddha schießen: Die Pfeile werden einfach umgeleitet.

. 6 Buddha in Meditation

Auf sich alleine ge­stellt fasste Sid­dhar­ta den Ent­schluss, so lange zu medi­tieren, bis er die Er­kennt­nis der Über­win­dung von Krank­heit, Alter und Tod erlangt habe. Unter dem be­rühm­ten Pap­pel­feigen­baum (Banyan [ficus religiosa], auch als bodhibodhi बोधि „Erwachen, Erleuchtung“, jap. bodai 菩提 Regenmachen-Baum bekannt) in BodhgayāBodhgayā बोध्गया „Ort der Erleuchtung“, Ort, an dem Buddha seine Erleuchtungserfahrung hatte, jap. Buddagaya 仏陀伽邪 sitzend be­gann er seine 49-tägige Medi­ta­tion, die ihn — ver­schie­denen Ver­führungs­ver­suchen durch feind­liche Dämo­nen zum Trotz — zur end­gül­tigen Er­leuch­tung führte. Er er­kann­te, dass alles, was ent­stan­den ist, ver­gäng­lich ist, und dass der Glaube an ei­nen un­ver­änder­lichen, ewigen Wesens­kern, an ein Ich, ein Irr­glaube ist. Am 8. Tag des Zwölf­ten Monats, in seinem 35. Lebens­jahr wurde er somit zum Bud­dha, zum Er­leuch­teten.

Meditation und Versuchung des Buddha

Querbildrolle, emaki (Papier, bemalt). Kamakura-Zeit, 13. Jh.; aus Inga-kyō; 27.8 x 156.5cm
Bild © Metropolitan Museum of Art. (Letzter Zugriff: 2016/10/5)

Am Ende seiner Lehrjahre meditiert Buddha, um schließlich die volle Erleuchtung zu erfahren. In dieser Zeit wird er von diversen Versuchungen durch den Dämon Mara heimgesucht. In dieser Version des Inga-kyō sind die Bestien, die dabei zum Einsatz kommen, besonders drastisch ausgeführt.

. 7 Diverse Dämonen versuchen den Buddha aus seiner Meditation zu reißen.

Buddha als Lehrer

Der Bud­dha begab sich nun in die Nähe der Stadt Be­nares, in den Hirsch­park von SārnāthSārnāth सार्नाथ् Stadt im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, 10 km nördlich von Benares (Varanasi), bekannt für den Dhāmek Stupa, eines der ältesten buddhistischen Grabmonumente Stupa, wo er seine fünf Mit­brüder wieder traf und ihnen in seiner ersten Pre­digt als Er­leuch­teter Vier Noble Wahrheiten erläuterte. Diese Predigt ist auch als das „Erste Drehen des Rades der Lehre“ bekannt. Seine Mit­brüder be­kehr­ten sich zu seiner Lehre und wurden zu Arhatsarhat अर्हत् höchste Stufe des Menschseins vor dem Austritt aus dem Geburtenkreislauf, jap. rakan ArhatsDaibutsu StatuenBuddhismus LehreHeilige (= Höchste Stufe des Mensch­seins vor dem Aus­tritt aus dem Ge­burten­kreis­lauf). Der Hirsch­park von Sar­nath ist somit der Ort, an dem sich die erste bud­dhis­tische Mönchs­ge­mein­de kon­stitu­ierte.

Buddha, predigend

Querbildrolle, emaki (Papier, bemalt), Detail. Nara-Zeit, 8. Jh.; 25,7 × 27,3 cm
Bild © Metropolitan Museum of Art. (Letzter Zugriff: 2016/10/5)

Flankiert von seine Schülern (erkennbar am geschorenen Haupt) predigt Buddha zu frommen Laien.

. 8 Predigt des Buddha

In den fol­gen­den 45 Jahren führte der Bud­dha das Leben eines besitz­losen Bettel­mönchs und zog mit einer Schar von Jün­gern predi­gend durch Indien, vor­nehm­lich durch das nord­indi­sche Reich MagadhaMagadha मगध Nordostindisches Königreich das im 6. bis 4. Jh. v.u.Z. seine Blütezeit erreichte . Er setzte sich dabei über alle exis­tieren­den Kasten­schran­ken hin­weg und war sowohl bei den Ärmsten als auch in vielen Herr­scher­häu­sern gern ge­sehener Gast. Den­noch wurde er auch an­ge­zwei­felt oder gar attackiert. Selbst in­ner­halb seiner Mönchs­ge­mein­de gab es eine Ab­spal­tung, die von Bud­dhas ei­ge­nem Cousin, DevadattaDevadatta देवदत्त „Gottesgeschenk“, Cousin und Gegenspieler des Buddha, jap. Daibadatta 提婆達多 Hoellenbilder, an­ge­führt wurde. Deva­datta ver­suchte nicht nur, dem Bud­dha seine Ge­folg­schaft ab­spen­stig zu machen, er un­ter­nahm auch An­schläge auf Bud­dhas Leben. Ein­mal ließ er zum Bei­spiel einen Ele­fanten auf Bud­dha hetzen, der aber an­gesichts des Er­leuch­teten sofort ehr­furchts­voll nieder­kniete (dieser kniende Elefant ist häufig Gegen­stand hagio­gra­fischer Dar­stel­lungen). In Magadha, wo Bud­dha unter König BimbisāraBimbisāra बिम्बिसार bedeutender König des Reiches von Magadha zu Lebzeiten des Buddha, jap. Binbasara 頻婆娑羅 freund­schaft­lich auf­ge­nom­men wurde, zettelte Deva­datta aus Eifer­sucht einen Staats­streich durch den Sohn des Königs, AjātaśatruAjātaśatru अजातशत्रु König v. Magadha in Nord-Indien (r. 491-461 v.u.Z.), jap. Ajase 阿闍世 (jap. Ajase) an. Der König beging darauf­hin Selbst­mord oder wurde, nach einer anderen Ver­sion vom eigenen Sohn getötet. Die Be­keh­rung des reu­mütigen Ajātasatru und seine Auf­nahme in Bud­dhas Gefolg­schaft stellt eine wich­tige Epi­sode dar, die die Groß­mut des Bud­dha unter­streicht.

Devadattas Höllenfahrt

Buchillustration (Papier, Tusche) von Katsushika Hokusai; aus Shaka go-ichidai zue („Das Leben des Shakyamuni, illustriert“, Textautor Kokado Yatei), Bd. 5, 1845
Bild © Waseda University Library. (Letzter Zugriff: 2015/8/26)

Das Bild stammt aus einem Buch mit Legenden aus Buddhas Leben. Es zeigt Buddha, umgeben von mehreren Jüngern und im Vordergrund Buddhas Gegenspieler, seinen Cousin Devadatta, der aus Eifersucht diverse Anschläge auf Buddhas Leben unternahm. Das Bild trägt folgende Inschrift: „Devadatta, der dem Welt-Heiligen [Buddha] schaden wollte, wie er bei lebendigem Leib in die Hölle stürzt.“

. 9 Devadattas Höllenfahrt

Schüler

Unter den positiv be­setz­ten Schülern des Bud­dha tauchen immer wieder auf:

  • ŚāriputraŚāriputra शारिपुत्र Hauptschüler des Buddha, jap. Sharihotsu 舎利佛 StupaSutra, Haupt­schüler des Bud­dha, von dem im TheravādaTheravāda थेरवाद „Schule der Ordensälteren“, buddhistische Richtung (hier in Pali angegeben; skt: Sthaviravada), jap. Jōzabu bukkyō 上座部仏教 KukaiBuddhismusBuddhismus LehreHeilige Bud­dhis­mus viele eigene Predigten über­liefert werden. Älter als der Bud­dha selbst, starb er noch zu des­sen Leb­zeiten und ging ins NirvāṇaNirvāṇa निर्वाण „Erloschen, ausgelöscht“, Ort der Erlösung von allem Leid, jap. Nehan 涅槃 TotenritenTempeltoreArhatsAmidas GeluebdeHeian Zeit... mehr ein. Im MahāyānaMahāyāna महायान „Großes Fahrzeug“, buddhistische Richtung, jap. Daijō 大乗 RegenmachenAmidismusHeian Zeit Bud­dhis­mus weniger promi­nent, taucht er z.B. im Herz SutraHannya shingyō 般若心経 „Herz Sutra der vollkommenen Weisheit“ HorrorklassikerHannya shingyo als Dialog­partner von Bodhi­sattva AvalokiteśvaraAvalokiteśvara अवलोकितेश्वर „Herr, der [die Welt] unten wahrnimmt“, Bodhisattva, jap. Kannon 観音 oder Kanzeon 観世音 VajrapaniKannonBato KannonSutra (KannonKannon 観音 auch Kanzeon 観世音, wtl. der den Klang der Welt erhört; skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin; als Bodhisattva des Mitleids bekannt PhalluskulteFushimiKasugaNikkoBekannte Tempel... mehr) auf.
  • MaudgalyāyanaMaudgalyāyana मौद्गल्यायन 2. Schüler des Buddha; mit übersinnlichen Fähigkeiten begabt, war es ihm möglich, die Unterwelt zu besuchen; in ostasiatischen Versionen seiner Legende errettet er dort seine Mutter, jap. Mokuren 目連 StupaHoellen (jap. MokurenMokuren 目連 Schüler des Buddha; skt. Maudgalyāyana; errettet seine Mutter aus der Hölle HeiligeHoellenHungergeisterJenseits), ein enger Freund Shari­putras. Ihm werden diverse über­natür­liche Eigen­schaften zu­ge­schrie­ben. Auch er starb noch vor dem Bud­dha eines ge­walt­samen Todes, den der Bud­dha mit seinem schlechten KarmaKarma कर्म „Tat“, auch „konsequente Folge“; moralische Bilanz der gesetzten Handlungen, jap. Gō 業 OpfergabenPilgerschaftStupaHeian ZeitHonji suijaku... mehr aus früheren Exis­tenzen er­klärte. In Japan ist Maudgalyayana/Mokuren vor allem dafür be­kannt, dass er durch Gebete seine ver­stor­bene Mutter aus der Hölle, bzw. aus ihrer Exis­tenz als Hungergeist befreite.
  • ĀnandaĀnanda आनन्द „Freude“, Schüler des Buddha, jap. Anan 阿難 Hungergeister (jap. Anan), der jün­gere Bruder des ab­trün­ni­gen Deva­datta (s.o.), beide Cousins des Buddha. Be­kannt für sein gutes Ge­dächt­nis soll er beim legen­dären ersten Konzil des Bud­dhis­mus, einige Jahre nach Bud­dhas Tod, die Lehr­reden des Bud­dha aus­wendig vor­ge­tra­gen haben. Er war also so etwas wie ein Evan­gelist des Bud­dhis­mus, aus dessen mündlicher Über­liefe­rung die Sutren her­vor­gingen.
  • MahākāśyapaMahākāśyapa महाकाश्यप Schüler Buddhas, jap. Daikashō 大迦葉 (jap. Daikashō), der Orga­nisa­tor des ersten Konzils in RājagṛhaRājagṛha कोसल Hauptstadt von Magadha und Ort des ersten buddhistischen Konzils, kurz nach dem Ableben Buddhas; heute Rajgir (Rajgir). Vor allem in der Chan, bzw. Zen Tradi­tion be­deu­tsam, die in Mahaka­shyapa ihren ersten Pa­tri­arch­en sieht. Laut dieser Tradi­tion trat der Bud­dha einmal vor die ver­sam­mel­ten Mönche und tat nicht mehr, als eine Lotos­blume schweigend in der Hand zu drehen. Alle Mönche waren rat­los, nur Mahaka­shyapa lächelte ge­heimnis­voll. Bud­dha ver­kün­dete daraufhin, dass all seine Weisheit und sein Geist auf Mahaka­shyapa über­ge­gangen seien.
  • VimalakīrtiVimalakīrti विमलकीर्ति „Glänzender Ruhm“, Reicher Kaufmann und Laienanhänger, Held eines eigenen Sutras, jap. Yuima 維摩 (jap. Yuima), ein rei­cher Kauf­mann und Laien­an­hän­ger, der erst im Maha­yana auftaucht, hier aber der Held eines eigenen Sutras ist. An seinem Bei­spiel wird gezeigt, dass der Bud­dhis­mus auch für „Haus-Halter“, also für Leute, die im welt­lichen Leben stehen, die richtige Option ist.

Manche Orte in Indien sind mit be­rühm­ten Predigten des Bud­dha ver­bun­den, u.a. der so­ge­nann­te „Geierberg“ (GṛdhrakūṭaGṛdhrakūṭa गृध्रकूट „Geiergipfel“, indischer Berg bei Rājagṛha (Rajgir), auf dem Buddha predigte, jap. Ryōjusen 霊鷲山 Arhats) im Reich Magadha, nahe der Haupt­stadt des Königs Bimbi­sāra. Viele Sutras, u.a. das Lotos-SutraHoke-kyō 法華経 Lotos Sutra; skt. Saddharma puṇḍarīka sūtra; jap. auch Hokkekyō oder Myōhō renge kyō; zählt zu den einflussreichsten Texten des Mahāyāna-Buddhismus, älteste Fassungen dürften im ersten Jh. v.u.Z. entstanden sein. Bishamon-tenNeue ReligionenSoka GakkaiNichirenSaicho... mehr, führen sich auf Predig­ten zurück, die der Bud­dha hier ver­kün­det haben soll.

Ableben

Im 80. Lebens­jahr er­krank­te der Bud­dha, nach­dem er wissen­tlich ein ver­gif­tetes Mahl zu sich ge­nom­men hatte, und sah vor­aus, dass er nun ins Nir­vana ein­gehen werde. Im Wald des Schlos­ses von KuśīnagaraKuśīnagara कुशीनगर Ort von Buddhas Ableben, jap. Kushinagara 拘尸那愒羅 , im Schat­ten zwei großer Shala-Bäume, hauchte er sein ir­di­sches Leben im Kreise seiner Schüler aus, denen er bis zuletzt ge­pre­digt hatte. Bud­dhas Leich­nam wurde nach seinem Tod ein­ge­äschert. Zwi­schen dem König von Kushina­gara und den um­liegen­den Herr­schern entstand ein Disput, wem der Besitz der Asche des heiligen Mannes zu­stünde. Schluss­endlich einigte man sich, sie auf­zu­teilen, und so wurde der Buddha an acht Orten bei­gesetzt, an denen jeweils Grab­monu­mente (stūpastūpa स्तूप „Hügel“, Grabmonument, jap. 塔 oder sotoba 卒塔婆 FriedhofGorintoNikkoPagodenStupa... mehr) er­rich­tet wurden.

Eintritt des Buddha ins Nirvana

Hängerollbild, nehanzu (Seide, Farbe), Detail. Kamakura-Zeit, 14. Jh.; 196,9 × 188,6 cm
Bild © Metropolitan Museum of Art, New York. (Letzter Zugriff: 2016/10/5)

Bei Buddhas Tod, der gleichzeitig seinen Eintritt ins Nirvāṇa bedeutet, klagen nicht nur seine menschlichen Schüler. Auch diverse Schutzgottheiten können sich vor Schmerz kaum fassen. Lediglich die edlen Bodhisattvas sind in der Lage, ihre Gefühle im Zaum zu halten.

. 10 Wehklagen beim Ableben des Buddha

Im Jahr nach Bud­dhas Tod wurden seine Lehren auf dem „ersten bud­dhis­tischen Konzil“ in RājagṛhaRājagṛha कोसल Hauptstadt von Magadha und Ort des ersten buddhistischen Konzils, kurz nach dem Ableben Buddhas; heute Rajgir , an dem 500 Arhats unter der Führung von Mahaka­shyapa teil­nahmen, kodi­fiziert. Hundert Jahre nach Bud­dhas Ab­leben fand das zweite „Konzil“ in VaiśālīVaiśālī वैशाली Ort des 2. buddhistischen Konzils; Ort eines berühmten buddhistischen Grabmonuments (stūpa) statt, auf dem vor allem die Mönchs­regeln neu fest­gelegt wurden. Weitere Konzile folgten. (Historisch gelten diese Konzile als nicht gesichert.)

Darstellungen der Buddha-Vita in anderen buddhistischen Kulturen

Gandhara

In GandhāraGandhāra गन्धार Königreich im heutigen Pakistan bzw. gleichnamige Stadt (auch Purushapura, heute Peshavar); nach den griechischen Eroberungen unter Alexander dem Großen unter dem Einfluss der hellenistischen Kultur, später, im 1.–3. Jh. u.Z. Hauptstadt des buddhistischen Kushana Reichs; frühes Zentrum der buddhistischen Kunst , einer Region im heutigen Pakistan, kam der Buddhis­mus mit dem Hellenis­mus in Berüh­rung und ent­wickelte erst­mals eine aus­ge­prägte naturalis­tische Ikonographie. Obwohl die Figuren stark an griechisch-römische Statuen ge­mahnen, kann man die meis­ten Motive auch in spä­teren ost­asia­tischen Darstel­lungen erkennen, die stilis­tisch ganz andere Wege ein­ge­schlagen haben.

Geburt Buddhas

Relief. Gandhara, Kushan-Periode, 2.–3. Jh. u.Z.; Freer Gallery of Art, Washington
Bild © Daderot, Wikimedia Commons, 2013. (Letzter Zugriff: 2016/10/8)

Der zukünftige BuddhaBuddha बुद्ध „Der Erleuchtete“, jap. butsu (hotoke) 仏 oder Budda 仏陀 RegenmachenAmidismusKamikazeVier Wahrheiten... mehr wird aus der rechten Taille seiner Mutter Maya geboren, die gerade im Garten von Lumbinī lustwandelt und sich an den Zweigen eines Baumes festhält.

. 11 Geburt des Buddha

Ausfahrt des Buddha

Relief (Stein). Gandhara, Kushan-Periode, 2 Jh. u.Z.; Indian Museum, Kolkata; 48 x 54 x 8,6 cm
Bildquelle: Printerest. (Letzter Zugriff: 2016/10/8)

Prinz Siddhārtha verlässt heimlich den Palast seines Vaters, um die reale Welt kennen zu lernen. Dies ist ihm u.a. mit Hilfe von Halbgöttern möglich, die die Hufe seines Pferdes halten, damit kein Lärm entsteht.

. 12 Ausfahrt des Buddha

Buddhas Predigt in Sarnath

Skulptur (grauer Schiefer). Kushan Periode, 3. Jh.; Gandhara im heutigen Pakistan; 28,6 x 32,4 cm
Bild © Metropolitan Museum of Art. (Letzter Zugriff: 2016/8)
Gift of Daniel Slott, 1980

Buddhas erste Predigt im sog. Hirschpark von Sarnath. Als nackter, Herkules-artiger Leibwächter (mit Knüppel) ist Vajrapāṇi hinter dem Buddha zu sehen. Diese graeco-romanische Figur ist typisch für die frühe buddhistische Ikonographie. Das Rad in Buddhas rechter Hand symbolisiert die Lehre des Buddhismus.

. 13 Predigt des Buddha

Ableben des Buddha

Relief (Schiefer). Kushan-Periode, 2. Jh. u.Z.; Gandhara; 39,4 x 57,2cm
Bild © Alain Truong. (Letzter Zugriff: 2016/10/8)

Greaco-buddhistische Darstellung von Buddhas Ableben (parinirvana); obwohl Buddha friedlich entschlafen ist, sind seine Anhänger außer sich vor Schmerz. Lediglich die Figur am Fußende des Buddha trägt die Szene mit Fassung. Es ist dies der Buddha-Schüler Kaśyapa, der Buddhas Lehre verstanden hat. Die Darstellung entspricht der Schilderung von Buddhas Ableben im Mahaparinirvana Sutra. In späteren Darstellungen des Mahayana Buddhismus ist der Kontrast im Ausdruck des Schmerzes beibehalten worden, doch nehmen Bodhisattvas die Rolle der gefassten Trauernden ein, während die Buddha-Jünger typischerweise verzweifeln. (Vgl. Nehanzu.jpg.)

. 14 Ableben des Buddha

Alchi, Ladakh

Bodhisattva Maitreya

Statue, daibutsu (Stein). Indien; Kloster Sumtseg in Alchi, Ladakh; Höhe: 463 cm
Bild © Christian Luczanits & Jaroslav Poncar. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Auf dem Hüfttuch (dhoṭī) dieser Statue des Maitreya (Miroku) ist die gesamte Heiligenlegende des historischen Buddha abgebildet.

. 15 Maitreya, Alchi

Die folgendenen Ab­bil­dun­gen stam­men aus Alchi, einem bud­dhis­ti­schen Kloster­komplex im westlichen, in­di­schen Teil des Himalaya (Ladakh). Alle Detail­bilder aus Bud­dhas Leben sind auf dem Hüft­tuch (dhoṭīdhoṭī धोटी traditionelles Beinkleid der indischen Männer ) einer knapp 5m hohen Skulptur des Bodhi­sattva MaitreyaMaitreya मैत्रेय „Der Freundliche, der Liebevolle“, Buddha der Zukunft, jap. Miroku 弥勒 En no GyojaHachimanArhatsDaibutsu StatuenHonji suijaku... mehr, des „Buddhas der Zukunft“, zu finden. Die Bilder ent­stam­men dem Web-Projekt Indian and Tibetan Buddhist Art von Christian Luczanits & Jaros­lav Pon­car und wur­den mit freund­licher Ge­neh­mi­gung der Au­toren hier re­pro­du­ziert. Luczanits schreibt in der Ein­lei­tung zur Bil­der­serie von Bud­dhas Leben:

The depiction of the legend on Maitreya’s dhoti is a unique inter­pre­tation of the Bud­dha’s life that not only in­cor­po­rates the dif­ferent authori­tative tradi­tions but also success­fully hints to­wards the true nature of the Bud­dha in Maha­yana. The life of a Bud­dha is nothing else than the mar­vellous dress of a super-human, namely Mai­treya, who is himself an emana­tion of the true nature of a Bud­dha re­presented as Vairocana in his crown.4

Geburt Buddhas

Wandmalerei, nyorai. Indien; Kloster Sumtseg in Alchi, Ladakh
Bild © Christian Luczanits & Jaroslav Poncar. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Königin Maya hält sich während der Geburt an den Zweigen eines Baumes fest.

Siddhartha verlässt erstmals den Königspalast

Nyorai

Siddhārtha, der historische Buddha (auch Śākyamuni; jap. Shaka Nyorai), verlässt erstmals seine Geburtsstätte, den Königspalast, um die legändären Vier Ausfahrten zu machen.

. 16. 17 (li.) Geburt Buddhas; (re.) Siddhartha verlässt erstmals den Königspalast

Siddhartha kleidet sich in Leichentücher

Wandmalerei, nyorai. Indien; Kloster Sumtseg in Alchi, Ladakh

Siddhārtha treibt die Askese soweit, dass er nur die Kleider von Toten als Schutz vor der Witterung akzeptiert.

Verführung unter dem Bodhi-Baum

Wandmalerei, nyorai. Indien; Kloster Sumtseg in Alchi, Ladakh
Bild © Heinzjimmybaumgartner, Blog. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Siddhārtha ist während der Meditation unter dem bodhi-Baum Verführungen und Einflüsterungen ausgesetzt.

Buddha predigt seinen Schülern

Wandmalerei, nyorai. Indien; Kloster Sumtseg in Alchi, Ladakh

Der historische Buddha Śākyamuni hält seinen Schülern Lehrreden.

. 18. 19. 20 Askese, Meditation und Predigt des Buddha

Borobudur

Borobudur

Tempel (Stein). 8.–9.Jh.; „UNESCO Kulturerbe“; Java, Indonesien
Bild © Jorge de la Torriente, flickr, 2011. (Letzter Zugriff: 2016/7/17)

Stupa-Berg von Borobudur, dem weltweit größten Mandala auf der Insel Java.

. 21 Borobudur

BorobudurBorobudur größtes buddhistisches Monument in Java, Indonesien, in Gestalt eines dreidimensionalen Mandala Stupa gilt als das größte buddhistische Monu­ment weltweit (s. Pagoden und Stupas außerhalb Japans. Es befin­det sich auf der Insel Java, die einst ein wich­tiges Binde­glied auf dem Seeweg von Indien nach China dar­stellte. Java wurde im 8. und 9. Jh. von der buddhis­tischen Sailendra Dynastie beherrscht, die für die Er­rich­tung des Monu­ments ver­antwort­lich ist. Es handelt sich um ein be­geh­bares, drei­dimensio­nales Mandalamaṇḍala मण्डल „Kreis“, schematische Darstellung der kosmischen Ordnung, jap. mandara 曼荼羅 Mandala, ein Berg aus Skulp­turen, der die buddhis­tische Welt als Ganzes re­präsen­tiert. Jede Fläche des Monu­ments ist mit Reliefs dekoriert, die u.a. das Leben des histori­schen Buddha zum Inhalt haben.

Buddha wird Asket

Relief (Stein), Detail. 9. Jh.; Borobudur, Java
Bild © The Life of the Buddha (Lalitavistara) from Borobudur, Bhante Anandajoti. (Letzter Zugriff: 2016/10/9)

Am Beginn seiner Askese schneidet sich Siddhārtha, der zukünftige Buddha, das Haupthaar ab. Wandrelief aus Borobudur.

. 22 Beginn der Askese des Buddha

Versuchungen des meditierenden Buddha

Relief (Stein), Detail. 9. Jh.; Borobudur, Java
Bild © The Life of the Buddha (Lalitavistara) from Borobudur, Bhante Anandajoti. (Letzter Zugriff: 2016/10/9)

Während seiner Meditation versuchen die Töchter des dämonischen Mara, den zukünftigen Buddha zu verführen und so von seinem Erlösungsweg abzubringen. Wandrelief aus Borobudur.

. 23 Meditation und Verführung des Buddha

Erste Predigt des Buddha

Relief (Stein), Detail. 9. Jh.; Borobudur, Java
Bild © The Life of the Buddha (Lalitavistara) from Borobudur, Bhante Anandajoti. (Letzter Zugriff: 2016/10/9)

Buddha während seiner ersten Predigt in Benares. Wandrelief aus Borobudur.

. 24 Erste Predigt des Buddha

Dunhuang

Mogao Höhlen

Tempelanlage; Dunhuang
Bild © Silk History and Uses. (Letzter Zugriff: 2017/3/8)

Reste der höhlenartigen buddhistischen Tempelanlage Mogao bei der Oase Dunhuang im Norwesten Chinas. Die meisten Höhlen sind innen mit prächtigen Frescos geschmückt.

. 25 Dunhuang

Die Wüstenoase DunhuangDunhuang 敦煌 Oasenstadt an der Seidenstraße zwischen dem Tarim-Becken und China; zumeist von China, aber zeitweise auch von Tibet beherrschtes Handelszentrum; buddhistisches Zentrum mit ausgedehnten Höhlentempeln Bishamon-tenShotoku TaishiNio stellte für lange Zeit einen wichtigen Knotenpunkt dar, an dem die internationale Handelsroute, die heute als „Seidenstraße“ bekannt ist, in den chinesischen Kulturraum überging. Angeregt durch den Handel entwickelte sich Dunhuang zu einem politischen und kulturellen Zentrum, von dem auch ein wichtiger Impuls der buddhistischen Missionierung Chinas ausging. Von der buddhistischen Kultur Dunhuangs, die während der TangTang chin. Herrschaftsdynastie, 618–907 TempelBishamon-tenNioJenseits... mehr-Zeit ihren Höhepunkt erlebte, zeugen unter anderem die zahlreichen Felsentempel, die sog. Tausend-Buddha-Höhlen, die Jahrhunderte lang vergessen und erst Anfang des 20. Jahrhunderts von westlichen und japanischen Archäologen wiederentdeckt wurden. Die in Dunhuang erhaltenen Texte und Bilder stellen auch für den japanischen Buddhismus wichtige Quellen dar.

Im British Museum befinden sich u.a. diverse TangTang chin. Herrschaftsdynastie, 618–907 TempelBishamon-tenNioJenseits... mehr-zeitlich Stoffbanner aus Dunhuang, auf denen das Leben Buddhas dargestellt ist.

Buddhas Geburt

Hängerollbild (Seide, bemalt), Detail. Tang-Zeit, 9. Jh.; Dunhuang, Qianfo Dong (Tausend Buddha Höhlen)
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/10/9)

Zwei Szenen von Buddhas Geburt, nämlich die Waschung des Babies und die ersten Schritte. Die Geburt selbst (aus der rechten Taille seiner Mutter) ist hier nicht dargestellt. Die Waschung wird von neun nāgas überwacht, die hier als chinesische Drachen dargestellt sind.

. 26 Buddhas Geburt

Buddha begegnet dem Alter und der Krankheit

Hängerollbild (Seide, bemalt). Tang-Zeit; Dunhuang, Qianfo Dong (Tausend Buddha Höhlen)
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/10/9)
Marc Aurel Stein

Prinz Siddhartha, der zukünftige Buddha, begegnet auf seinen sog. Vier Ausfahrten erstmals dem menschlichen Leid, in Form von Alter, Krankheit, Tod und Askese, was ihn schließlich auf den Weg der Entsagung bringt. Das Banner mit zwei Darstellungen dieser Episode trägt die Inschriften „Wie der Prinz die Stadt durch das Osttor verließ und einen Alten sah“ und „Wie der Prinz die Stadt durch das Südtor verließ und einen Kranken sah“. Es gehörte wahrscheinlich zu einem Set von Illustrationen zu Buddhas Leben.

. 27 Buddhas Ausfahrten

Verweise

Fußnoten

  1. Laut einer tradi­tio­nellen Da­tie­rung lebte Bud­dha von 563–483 v.u.Z. Diese ge­nauen An­ga­ben wer­den heute aller­dings in Zwei­fel ge­zo­gen.
  2. Der Pali-Kanon, eine der ältesten Schrif­ten­samm­lun­gen des Bud­dhis­mus, enthält u.a. eine Samm­lung von über 500 Er­zäh­lun­gen zu Bud­dhas Leben, deren Haupt­akzent auf Bud­dhas Leben in frü­he­ren Existenzen liegt. Diese Er­zäh­lun­gen werden als Jātakajātaka जातक „Wiedergeburtsgeschichte“, Heiligenlegende des Buddha, jap. honjōtan 本生譚 oder honjōkyō 本生経 Opfer (Wie­der­ge­burts­ge­schich­ten) be­zeich­net. Oft­mals spielen hier Tiere eine tra­gen­de Rolle, denn der Bud­dha hatte in frü­he­ren Existenzen ja auch nicht-mensch­liche Formen der Wieder­geburt durch­laufen. Die Bio­gra­phie des his­to­ri­schen Bud­dhas ist jedoch auch in den Jātakas ent­hal­ten und zwar in der Einleitenden Erzählung der Wie­der­ge­burts­ge­schich­ten (Übersetzung J. Dutoit 1906, Digitalisierung: Volker Junge).
  3. Der Ge­rechtig­keit halber muss er­wähnt werden, dass Rahula schluss­end­lich auch in die bud­dhis­tische Or­dens­ge­mein­schaft auf­ge­nom­men wurde. Den­noch ist Bud­dhas kaltes Ver­hält­nis zu sei­nem Sohn als Bei­spiel der so­ge­nann­ten „Haus­losig­keit“, also der be­wuss­ten Ab­kehr von Haus und Fa­mi­lie des idea­len bud­dhis­ti­schen Mönchs an­zu­sehen.
  4. Christian Luczanits, http://www.luczanits.net/sites/Alchi/Sumtsek.html (Okt. 2016).

Bilderläuterungen

  1. Buddha palast.jpg

    Buddha als Prinz

    Querbildrolle (Papier, bemalt), Detail. Nara-Zeit, 8. Jh.; aus Kako genzai e-inga-kyô; „Besonderes Kulturgut“; 26,4 x 115,9cm
    Bild © Nara National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/10/5)

    Siddhārtha, der zukünftige Buddha, genießt das angenehme Leben eines Prinzen. Die Illustration stammt aus einer der ältesten illustrierten Versionen der Buddha-Vita aus der der Nara-Zeit.

  2. Buddha geburt.jpg

    Buddhas Geburt

    Hängerollbild (Seide, Farbe), Detail. Muromachi-Zeit, 15. Jh.; 75 x 111,5 cm
    Bild © Metropolitan Museum of Art, New York. (Letzter Zugriff: 2016/10/5)

    Im Blumengarten von Lumbini erblickt der zukünftige Buddha zum letzten Mal das Licht der Welt. Er wird dabei aus der rechten Seite seiner Mutter geboren, ein Zeichen, dass er die „Unreinheit“ der Geburt nicht erfahren hat.

  3. Ausfahrt ingakyo.jpg

    Ausfahrt des Prinzen Siddhartha

    Querbildrolle, emaki (Papier), Detail. Nara-Zeit, 8. Jh.; „Nationalschatz“; Ōhara Bijutsukan, Okayama
    Bild © Bunka Isan. (Letzter Zugriff: 2016/10/5)

    Prinz Siddhārtha, der zukünftige Buddha, verlässt den Palast seines Vaters und begegnet einem Kranken. Nach weiteren Begegnungen mit einem Alten, einem Toten und einem Asketen beschließt er, selbst Asket zu werden. Die Illustration stammt aus einer der ältesten illustrierten Versionen der Buddha-Vita aus der der Nara-Zeit.

  4. Asket ingakyo.jpg

    Siddhārtha begegnet einem Asketen

    Querbildrolle (Papier, bemalt), Detail. Nara-Zeit, 8. Jh.; aus Kako genzai e-inga-kyô; 26,4 x 115,9cm
    Bild © Nara National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/10/5)

    Prinz Siddhārtha, der zukünftige Buddha, verlässt den Palast seines Vaters und begegnet einem Asketen. Zuvor hat er erstmals einen Alten, einen Kranken und einen Toten gesehen und verstanden, das alle irdische Existenz auf Leid hinausläuft. Er beschließt nun, selbst Asket zu werden. Die Illustration stammt aus einer der ältesten illustrierten Versionen der Buddha-Vita aus der der Nara-Zeit.

  5. Askese ingakyo.jpg

    Siddhartha als Asket

    Querbildrolle, emaki (Papier, bemalt), Detail. Kamakura-Zeit, 13. Jh.; aus E-inga-kyō; 28,3 x 40,3 cm
    Bild © Museum of Fine Art, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/10/5)

    Prinz Siddhārtha übt sechs Jahre lang strengste Askese.

  6. Ingakyo meditation.jpg

    Buddha in Meditation

    Querbildrolle, emakimono (Papier, bemalt). Kamakura-Zeit, 13. Jh.; aus E-inga-kyō (Illustriertes Sutra von Ursache und Wirkung)
    Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/10/5)

    Am Ende seiner Lehrjahre meditiert Buddha, um schließlich die volle Erleuchtung zu erfahren. In dieser Zeit wird er von diversen Versuchungen durch den Dämon Mara heimgesucht. Auf dem Bild sind links die Töchter des Mara zu sehen, die ihn verführen sollen während rechts die Krieger des Mara erfolglos auf den Buddha schießen: Die Pfeile werden einfach umgeleitet.

  7. Versuchungen ingakyo.jpg

    Meditation und Versuchung des Buddha

    Querbildrolle, emaki (Papier, bemalt). Kamakura-Zeit, 13. Jh.; aus Inga-kyō; 27.8 x 156.5cm
    Bild © Metropolitan Museum of Art. (Letzter Zugriff: 2016/10/5)

    Am Ende seiner Lehrjahre meditiert Buddha, um schließlich die volle Erleuchtung zu erfahren. In dieser Zeit wird er von diversen Versuchungen durch den Dämon Mara heimgesucht. In dieser Version des Inga-kyō sind die Bestien, die dabei zum Einsatz kommen, besonders drastisch ausgeführt.

  8. Buddha predigt ingakyo.jpg

    Buddha, predigend

    Querbildrolle, emaki (Papier, bemalt), Detail. Nara-Zeit, 8. Jh.; 25,7 × 27,3 cm
    Bild © Metropolitan Museum of Art. (Letzter Zugriff: 2016/10/5)

    Flankiert von seine Schülern (erkennbar am geschorenen Haupt) predigt Buddha zu frommen Laien.

  9. Devadatta hokusai.jpg

    Devadattas Höllenfahrt

    Buchillustration (Papier, Tusche) von Katsushika Hokusai; aus Shaka go-ichidai zue („Das Leben des Shakyamuni, illustriert“, Textautor Kokado Yatei), Bd. 5, 1845
    Bild © Waseda University Library. (Letzter Zugriff: 2015/8/26)

    Das Bild stammt aus einem Buch mit Legenden aus Buddhas Leben. Es zeigt Buddha, umgeben von mehreren Jüngern und im Vordergrund Buddhas Gegenspieler, seinen Cousin Devadatta, der aus Eifersucht diverse Anschläge auf Buddhas Leben unternahm. Das Bild trägt folgende Inschrift: „Devadatta, der dem Welt-Heiligen [Buddha] schaden wollte, wie er bei lebendigem Leib in die Hölle stürzt.“

  10. Nehanzu.jpg

    Eintritt des Buddha ins Nirvana

    Hängerollbild, nehanzu (Seide, Farbe), Detail. Kamakura-Zeit, 14. Jh.; 196,9 × 188,6 cm
    Bild © Metropolitan Museum of Art, New York. (Letzter Zugriff: 2016/10/5)

    Bei Buddhas Tod, der gleichzeitig seinen Eintritt ins Nirvāṇa bedeutet, klagen nicht nur seine menschlichen Schüler. Auch diverse Schutzgottheiten können sich vor Schmerz kaum fassen. Lediglich die edlen Bodhisattvas sind in der Lage, ihre Gefühle im Zaum zu halten.

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    Geburt Buddhas

    Relief. Gandhara, Kushan-Periode, 2.–3. Jh. u.Z.; Freer Gallery of Art, Washington
    Bild © Daderot, Wikimedia Commons, 2013. (Letzter Zugriff: 2016/10/8)

    Der zukünftige BuddhaBuddha बुद्ध „Der Erleuchtete“, jap. butsu (hotoke) 仏 oder Budda 仏陀 RegenmachenAmidismusKamikazeVier Wahrheiten... mehr wird aus der rechten Taille seiner Mutter Maya geboren, die gerade im Garten von Lumbinī lustwandelt und sich an den Zweigen eines Baumes festhält.

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    Ausfahrt des Buddha

    Relief (Stein). Gandhara, Kushan-Periode, 2 Jh. u.Z.; Indian Museum, Kolkata; 48 x 54 x 8,6 cm
    Bildquelle: Printerest. (Letzter Zugriff: 2016/10/8)

    Prinz Siddhārtha verlässt heimlich den Palast seines Vaters, um die reale Welt kennen zu lernen. Dies ist ihm u.a. mit Hilfe von Halbgöttern möglich, die die Hufe seines Pferdes halten, damit kein Lärm entsteht.

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    Buddhas Predigt in Sarnath

    Skulptur (grauer Schiefer). Kushan Periode, 3. Jh.; Gandhara im heutigen Pakistan; 28,6 x 32,4 cm
    Bild © Metropolitan Museum of Art. (Letzter Zugriff: 2016/8)
    Gift of Daniel Slott, 1980

    Buddhas erste Predigt im sog. Hirschpark von Sarnath. Als nackter, Herkules-artiger Leibwächter (mit Knüppel) ist Vajrapāṇi hinter dem Buddha zu sehen. Diese graeco-romanische Figur ist typisch für die frühe buddhistische Ikonographie. Das Rad in Buddhas rechter Hand symbolisiert die Lehre des Buddhismus.

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    Ableben des Buddha

    Relief (Schiefer). Kushan-Periode, 2. Jh. u.Z.; Gandhara; 39,4 x 57,2cm
    Bild © Alain Truong. (Letzter Zugriff: 2016/10/8)

    Greaco-buddhistische Darstellung von Buddhas Ableben (parinirvana); obwohl Buddha friedlich entschlafen ist, sind seine Anhänger außer sich vor Schmerz. Lediglich die Figur am Fußende des Buddha trägt die Szene mit Fassung. Es ist dies der Buddha-Schüler Kaśyapa, der Buddhas Lehre verstanden hat. Die Darstellung entspricht der Schilderung von Buddhas Ableben im Mahaparinirvana Sutra. In späteren Darstellungen des Mahayana Buddhismus ist der Kontrast im Ausdruck des Schmerzes beibehalten worden, doch nehmen Bodhisattvas die Rolle der gefassten Trauernden ein, während die Buddha-Jünger typischerweise verzweifeln. (Vgl. Nehanzu.jpg.)

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    Bodhisattva Maitreya

    Statue, daibutsu (Stein). Indien; Kloster Sumtseg in Alchi, Ladakh; Höhe: 463 cm
    Bild © Christian Luczanits & Jaroslav Poncar. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Auf dem Hüfttuch (dhoṭī) dieser Statue des Maitreya (Miroku) ist die gesamte Heiligenlegende des historischen Buddha abgebildet.

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    Geburt Buddhas

    Wandmalerei, nyorai. Indien; Kloster Sumtseg in Alchi, Ladakh
    Bild © Christian Luczanits & Jaroslav Poncar. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Königin Maya hält sich während der Geburt an den Zweigen eines Baumes fest.

  17. Alchi buddha excursion.jpg

    Siddhartha verlässt erstmals den Königspalast

    Nyorai

    Siddhārtha, der historische Buddha (auch Śākyamuni; jap. Shaka Nyorai), verlässt erstmals seine Geburtsstätte, den Königspalast, um die legändären Vier Ausfahrten zu machen.

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    Siddhartha kleidet sich in Leichentücher

    Wandmalerei, nyorai. Indien; Kloster Sumtseg in Alchi, Ladakh

    Siddhārtha treibt die Askese soweit, dass er nur die Kleider von Toten als Schutz vor der Witterung akzeptiert.

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    Verführung unter dem Bodhi-Baum

    Wandmalerei, nyorai. Indien; Kloster Sumtseg in Alchi, Ladakh
    Bild © Heinzjimmybaumgartner, Blog. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Siddhārtha ist während der Meditation unter dem bodhi-Baum Verführungen und Einflüsterungen ausgesetzt.

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    Buddha predigt seinen Schülern

    Wandmalerei, nyorai. Indien; Kloster Sumtseg in Alchi, Ladakh

    Der historische Buddha Śākyamuni hält seinen Schülern Lehrreden.

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    Borobudur

    Tempel (Stein). 8.–9.Jh.; „UNESCO Kulturerbe“; Java, Indonesien
    Bild © Jorge de la Torriente, flickr, 2011. (Letzter Zugriff: 2016/7/17)

    Stupa-Berg von Borobudur, dem weltweit größten Mandala auf der Insel Java.

  22. Borobudur beginn der askese.jpg

    Buddha wird Asket

    Relief (Stein), Detail. 9. Jh.; Borobudur, Java
    Bild © The Life of the Buddha (Lalitavistara) from Borobudur, Bhante Anandajoti. (Letzter Zugriff: 2016/10/9)

    Am Beginn seiner Askese schneidet sich Siddhārtha, der zukünftige Buddha, das Haupthaar ab. Wandrelief aus Borobudur.

  23. Borobudur verfuehrung.jpg

    Versuchungen des meditierenden Buddha

    Relief (Stein), Detail. 9. Jh.; Borobudur, Java
    Bild © The Life of the Buddha (Lalitavistara) from Borobudur, Bhante Anandajoti. (Letzter Zugriff: 2016/10/9)

    Während seiner Meditation versuchen die Töchter des dämonischen Mara, den zukünftigen Buddha zu verführen und so von seinem Erlösungsweg abzubringen. Wandrelief aus Borobudur.

  24. Borobudur erste predigt.jpg

    Erste Predigt des Buddha

    Relief (Stein), Detail. 9. Jh.; Borobudur, Java
    Bild © The Life of the Buddha (Lalitavistara) from Borobudur, Bhante Anandajoti. (Letzter Zugriff: 2016/10/9)

    Buddha während seiner ersten Predigt in Benares. Wandrelief aus Borobudur.

  25. Mogao caves.jpg

    Mogao Höhlen

    Tempelanlage; Dunhuang
    Bild © Silk History and Uses. (Letzter Zugriff: 2017/3/8)

    Reste der höhlenartigen buddhistischen Tempelanlage Mogao bei der Oase Dunhuang im Norwesten Chinas. Die meisten Höhlen sind innen mit prächtigen Frescos geschmückt.

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    Buddhas Geburt

    Hängerollbild (Seide, bemalt), Detail. Tang-Zeit, 9. Jh.; Dunhuang, Qianfo Dong (Tausend Buddha Höhlen)
    Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/10/9)

    Zwei Szenen von Buddhas Geburt, nämlich die Waschung des Babies und die ersten Schritte. Die Geburt selbst (aus der rechten Taille seiner Mutter) ist hier nicht dargestellt. Die Waschung wird von neun nāgas überwacht, die hier als chinesische Drachen dargestellt sind.

  27. Departure dunhuang.jpg

    Buddha begegnet dem Alter und der Krankheit

    Hängerollbild (Seide, bemalt). Tang-Zeit; Dunhuang, Qianfo Dong (Tausend Buddha Höhlen)
    Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/10/9)
    Marc Aurel Stein

    Prinz Siddhartha, der zukünftige Buddha, begegnet auf seinen sog. Vier Ausfahrten erstmals dem menschlichen Leid, in Form von Alter, Krankheit, Tod und Askese, was ihn schließlich auf den Weg der Entsagung bringt. Das Banner mit zwei Darstellungen dieser Episode trägt die Inschriften „Wie der Prinz die Stadt durch das Osttor verließ und einen Alten sah“ und „Wie der Prinz die Stadt durch das Südtor verließ und einen Kranken sah“. Es gehörte wahrscheinlich zu einem Set von Illustrationen zu Buddhas Leben.

Links

Letzte Überprüfung der Linkadressen: Sept. 2016

Literatur

  • Buddhacarita (Taten des Buddha), Aśvaghoṣa (2. Jh. u.Z.)
    Übersetzung der chin. Version aus dem 5. Jh. durch Charles Willemen, 2010.
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Ikonographie 
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„Buddhas Leben.“ In: Bernhard Scheid (Hg.), Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 27.8.2018). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Ikonographie/Shaka/Buddhas_Leben?oldid=70678