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Wo keine Devas den Zugang zu einem religiösen Bauwerk bewachen, tun es oft die so·ge·nannten {{glossar:komainu}} („Löwenhunde“). Allerdings sind sie nicht so im·po·sant und mächtig wie die {{glossar:niou}} und haben auch keine besonderen göttlichen Fähig·keiten. Man findet sie heute zumeist vor [[Bauten:Schreine | Shinto Schreinen]], sie hatten jedoch ur·sprüng·lich nichts mit shintoistischen {{Glossar:Kami}} zu tun, sondern kamen mit dem Bud·dhis·mus nach Japan. Ähnlich wie die Niō-Torwächter besitzen auch die japanischen ''komainu'' die Besonder·heit, dass immer ein Exemplar mit offenem, der andere mit ge·schlos·senem Maul dar·gestellt wird. Auch hier gibt es also {{glossar:agyou}} und {{glossar:ungyou}} (s. [[#Torw.C3.A4chter_.28Ni.C5.8D.29 | oben]]). Während ältere ''komainu'' durchaus gefährlich aus·sehen, haben rezentere Bei·spiele oft komische Züge. In manchen Schreinen und Tempeln werden sie auch durch andere Tiere ersetzt, v.a. in {{Glossar:Inari}} Schreinen durch [[Mythen:Füchse/Inari_Kitsune | Füchse]].
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Wo keine Devas den Zugang zu einem religiösen Bauwerk bewachen, tun es oft die so·ge·nannten {{glossar:komainu}} („Löwenhunde“). Allerdings sind sie nicht so im·po·sant und mächtig wie die {{glossar:niou}} und haben auch keine besonderen göttlichen Fähig·keiten. Man findet sie heute zumeist vor [[Bauten:Schreine | Shinto Schreinen]], sie hatten jedoch ur·sprüng·lich nichts mit shintoistischen {{Glossar:Kami}} zu tun, sondern kamen mit dem Bud·dhis·mus nach Japan. Ähnlich wie die Niō-Torwächter besitzen auch die japanischen ''komainu'' die Besonder·heit, dass immer ein Exemplar mit offenem, der andere mit ge·schlos·senem Maul dar·gestellt wird. Auch hier gibt es also {{glossar:agyou|''a-gyō''}} und {{glossar:ungyou|''un-gyō''}} (s. [[#Torw.C3.A4chter_.28Ni.C5.8D.29 | oben]]). Während ältere ''komainu'' durchaus gefährlich aus·sehen, haben rezentere Bei·spiele oft komische Züge. In manchen Schreinen und Tempeln werden sie auch durch andere Tiere ersetzt, v.a. in {{Glossar:Inari}} Schreinen durch [[Mythen:Füchse/Inari_Kitsune | Füchse]].
  
 
''Komainu'' bedeutet wörtlich „Korea-Hund“, ein anderer Name, {{glossar:karajishi}}, wäre aber als „chinesischer Löwe“ zu über·setzen. Die beiden Bilder unten zeigen, dass es sich ur·sprüng·lich tat·säch·lich um zwei ver·schie·dene Tiere handelte: Das linke besitzt ein Horn und wurde als „Korea-Hund“ an·ge·sehen. Das rechte hat eine Mähne und sieht eher wie ein Löwe aus. Erst in der späteren Ikono·graphie ver·mischten sich die beiden Typen zu einer ein·heit·lichen Spezies, die man wohl am besten als „Löwenhund“ bezeichnet.
 
''Komainu'' bedeutet wörtlich „Korea-Hund“, ein anderer Name, {{glossar:karajishi}}, wäre aber als „chinesischer Löwe“ zu über·setzen. Die beiden Bilder unten zeigen, dass es sich ur·sprüng·lich tat·säch·lich um zwei ver·schie·dene Tiere handelte: Das linke besitzt ein Horn und wurde als „Korea-Hund“ an·ge·sehen. Das rechte hat eine Mähne und sieht eher wie ein Löwe aus. Erst in der späteren Ikono·graphie ver·mischten sich die beiden Typen zu einer ein·heit·lichen Spezies, die man wohl am besten als „Löwenhund“ bezeichnet.

Version vom 12. Oktober 2010, 12:00 Uhr

Wächtergötter und andere gestrenge Herren

Jedes religiöse Bauwerk in Japan, egal ob buddhistisch oder shinto­istisch, groß oder klein, bedarf zweier Wächter, die paar­weise links und rechts des Haupt­tores auf­ge­stellt sind. Sie halten böse Geister vom Heilig­tum fern und flößen den Gläubigen Respekt ein. Die Wächter bud­dhis­tischer Tempel gehören meist zur großen Gruppe der buddhistischen Devas, Schutz­götter mit indischem Ursprung (jap. tenbutenbu 天部 Gruppe der indischen bzw. aus Indien übernommene Gottheiten (skt. Deva) Bishamon-tenKamakuraIkonographieGluecksgoetterKannon... mehr, oder -ten-ten wtl. Himmel; Göttertitel für eine eine aus Indien übernommene Gottheit (skt. deva) IkonographieGluecksgoetterDaikokuJunishi; -ten steht für „Himmel“, ist im Buddhismus aber ein Titel für einen Gott, bzw. ein Über­setzungs­wort für skt. deva, „Gott“). Viele dieser Devas sind aus­ge­sprochen kriegerisch. Sie erinnern ihrem Aus­sehen nach an die myōōmyōō 明王 wtl. Licht-König, auch „Mantra-König“ oder „Weisheits-König“; meist zornvoll dargestellte Schutzgottheit; skt. Vidyaraja KamakuraIkonographieDaikokuKannonBato Kannon... mehr, stehen aber hier­archisch tiefer (d.h. sie sind nicht ganz so erleuchtet und nicht ganz so mächtig). Auch treten sie zumeist in Zweier-, Vierer- oder noch größeren Gruppen auf. Diese Gruppen­ge­bunden­heit verleiht den Tenbu einen militärischen Charakter, was sie wiederum besonders als Wächterfiguren prädestiniert.

Torwächter (Niō)

Die Tempeltorwächter, denen man üblicherweise an den Eingängen großer Tempel be­gegnet, werden niōniō 仁王 Wächterfigur, Torwächter BautenNikkoTempelTempeltoreVajrapani... mehr genannt, was wörtlich „barm­herzige Könige“ bedeutet. Trotz dieses Namens schauen sie stets finster und furcht­ein­flößend drein. Die meisten Niō sind mit einem ein­zackigen Vajra be­waffnet, der aussieht wie ein an beiden Enden an­ge­spitzter Spieß. Ein Vajra (jap. kongōkongō 金剛 skt. Vajra; „Diamant“, magische Waffe, Donnerkeil KukaiMyoo) ist eine Art magische Waffe. Von diesem Vajra leiten sich auch andere Be­zeich­nungen für die Tor­wächter ab, die besser zu ihrem Aus­sehen passen: kongō rikishikongō rikishi 金剛力士 Buddhistische Wächterfigur, „Vajra-Kraftkerl“; Synonym Niō Vajrapani, kongōshukongōshu 金剛手 Vajra-Hand, skt. Vajrapani; s.a. Niō VajrapaniMyoo, Kongō-ten oder Kongō-shin. Alle diese Namen bedeuten in etwa „Vajra-Gottheit“ und weisen auf die Ver­wandt­schaft dieser Tor­wächter mit dem „Leib­wächter“ des Buddha, Vajrapani hin.

vajra
Verschiedene Vajra (kongō) mit 5, 1 und 3 Zacken

A und HUM

Torwächter treten stets paarweise auf. In ihrer Darstellung gibt es immer einen kleinen, aber signifikanten Unter­schied: Einer hat den Mund geöffnet, der andere geschlossen. Der eine spricht nämlich gerade das Mantra „A“ aus, die erste Silbe des Sanskrit-Alphabets, der andere das Mantra „HUM“ (jap. un, bzw. n), die letzte Silbe. Zu­sammen ergeben die beiden Mantren a[h]um ("alpha und omega"), Anfang und Ende, die Ge­samt­heit aller Dinge. Die beiden Niō werden daher auch als a-gyōA-gyō 阿形 Bez. für einen Typ von Wächtergottheit (niō) mit geöffnetem Mund; wtl. „A-Form“ (Figur, die ein „A“ ausspricht); Gegenstück von UN-gyō NioImaginaere Tiere (A-Form) und un-gyōUN-gyō 吽形 wtl. „HUM-Form“; Figur, die das Sanskritzeichen „HUM“, jap. un, ausspricht, und daher mit geschlossenem Mund dargestellt wird; Gegenstück von A-gyō (offener Mund); s.a. niō NioImaginaere Tiere (HUM-Form) bezeichnet.

Die Vier Himmelskönige

Die Gruppe der Vier Himmelskönige (Shi-TennōShi-Tennō 四天王 wtl. Vier Himmelskönige, die aber eher als Himmelswächter auftreten und jeweils eine Himmelsrichtung beschützen; angeführt von Bishamon-ten, dem Wächter des Nordens; der Ausdruck wird auch für diverse Gruppen von vier Kriegern angewendet Bishamon-tenShotoku TaishiGluecksgoetterOni und Kappa... mehr) repräsentiert die Himmelsrichtungen und bietet sich daher als Schutz vor Geistern aus allen Richtungen an. Dieser Aspekt wird in vielen Skulpturen deutlich, wo die Shitennō auf zu­sammen­getreten Dämonen stehen. Anführer der Himmels­könige ist Bishamon-tenBishamon-ten 毘沙門天 Himmelswächter des Nordens, Glücksgott; abgeleitet von einem indischen Gott des Reichtums, Vaishravana Bishamon-tenVajrapaniGluecksgoetterDaikokuEbisu... mehr, alias Tamon-ten („der Alles Hörende“), der Hüter des Nordens. Er wird auch un­ab­hängig von den anderen Königen als Glücksgott verehrt.

Die Bezeichnung „Himmelskönig“ wird wie der japanische Tenno aus­ge­sprochen, aber mit anderen Zeichen ge­schrieben. In ganz Japan gibt es Tempel, Shitennō-ji oder Tennō-ji, in denen sie als Gruppe ver­ehrt werden. Auch der erste staatliche Tempel Japans, der Shitennō-jiShitennō-ji 四天王寺 buddh. Tempel im heutigen Ōsaka; zählt zusammen mit dem Asuka-dera zu den beiden ältesten Tempeln Japans (Gründung 593) ToriiBishamon-tenShotoku TaishiShinto... mehr in Osaka (Gründung 593) war ihnen geweiht.

Obwohl die Vier Himmelskönige auf indische Devas zurückgehen, ist ihre ikono­graphische Dar­stel­lung stark von China geprägt. Sie tragen chinesische Rüstungen und ihr Gesicht hat die chinesische Symbol­farbe ihrer jeweiligen Richtung: Osten — grün, Süden — rot, Westen — weiß, Norden — schwarz.

4ten O.jpg
Jikoku-ten (skt. Dhritarashtra) // Statue, tenbu. Kamakura-Zeit; Yakushi-ji, Nara // // Jikoku-ten, der Himmelskönig des Ostens. Einer der vier Himmelskönige (Shi-Tennō) des Tempels.
4ten S.jpg
Zōjō-ten (skt. Virudhaka) // Statue, tenbu. Kamakura-Zeit; Yakushi-ji, Nara // Bild © urushi-art (letzter Zugriff: 2016/8) // Zōjō-ten, der Himmelskönig des Südens. Einer der vier Himmelskönige (Shi-Tennō) des Tempels.
4ten W.jpg
Kōmoku-ten (skt. Virupaksha) // Statue, tenbu. Kamakura-Zeit; Yakushi-ji, Nara // // Kōmoku-ten, Himmelskönig des Westens. Einer der vier Himmelskönige (Shi-Tennō) des Tempels.
4ten N.jpg
Tamon-ten oder Bishamon-ten (skt. Vaishravana) // Statue, tenbu. Kamakura-Zeit; Yakushi-ji, Nara // // Bishamon-ten, Himmelskönig des Nordens und zugleich Anführer aller Himmelswächter (Shi-Tennō). Zählt außerdem zu den Sieben Glücksgöttern (Shichi Fukujin). Auf seiner offenen Handfläche sollte eigentlich eine Pagode stehen.
Die Vier Himmelskönige. Yakushi-ji, Nara, Kamakura-Zeit.

Die Zwölf Generäle

Neben den Himmelskönigen gibt es noch eine andere kriegerische Tenbu-Truppe, die Zwölf Gött­lichen Generäle (Jūni ShinshōJūni Shinshō 十二神将 Die Zwölf Göttlichen Generäle Bishamon-tenJunishi) des Yakushi NyoraiYakushi Nyorai 薬師如来 Buddha der Medizin; skt. Bhaisajyaguru NikkoTempelDaibutsu StatuenOkuninushiOpfer... mehr. Ähnlich wie die Vier Könige stehen auch die Zwölf Generäle mit kosmologischen und astrologischen Kategorien ( 12 Tierkreiszeichen) in Verbindung. In dieser Gruppe begegnen wir übrigens ein weiteres Mal dem Bishamon-ten.

Fūjin und Raijin

Statt der oben erwähnten Niō können auch der Windgott (FūjinFūjin 風神 Windgott; auch Fū-ten Wind und Donner) und der Donnergott (RaijinRaijin 雷神 Donnergott; auch Rai-ten Wind und DonnerGeisterNamazu-e) am Ein­gang eines Tempels Wache stehen. Fūjin und Raijin werden auch als Fū-ten und Rai-ten be­zeich­net, was sie als Ab­kömmlinge der indischen Devas (tenbu) auszeichnet. Sie sind eng mit der Ver­ehrung des Bodhisattva KannonKannon 観音 auch Kanzeon 観世音, wtl. der den Klang der Welt erhört; skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin; als Bodhisattva des Mitleids bekannt PhalluskulteFushimiKasugaNikkoBekannte Tempel... mehr verbunden. Als Wächter­ge­stalten findet man sie z.B. im Ein­gangs­tor des Sensō-ji, des Kannon-Tempels in Asakusa, Tokyo, das daher auch Kaminari-monKaminari-mon 雷門 Kaminari-mon, wtl. Donnertor; Haupttor des Sensō-ji in Tōkyō Asakusa, Donner-Tor, ge­nannt wird. Auch in der Halle der tausend Tausend­armigen Kannon-Statuen in Kyoto (Sanjūsangen-dōSanjūsangen-dō 三十三間堂 33 Klafter Halle; Kannon-Tempelhalle in Kyōto KannonWind und DonnerHungergeister) sind zwei sehr schöne Bei­spiele dieser beiden Götter zu finden. Das berühmteste Wind-Donner­gott Paar ist aber auf einem Wand­schirm des EdoEdo 江戸 Hauptstadt der Tokugawa-Shōgune, heute: Tōkyō; auch: Zeit der Tokugawa-Dynastie, 1600–1867 (= Edo-Zeit); ShichigosanMatsuriPhalluskulteMoencheWuerdentraeger... mehr-zeitlichen Künstlers Ogata Kōrin (1658–1716) abgebildet. Hier sind die beiden Götter erstmals als Hauptpersonen dargestellt.

  • raijin_ogata.jpg
    Donnergott (raijin) // Wandschirmgemälde, tenbu von Ogata Kōrin (1658–1716) // Bildquelle: Wikimedia Commons (jap.) (letzter Zugriff: 2016/8) // Abbildung des Donnergottes (Raijin). Nach einer Vorlage von Sōtatsu (um 1600).
  • fujin_ogata.jpg
    Windgott (fūjin) // Wandschirmgemälde, tenbu von Ogata Kōrin (1658–1716) // Bild © Wikimedia Commons (jap.) (letzter Zugriff: 2016/8) // Abbildung des Windgottes (Fūjin). Nach einer Vorlage von Sōtatsu (um 1600).
Donnergott und Windgott

Komainu

Wo keine Devas den Zugang zu einem religiösen Bauwerk bewachen, tun es oft die so­ge­nannten komainukomainu 狛犬 wtl. „Korea-Hund“, auch „Löwenhund“; Wächterfigur vor religiösen Gebäuden NikkoSchreineNioImaginaere TiereKomainu... mehr („Löwenhunde“). Allerdings sind sie nicht so im­po­sant und mächtig wie die niōniō 仁王 Wächterfigur, Torwächter BautenNikkoTempelTempeltoreVajrapani... mehr und haben auch keine besonderen göttlichen Fähig­keiten. Man findet sie heute zumeist vor Shinto Schreinen, sie hatten jedoch ur­sprüng­lich nichts mit shintoistischen kamikami Gottheit; im engeren Sinne einheimische oder lokale japanische Gottheit, Schreingottheit (s. jinja), Gottheit des Shintō AlltagAhnenkultGluecksbringerKamidanaMatsuri... mehr zu tun, sondern kamen mit dem Bud­dhis­mus nach Japan. Ähnlich wie die Niō-Torwächter besitzen auch die japanischen komainu die Besonder­heit, dass immer ein Exemplar mit offenem, der andere mit ge­schlos­senem Maul dar­gestellt wird. Auch hier gibt es also a-gyōA-gyō 阿形 Bez. für einen Typ von Wächtergottheit (niō) mit geöffnetem Mund; wtl. „A-Form“ (Figur, die ein „A“ ausspricht); Gegenstück von UN-gyō NioImaginaere Tiere und un-gyōUN-gyō 吽形 wtl. „HUM-Form“; Figur, die das Sanskritzeichen „HUM“, jap. un, ausspricht, und daher mit geschlossenem Mund dargestellt wird; Gegenstück von A-gyō (offener Mund); s.a. niō NioImaginaere Tiere (s. oben). Während ältere komainu durchaus gefährlich aus­sehen, haben rezentere Bei­spiele oft komische Züge. In manchen Schreinen und Tempeln werden sie auch durch andere Tiere ersetzt, v.a. in InariInari 稲荷 Reisgottheit, häufig von Fuchswächtern bewacht Bekannte SchreineFushimiBerg KoyaShinto-GoetterImaginaere Tiere... mehr Schreinen durch Füchse.

Komainu bedeutet wörtlich „Korea-Hund“, ein anderer Name, karajishikarajishi 唐獅子 wtl. „China-Löwe“, auch „Löwenhund“; Wächterfigur vor religiösen Gebäuden; Synonym für komainu; auch karashishi Imaginaere TiereKomainu, wäre aber als „chinesischer Löwe“ zu über­setzen. Die beiden Bilder unten zeigen, dass es sich ur­sprüng­lich tat­säch­lich um zwei ver­schie­dene Tiere handelte: Das linke besitzt ein Horn und wurde als „Korea-Hund“ an­ge­sehen. Das rechte hat eine Mähne und sieht eher wie ein Löwe aus. Erst in der späteren Ikono­graphie ver­mischten sich die beiden Typen zu einer ein­heit­lichen Spezies, die man wohl am besten als „Löwenhund“ bezeichnet.

  • koma_kamakura1.jpg
    Löwenhund (komainu) // Statue, komainu (Holz). Kamakura-Zeit; im Besitz des Staatlichen Museums Kyōto // Bild © Kyōto National Museum (letzter Zugriff: 2011/7) // Mit geschlossenem Maul entspricht dieser Löwenhund der „UN-Form“ (UN-gyō). Während man dieses gehörnte Tier wtl. als „Korea-Hund“ (komainu) bezeichnet, wird sein hornloser Partner „Löwe“ (shishi) genannt. (Bei den meisten rezenten Beispielen gibt es diese Unterscheidung nicht.)
  • koma_kamakura2.jpg
    Löwe (shishi) // Statue, shishi (Holz). Kamakura-Zeit; im Besitz des Staatlichen Museums Kyōto // Bild © Kyōto National Museum (letzter Zugriff: 2011/7) // Mit offenem Maul entspricht dieser Löwenhund der „A-Form“ (A-gyō). Seine Gestalt ist verhältnismäßig realistisch und evoziert den Eindruck eines starken, mächtigen Tieres. Während man seinen gehörnten Partner als „Korea-Hund“ (koma'inu) bezeichnet, wird dieses Exemplar „Löwe“ (shishi) genannt. (Bei den meisten rezenten Beispielen gibt es diese Unterscheidung nicht.)
Löwenhunde, Kamakura Zeit

Wie die Bezeichnungen „Korea-Hund“ und „China-Löwe“ andeuten, gibt es auch in China und Korea ähnliche Statuen vor bud­dhis­tischen Bau­werken. Außer­dem ähneln die komainu den Masken, die man in China und Japan beim „Löwentanz“ (jap. shishimai) einsetzt.

Weitere Tenbu-Gottheiten

Eine Sonderstellung unter den Deva-Gottheiten nimmt Enma-tenEnma 閻魔 skt. Yama; König oder Richter der Unterwelt; auch Enra; meist als Enma-ten oder Enma-ō angesprochen Heian ZeitIkonographieJizoMyoo... mehr (skt. Yama), der Oberste Richter der Unter­welt ein. Er be­herrscht einen dem chinesischen Be­amten­staat nach­empfundenen Gerichts­hof, der nach dem Ableben eines Menschen über dessen nächste Wieder­geburt entscheidet. Auf ihn wird im Kapitel „Mythen“, Jenseits­vorstellungen genauer eingegangen.

Daneben umfasst die Kategorie der Devas eine ganze Reihe weiblicher Gott­heiten, bei­spiels­weise Benzaiten. Sie wirken auf modernen Statuen meist mild und betont weiblich, im japanischen Mittel­alter konnten aber auch sie — ähnlich wie ihre Vor­gänger­innen im indischen Buddhismus — höchst un­heim­liche und martialische Erscheinungsformen annehmen.

Viele Deva-Gottheiten bekamen innerhalb des japanischen Pantheons eine Be­deutung zu­ge­sprochen, die weit über ihre Rolle im bud­dhis­tischen Kanon hin­aus­geht. Sie erfuhren Einzel­kulte, bekamen eigene Tempel und wurden schließ­lich soweit an die ein­heimischen Götter (kami) an­ge­glichen, dass sie heute auch in Shinto Schreinen ver­ehrt werden. Diesem Phänomen ist die folgende Seite der Glücksgötter gewidmet.

Ikonographie 
Diese Seite zitieren
„Wächtergötter und andere gestrenge Herren.“ In: Bernhard Scheid (Hg.), Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 12.10.2010). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Ikonographie/Waechtergoetter?oldid=17008