I-14

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Wie es dazu kam, dass ein Mönch, der das Herz-Sutra im Gedächtnis behielt, sichtbar gegenwärtige Vergeltung empfing, indem sich seltsame Zeichen kundtaten
SNKBT 30: 27-28, Bohner 1934: 83-84, Nakamura 1997: 125-126

Shaku Gikaku 釋義覚 stammte ursprünglich aus Paekche. Als jenes Reich - während der Zeit, als aus dem späteren Palast Okamoto (後) regiert wurde[1] - zerstört wurde, kam er in unser heiliges Land und wohnte im Kudara[2]-Tempel von Naniwa 難破. Der Dharma-Lehrer (法師) [Gigaku] war 7 shaku 尺 groß, studierte die buddhistische Lehre und rezitierte das Herz-Sutra (心般若經) ausführlich (廣).

Zu jener Zeit befand sich im selben Tempel [noch] ein Mönch (僧) namens Egi 慧義. Dieser ging allein gegen Mitternacht hinaus und sah, dass (Gigakus) Zimmer hell beleuchtet war, was ihn augenblicklich verwunderte. Er durchbohrte heimlich das Papier des Fensters und erblickte den Dharma-Lehrer (法師) [Gigaku] in der rechten Meditationshaltung, während er das Herz-Sutra 心般若經 rezitierte. Als der Mönch (僧) [Egi] ein Licht von seinem Mund herauskommen sah, erschrak er. Am nächsten Tag bereute er den Fehler (悔過) und teilte es den anderen vollständig (周) mit.

Da sagte der Dharma-Lehrer Gigaku zu seinen Schülern: „An einem Abend rezitierte ich das Herz-Sutra etwa (許) 100 Mal und als ich meine Augen öffnete, konnte ich durch die Wände den Garten sehen.“ Daraufhin schoss mir ein merkwürdiger Gedanke durch den Kopf. Ich verließ das Zimmer, wanderte umher und sah mich im Hof um. Ich kehrte in mein Zimmer zurück und fand die Wände und Türen alle verschlossen vor. Als ich draußen das Herz-Sutra noch ein weiteres Mal rezitierte, öffneten sie sich wie zuvor. Das ist das Wunder des Herz-Sutras.

Man sagt über ihn (贊): „Groß ist dieser Sohn Buddhas (釋子)! Er war sehr weise (多聞) und verbreitete die Lehre (教) des Buddha. Er rezitierte in seinem Zimmer (閉) das Herz-Sutra und sein Herz wurde aufgeklärt (廓融); es (das Herz) ist anfänglich tief und still (玄寂), aber wenn es in Bewegung gesetzt wird, durchdringt es die Zimmerwände (壁開通) und strahlt helles Licht aus.



  1. An dieser Stelle steht in dem Manuskript (im E-Text) Saimei 齊明 (Kōgyoku Tennō 皇極天皇) kleingeschrieben.
  2. Kudara ist die Japanische Bezeichnung für Paekche 百濟. Der Ort Kudara 百濟 bei Naniwa 難破 (heutige Ōsaka) soll laut Bohners Anmerkung eine Koreanische Ansiedlung gewesen sein.


Hintergrund

  • Zeit: spätere Hälfte des 7. Jahrhunderts, nachdem Shaku Gikakus nach Japan kommt (656-661)
  • Ort: Kudara-Tempel 百済寺, Naniwa 難破 (das heutige Ōsaka 大阪)
  • Personen: Dharma-Lehrer 法師 Shaku Gikaku 釈義覚, Mönch 僧 Egi 慧義

Ursache und Wirkung

Ein Mönch rezitiert das Herzsutra und es werden Wunder vollbracht.

Anmerkungen

釋 Saka (N) beziehungsweise Shaku (B/I) in Shaku Gikaku 釋義覚 ist laut Nakamuras Anmerkung kurz für Śākyamumi 釋迦, ein honorativer Nachname, den die Personen erhalten, die auf weltliche Dinge verzichtet haben und als Nachkommen Śākyamunis anerkannt werden.

Die Zeitschätzung 656-661 ergab sich folgenderweise: Kōgyoku Tennō 皇極天皇 (Saimei 齊明) regierte vom Jahre 594 bis 661, wobei vom Jahre 656 bis 667 aus dem späteren Palast Okamoto regiert wurde. (FARRIS 1998:147) In der Anmerkung von Nakamura, wird zwar 655-661 angegeben, Farris's Werk ist aber viel aktueller.

Materialien

  • Snkbt I-14.pdf — Originaltext in SNKBT 30
  • Snkbt I-14k.pdf — SNKBT Kanbun
  • Bohner I-14.pdf — Deutsche Übersetzung, Bohner 1934, Haupttext
  • Bohner I-14A.pdf — Bohner 1934, Anmerkungen
  • Nakamura I-14.pdf — Englische Übersetzung, Nakamura 1997
  • I-14/Text

Sekundärliteratur

Farris, William Wayne (1998), Sacred texts and burried treasures. Issues in the historical archeology of ancient Japan. USA: University of Hawaii Press.


Artikel erstellt von Patrick Suchy 18:20, 8. Okt. 2010 (CEST).