II-05

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Wie es dazu kam, dass jemand wegen des Fluchs einer chinesischen Gottheit Ochsen tötete und opferte, dann aber Gutes übte, indem er Lebewesen freiließ, und so gegenwärtig gute und schlechte Vergeltung empfing
SNKBT 30: 65-68, Bohner 1934: 110-114, Nakamura 1997: 164-166

kurze Inhaltsangabe

Ein wohlhabender Mann aus der Provinz Settsu 攝津國 fürchtete den Einfluss einer chinesischen Gottheit, und opferte daher sieben Jahre lang jedes Jahr einen Ochsen. Nach sieben Jahren erlitt er eine schwere Krankheit an der er sieben Jahre litt, und weder Ärzte noch Gebete konnten ihm helfen. Dann dachte er sich, dass er die Krankheit als Folge seiner Opfergaben erlitten haben muss. Darauf beschloss er ab diesem Zeitpunkt Lebewesen freizukaufen und freizulassen. Nach den 7 Jahren starb er. Davor sagte er seiner Familie noch, dass er nicht verbrannt werden soll, sondern ihn für neun Tage aufbewahren sollen. Am neunten Tag erwachte er wieder zum Leben und erzählte:

Es kamen sieben Untermenschen (非人) mit den Köpfen von Ochsen und menschlichen Körpern. Sie führten ihn zu einem großen Palast. Er wurde in den Palast gebracht und dort König Enra 閻羅王 vorgeführt. Enra fragte die Untermenschon ob es sich bei dem Mann um die Person handelt, die sie umgebracht hat. Diese bejahten dies und wollten ihn töten und essen. Plötzlich erschienen zehn Millionen Männer, banden den Mann los und sagten er habe die Opfergaben nur gebracht um sich vor dem bösen Gott zu schützen. Die zehm Millionen kämpften jeden Tag mit den sieben Untermenschen um den Mann.

Nach acht Tagen wurde er wieder zum Hof zitiert. Am neunten Tag gab Enra bekannt, dass er sich mit seinem Urteil der Mehrheit beugt. Der Mann wurde von den zehn Millionen aus dem Palast eskortiert, sie verabschiedeten und verbeugten sich vor ihm. Er fragte sie noch wer sie denn seien, sie entgegneten damit, dass es sich dabei um die Lebewesen handelt, die der Mann freigelassen hatte. Weil sie seine Güte nie vergessen, sind sie gekommen um ihm zu helfen.

Nach seiner Rückkehr aus dem Palast Enras wandte sich der Mann den Drei Schätzen zu, machte aus seinem Haus einen Schrein und predigte das Freilassen von Lebewesen. Er wurde über 90 Jahre alt.





Hintergrund

  • Zeit: Regentschaft des Shōmu Tennō (724–749)
  • Ort: Nadekubo mura 撫凹村 (Higashinari no kōri 東生郡, Settsu no kuni 攝津國)
  • Personen: Reicher Hausbesitzer, König Enra 閻羅, geopferte Ochsen, befreite Lebewesen

Ursache und Wirkung

Ein reicher Mann opfert wegen eines Fluchs einer chin. Gottheit 7 Ochsen, wird schwer krank und beschließt als Wiedergutmachung viele Lebewesen freizulassen. Der Mann stirbt, aber aufgrund der Rettung der vielen Geschöpfe wird er wieder lebendig.

Anmerkungen

  • Das Nadekubo mura 撫凹村 befindet sich heute im Higashinari-ku 東成区 in der Präfektur Osaka 大阪府. (Nakamura)
  • Der Name des reichen Hausbesitzers ist unbekannt.
  • Die geopferten Ochsen treten in der Gestalt von „Unmenschen" oder „böse Gottheiten" (非人) genannten Dienern des König Enra auf.

Materialien

  • Snkbt II-05.pdf — Originaltext in SNKBT 30
  • Snkbt II-05k.pdf — Kanbun
  • Bohner II-05.pdf — Deutsche Übersetzung, Bohner 1934, Haupttext
  • Bohner II-05A.pdf — Bohner 1934, Anmerkungen
  • Nakamura II-05.pdf — Englische Übersetzung, Nakamura 1997
  • II-05/Text

Artikel erstellt von Florian Purkarthofer 22:32, 8. Nov. 2010 (CET).