Bauten/Ise Izumo/Izumo Schrein: Unterschied zwischen den Versionen

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(Hauptgottheit)
 
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Der Schrein hieß ursprünglich {{g|kizukinoooyashiro}}, als Hauptgottheit wurde im japanischen Mittelalter {{g|Susanoo}} angesehen, doch in der frühen Neuzeit setzte sich die Ansicht durch, dass dessen Sohn, {{glossar:ookuninushi}}, wtl. der „Große Herr des Landes“, die Hauptgottheit von Izumo sei. In den Mythen stellen beide Gottheiten einen Gegenpol zur Sonnengottheit {{glossar:Amaterasu}} dar. Es deutet sich an, dass {{Glossar:Izumo}} einst ein eigenes Reich oder Stammesgebiet darstellte, das nur unter Schwierigkeiten in den frühen japanischen Staat integriert werden konnte. In his·to·rischer Zeit nahm die Be·deu·tung der Gegend allerdings sukzessive ab (s. [[Mythen/Goetter_der_Erde/Okuninushi | Sidepage Ōkuninushi]]). Ōkuninushi wurde zwar in neuen Schreinen verehrt – u.a. im {{glossar:Miwajinja|Miwa}} Schrein nahe der alten Haupt·stadt Nara – verlor aber seine führende Rolle in der Götterwelt und wurde schließlich mit dem populären Glücksgott {{glossar:Daikoku}} assoziiert. In Izumo selbst kann man allerdings erahnen, warum die mythologische Aura dieser Gottheit nie ganz hinter den Ahnen des Kaiserhauses verblasste.
  
 
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Das heutige Haupt·ge·bäude des Izumo Schreins stammt aus dem Jahr 1744 und ist mit 24m Höhe für einen Shintō-Schrein un·ge·wöhn·lich groß, doch soll es in alter Zeit sogar noch größer gewesen sein. In den alten Mythen aus {{glossar:Kojiki}} und {{glossar:Nihonshoki}} (8. Jh.) wird ein riesiger Palast von knapp 100m Höhe erwähnt, der für Ōku·ni·nushi errichtet wurde, nachdem er seine Herr·schaft an den Enkel der Sonnen·gott·heit abgegeben hatte. Alles deutet daraufhin, dass es sich dabei um eine Frühform des Izumo Schreins handelt, doch die Ausmaße er·schei·nen my·tho·lo·gisch übertrieben. Allerdings existiert aus der {{g|Heian}}-Zeit (10. Jh.) ein weiterer Bericht, laut dem der Izumo Schrein höher war als die damalige [[Ikonographie/Dainichi/Daibutsu|Halle des Großen Buddha von Nara]], nämlich 16 {{g|jou}} = 48m. Schließlich haben archäologische Aus·gra·bun·gen aus jüngerer Zeit die Stümpfe von riesigen Holzpfeilern frei·gelegt, die zu derartigen Angaben passen könnten. Sie stammen aus dem drei·zehnten Jahr·hundert und bestätigen eine weitere schrift·liche Quelle, nach der die Haupt·pfeiler des Schreins jeweils aus drei zu·sam·men·ge·bun·de·nen Riesen·stämmen bestan·den.
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Die Anlage des Izumo Schreins stammt in ihrer heutigen Form aus 1744. Im Zuge der jüngsten Renovierungen (2008–2013) wurden z.B. die Dächer komplett erneuert, die meisten Bilder auf dieser Seite zeigen jedoch noch den Zustand davor.
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Die Haupthalle ist mit 24m Höhe für einen Shintō-Schrein un·ge·wöhn·lich groß, doch soll sie in alter Zeit sogar noch größer gewesen sein. In den Mythen aus {{glossar:Kojiki}} und {{glossar:Nihonshoki}} (8. Jh.) wird ein riesiger Palast von knapp 100m Höhe erwähnt, der für Ōku·ni·nushi errichtet wurde, nachdem er seine Herr·schaft an den Enkel der Sonnen·gott·heit abgegeben hatte. Alles deutet daraufhin, dass es sich dabei um eine Frühform des Izumo Schreins handelt, doch die Ausmaße er·schei·nen my·tho·lo·gisch übertrieben. Allerdings existiert aus der {{g|Heian}}-Zeit (10. Jh.) ein weiterer Bericht, laut dem der Izumo Schrein höher war als die damalige [[Ikonographie/Dainichi/Daibutsu|Halle des Großen Buddha von Nara]], nämlich 16 {{g|jou}} = 48m. Schließlich haben archäologische Aus·gra·bun·gen aus jüngerer Zeit die Stümpfe von riesigen Holzpfeilern frei·gelegt, die zu derartigen Angaben passen könnten. Sie stammen aus dem drei·zehnten Jahr·hundert und bestätigen eine weitere schrift·liche Quelle, nach der die Haupt·pfeiler des Schreins jeweils aus drei zu·sam·men·ge·bun·de·nen Riesen·stämmen bestan·den.
 
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Die Aus·gra·bun·gen legen somit nahe, dass der Izumo Schrein noch in his·to·rischer Zeit we·sentlich größer war als heute. Man nimmt an, dass er auf einer riesigen Platt·form stand, zu der eine mächtige Treppe hinauf führte. Re·konstruk·tionen sind in modell·hafter Form im Museum des Izumo Schreins zu besichtigen. Nachdem in Izumo ein ähnlicher Brauch herrschte wie in Ise, nämlich die Anlage in gewissen Abständen vollkommen zu erneuern, ist leicht zu verstehen, dass irgendwann einmal die Baumriesen ausgingen, um derartige Bauwerke zu errichten und man die Höhe der Haupthalle schließlich reduzieren musste. 
  
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Der strittige Punkt in diesem Zitat ist die Bedeutung des Verbs ''tsukuri yosowashimu'', das entweder als reparieren oder als errichten ausgelegt werden kann. Es ist auch nicht unumstritten, ob mit dem „Schrein“ tatsächlich der Izumo Schrein gemeint ist.
 
Der strittige Punkt in diesem Zitat ist die Bedeutung des Verbs ''tsukuri yosowashimu'', das entweder als reparieren oder als errichten ausgelegt werden kann. Es ist auch nicht unumstritten, ob mit dem „Schrein“ tatsächlich der Izumo Schrein gemeint ist.
 
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Die Idee, dass sich alle Götter im 10. Monat in Izumo versammeln und dass dieser Monat deshalb „gottloser Monat“ ({{g|kannazuki}}) heiße, dürfte einer Volksetymologie entsprungen sein, deren Ursprünge im Dunklen liegen. Sie findet sich erstmals in einer Gedichtanthologie aus dem 12. Jh. erwähnt. Dass dieser Monat in Izumo selbst „gotthafter Monat“ ({{g|kamiaritsuki}}) heißt, findet sich hingegen in einem Lexikon des fünfzehnten Jahrhunderts zum ersten Mal vermerkt.<!--
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Aktuelle Version vom 6. Oktober 2018, 16:17 Uhr

Religion-in-Japan > Bauten > Ise Izumo > Izumo Schrein
Der Großschrein von Izumo
Izumo enmusubi.jpg
. 1 Göttertreffen in Izumo

Kami-Versammlung in Izumo

Farbholzschnitt, shinzō (Papier, Farbe) von Utagawa Kunisada (Tyokuni III) (1786–1865). Edo-Zeit, Mitte 19. Jh.; aus der Serie Izumo no kuni no taisha yaoyorozu no kamitachi enmusubi no kai no zu (Treffen der Götter im Großschrein des Landes Izumo, zum Knüpfen von Heiraten); Tryptichon
Bild © Waseda University. (Letzter Zugriff: 2018/9/6)

Darstellung der in der Edo-Zeit geläufigen Vorstellung, dass sich die Götter Japans alljährlich in Izumo zusammenfinden, um unter der Leitung des dortigen Gottes Ōkuninushi die Heiratsverbindungen des folgenden Jahres festzulegen. Ōkuninushi und Amaterasu sind hier als fürstliches Paar dargestellt, das die anderen Götter beim Ausrechnen und Notieren künftiger Paarungen überwacht. Als ihre Buchhalter fungieren Kasuga und Kashima Daimyōjin, weitere wichtige Schreingötter lassen sich anhand ihrer Namensschilder identifizieren. Außerhalb der Halle, unter einem heiligen Baum, scharen sich einfacher gekleidete Figuren, wahrscheinlich „Armen-Götter“ (binbōgami), um ein Lagerfeuer. Das Bild illustriert die Bedeutung von Izumos Ōkuninushi als Gott der ehelichen Verbindungen (enmusubi no kami).

Izumo Taisha Izumo Taisha 出雲大社 Großschrein von Izumo (Präfektur Shimane)siehe auch→ Bauten/Ise Izumo→ Alltag/Matsuri/Phalluskulte→ Ikonographie/Shinto-Goetter→ Mythen/Goetter der Erde→ Mythen/Goetter der Erde/Okuninushi → mehr , der Großschrein von Izumo, bezeichnet den bedeutendsten Schrein der Region Izumo. Einem alteingesessenen Glauben zufolge versammeln sich sämtliche Götter Japans jedes Jahr im Oktober (bzw. im 10. Monat) an diesem Ort, weswegen dieser Monat den Bei­namen „Monat ohne Götter“ (Kannazuki Kannazuki 神無月 „Monat ohne Götter“; volkstümlicher Beiname des 10. Monatssiehe auch Ise Izumo → Mythen/Symboltiere/Namazu-e→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Ebisu ) trägt. Nur in Izumo heißt er „Monat der anwesenden Götter“ (Kamiaritsuki Kamiaritsuki 神有月 Monat der anwesenden Götter (Oktober in Izumo)siehe auch Ise Izumo ). Diese Vorstellung macht Izumo zumindest temporär zum Zentrum der japanischen Götterwelt und hat den Schrein daher immer wieder zu einem ernsthaften Konkurrenten der Ise Ise 伊勢 vormoderne Provinz (heute Präfektur Mie); Kurzbezeichnung für die Schreinanlage von Ise (Ise Jingū)siehe auch Schreinanlage Ise → Grundbegriffe/Shinto→ Bauten/Schreine/Torii→ Alltag/Pilgerschaft→ Bauten/Bekannte Schreine/Kasuga → mehr -Schreine als Spitze der japanischen Schreinhierarchie werden lassen.

Optische Eindrücke

Izumo bird2008.jpg
. 2 Luftbild

Izumo Schrein, Luftbild

Schreinanlage; Izumo Taisha, Matsue-ken
Bild © Photo Dokuritsuken, 2008. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Luftaufnahme des Schreinanlage von Izumo an einem Fasttag.

Izumo taisha3.jpg
. 3 Hauptgebäude (honden)

Izumo Schrein

Schreinhalle
Bild © Blue Lotus, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Izumo Schrein, Haupt- und Seitengebäude

Izumo detail.jpg
. 4 Dächer, Details

Izumo Schrein

Schreinhalle, Detail

Izumo Schrein, Haupt- und Seitengebäude

Izumo taisha2.jpg
. 5 Izumo Schrein, innere Schreinanlage

Izumo Schrein

Schreinhalle
Bild © Jenny Huang, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2016/9)

Innere Schreinanlage des Izumo Schreins.

Izumo honden.jpg
. 6 Haupthalle

Izumo Schrein (honden)

Schreinhalle

Izumo Schrein, Haupthalle (honden)

Izumo honden2.jpg
. 7 Haupthalle

Izumo Taisha

Schreinhalle (Holz)
Bild © 663highland, Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2018/9/6)

Haupthalle des Izumo Schreins, vom rückwärtigen Teil der Anlage aufgenommen.

Izumo shimenawa miko.jpg
. 8 Shimenawa

Riesen-Shimenawa in Izumo

Shimenawa
Bild © Yasuda Eiki, Flickr, 2013. (Letzter Zugriff: 2018/9/20)

Das riesige shimenawa an der Kagura-Halle des Izumo Schreins, darunter eine Schreindienerin (miko) neben einem Verkaufsstand für Glücksbringer.

Priester izumo.jpg
. 9 Priester

Junger Priester

Izumo, Shimane-ken
Bild © Jenny Huang, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Ein junger Priester (shinshoku) des Izumo Schreins.

Omikuji izumo.jpg
. 10 Omikuji

Glückslose

O-mikuji; Izumo Schrein, Präfektur Shimane
Bild © Umino Tomoko, flickr 2007. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Schreinbesucher befestigen o-mikuji an den Zweigen und Rinden der alten Zedern auf dem Schreingelände von Izumo.

Hauptgottheit

Der Schrein hieß ursprünglich Kizuki no Ōyashiro Kizuki no Ōyashiro 杵築大社 Ursprünger Name des Izumo Taisha; kizuki bedeutet in etwa „festes Fundament“, als Hauptgottheit wurde im japanischen Mittelalter Susanoo Susanoo 須佐之男 mytholog. Trickster-Gott; Sturmgott, Mondgottsiehe auch Goetter der Erde → Bauten/Schreine/Shimenawa→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima→ Alltag/Matsuri→ Ikonographie/Gluecksgoetter → mehr angesehen, doch in der frühen Neuzeit setzte sich die Ansicht durch, dass dessen Sohn, Ōkuninushi Ōkuninushi 大国主 mythol. Gottheit; wtl. Großer Meister des Landessiehe auch Okuninushi → Bauten/Bekannte Tempel→ Bauten/Ise Izumo→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Daikoku → mehr , wtl. der „Große Herr des Landes“, die Hauptgottheit von Izumo sei. In den Mythen stellen beide Gottheiten einen Gegenpol zur Sonnengottheit Amaterasu Amaterasu 天照 Sonnengottheit; Ahnherrin des Tennō-Geschlechtssiehe auch Goetter des Himmels → Grundbegriffe/Shinto→ Alltag/Pilgerschaft→ Bauten/Ise Izumo→ Grundbegriffe/Shinto/Jindo→ Bauten/Ise Izumo/Schreinanlage Ise → mehr dar. Es deutet sich an, dass Izumo Izumo 出雲 alter Namen der Präfektur Shimane in West-Japan; auch kurz für Izumo Taishasiehe auch→ Bauten/Ise Izumo/Schreinanlage Ise→ Mythen/Goetter der Erde→ Mythen/Imaginaere Tiere→ Mythen/Goetter der Erde/Okuninushi→ Mythen/Symboltiere/Namazu-e → mehr einst ein eigenes Reich oder Stammesgebiet darstellte, das nur unter Schwierigkeiten in den frühen japanischen Staat integriert werden konnte. In his­to­rischer Zeit nahm die Be­deu­tung der Gegend allerdings sukzessive ab (s. Sidepage Ōkuninushi). Ōkuninushi wurde zwar in neuen Schreinen verehrt – u.a. im Miwa Miwa Jinja 三輪神社 Miwa (auch Ōmiwa) Schrein, nahe Narasiehe auch Bekannte Schreine → Ikonographie/Gluecksgoetter/Daikoku Schrein nahe der alten Haupt­stadt Nara – verlor aber seine führende Rolle in der Götterwelt und wurde schließlich mit dem populären Glücksgott Daikoku Daikoku 大黒 Glücksgott; skt. Mahakala = „Großer Schwarzer“; auch Daikoku-tensiehe auch Daikoku → Bauten/Bekannte Tempel/Asakusa→ Ikonographie/Myoo→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Mythen/Symboltiere → mehr assoziiert. In Izumo selbst kann man allerdings erahnen, warum die mythologische Aura dieser Gottheit nie ganz hinter den Ahnen des Kaiserhauses verblasste.

Okuninushi sukunabikona kuniyoshi.jpg
. 11 Ōkuninushi, der Hauptgott des Izumo Schreins

Ōkuninushi und Sukuna Bikona

Buchillustration, kami (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi; aus Dainihonkoku kaibyaku yuraiki („Bericht über die Entstehung des Großreichs Japan“, Hirano Genryō), Bd. 2, 1860
Bild © Waseda University. (Letzter Zugriff: 2016/9/6)
Ōkuninushi, der Anführer der „irdischen Gottheiten“, begegnet Sukunabikona, der als winzige Gottheit auf dem Kamm einer Welle an Land gespült wird.

Ein sagenhafter Riesenschrein in grauer Vorzeit

Die Anlage des Izumo Schreins stammt in ihrer heutigen Form aus 1744. Im Zuge der jüngsten Renovierungen (2008–2013) wurden z.B. die Dächer komplett erneuert, die meisten Bilder auf dieser Seite zeigen jedoch noch den Zustand davor. Die Haupthalle ist mit 24m Höhe für einen Shintō-Schrein un­ge­wöhn­lich groß, doch soll sie in alter Zeit sogar noch größer gewesen sein. In den Mythen aus Kojiki Kojiki 古事記 „Aufzeichnung alter Begebenheiten“; älteste jap. Chronik (712)siehe auch Mythentexte → Bauten/Schreine/Torii→ Bauten/Ise Izumo→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima→ Ikonographie/Gluecksgoetter → mehr und Nihon shoki Nihon shoki 日本書紀 Zweitältestes Schriftwerk und erste offizielle Reichschronik Japans (720)siehe auch Mythentexte → Bauten/Schreine/Torii→ Bauten/Ise Izumo→ Grundbegriffe/Shinto/Jindo→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima → mehr (8. Jh.) wird ein riesiger Palast von knapp 100m Höhe erwähnt, der für Ōku­ni­nushi errichtet wurde, nachdem er seine Herr­schaft an den Enkel der Sonnen­gott­heit abgegeben hatte. Alles deutet daraufhin, dass es sich dabei um eine Frühform des Izumo Schreins handelt, doch die Ausmaße er­schei­nen my­tho­lo­gisch übertrieben. Allerdings existiert aus der Heian Heian 平安 alter Name Kyōtos, eig. Heian-kyō 平安京, „Stadt des Friedens“; politisches Zentrum 794–1185 (= Heian-Zeit)siehe auch Heian Zeit → Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Shinto→ Ikonographie→ Bauten/Tempel/Pagoden→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya → mehr -Zeit (10. Jh.) ein weiterer Bericht, laut dem der Izumo Schrein höher war als die damalige Halle des Großen Buddha von Nara, nämlich 16 Altes japanisches Maß für Längen. 1 = 3,03m.siehe auch Daibutsu Statuen → Ikonographie/Dainichi/Daibutsu = 48m. Schließlich haben archäologische Aus­gra­bun­gen aus jüngerer Zeit die Stümpfe von riesigen Holzpfeilern frei­gelegt, die zu derartigen Angaben passen könnten. Sie stammen aus dem drei­zehnten Jahr­hundert und bestätigen eine weitere schrift­liche Quelle, nach der die Haupt­pfeiler des Schreins jeweils aus drei zu­sam­men­ge­bun­de­nen Riesen­stämmen bestan­den.

Izumo ausgrabung.jpg
. 12 Die 1999 freigelegten Stümpfe der alten Pfeiler des Izumo Schreins

Die 1999 freigelegten Stümpfe der alten Pfeiler

Schrein; Izumo Schrein, Präfektur Shimane

Stümpfe riesiger Pfeiler, welche 1999 bei Ausgrabungen gefunden wurden. Sie legen nahe, dass der Izumo Schrein einst viel größer war.

Izumo zentralpfeiler.jpg
. 13 Rekonstruktion eines Pfeilers

Rekonstruktion eines Pfeilers

Izumo Schrein, Präfektur Shimane

Rekonstruktion eines Pfeilers des Izumo Taisha, welche man bei Ausgrabungen gefunden hat.

Die Aus­gra­bun­gen legen somit nahe, dass der Izumo Schrein noch in his­to­rischer Zeit we­sentlich größer war als heute. Man nimmt an, dass er auf einer riesigen Platt­form stand, zu der eine mächtige Treppe hinauf führte. Re­konstruk­tionen sind in modell­hafter Form im Museum des Izumo Schreins zu besichtigen. Nachdem in Izumo ein ähnlicher Brauch herrschte wie in Ise, nämlich die Anlage in gewissen Abständen vollkommen zu erneuern, ist leicht zu verstehen, dass irgendwann einmal die Baumriesen ausgingen, um derartige Bauwerke zu errichten und man die Höhe der Haupthalle schließlich reduzieren musste.

Izumo rekonstr.jpg
. 14 Modellgraphik des ursprünglichen Schreins

Modellgraphik

Schreinhalle; Izumo Schrein, Präfektur Shimane

Modellgraphische Rekonstruktion des ursprünglichen Izumo Schreins.

Der Ursprung des Izumo Schreins ist ein weiterer Punkt, der nach wie vor kontrovers diskutiert wird. Nach den besagten Mythen müsste es sich um den ältesten Schrein Japans handeln. Es gibt jedoch auch eine Stelle des Nihon shoki, die so interpretiert werden könnte, dass der Schrein 659 errichtet wurde und seine Errichtung somit keineswegs in mythische Zeiten zurückreicht.1

Monat mit und ohne Götter

Die Idee, dass sich alle Götter im 10. Monat in Izumo versammeln und dass dieser Monat deshalb „gottloser Monat“ (Kannazuki Kannazuki 神無月 „Monat ohne Götter“; volkstümlicher Beiname des 10. Monatssiehe auch Ise Izumo → Mythen/Symboltiere/Namazu-e→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Ebisu ) heiße, dürfte einer Volksetymologie entsprungen sein, deren Ursprünge im Dunklen liegen. Sie findet sich erstmals in einer Gedichtanthologie aus dem 12. Jh. erwähnt. Dass dieser Monat in Izumo selbst „gotthafter Monat“ (Kamiaritsuki Kamiaritsuki 神有月 Monat der anwesenden Götter (Oktober in Izumo)siehe auch Ise Izumo ) heißt, findet sich hingegen in einem Lexikon des fünfzehnten Jahrhunderts zum ersten Mal vermerkt.2 In dieser Zeit taucht zudem die Vorstellung auf, dass die Götter über die Heiratsverbindungen (enmusubi) beratschlagen, die sie unter den Menschen knüpfen wollen. Dieses Thema machte aus der Gottheit von Izumo eine Gottheit der ehelichen Beziehungen (enmusubi no kami enmusubi no kami 縁結びの神 wtl. „Gottheit, die Verbindungen knüpft“; Gottheit für Verliebte, japanischer Amorsiehe auch Okuninushi ). In dieser Rolle begegnet uns folgerichtig sowohl der Hauptgott von Izumo, Ōkuninushi Ōkuninushi 大国主 mythol. Gottheit; wtl. Großer Meister des Landessiehe auch Okuninushi → Bauten/Bekannte Tempel→ Bauten/Ise Izumo→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Daikoku → mehr , als auch sein buddhisiertes alterego, der Glücksgott Daikoku Daikoku 大黒 Glücksgott; skt. Mahakala = „Großer Schwarzer“; auch Daikoku-tensiehe auch Daikoku → Bauten/Bekannte Tempel/Asakusa→ Ikonographie/Myoo→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Mythen/Symboltiere → mehr .

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Großschrein von Izumo in Shimane

Verweise

Verwandte Themen

Fußnoten

  1. In this year [659], the Izumo magistrate was ordered to repair/create the shrine of the god.

    Nihon shoki (Saimei Tennō), zit. nach Torrance 2016, S. 28.

    Der strittige Punkt in diesem Zitat ist die Bedeutung des Verbs tsukuri yosowashimu, das entweder als reparieren oder als errichten ausgelegt werden kann. Es ist auch nicht unumstritten, ob mit dem „Schrein“ tatsächlich der Izumo Schrein gemeint ist.

  2. Waka dōmōshō 和歌童蒙抄 von Fujiwara no Norikane 藤原範兼 (1107–1165) und Kagakushū 下学集 (1444); Zhong 2016, S. 56.

Bilderläuterungen

  1. Izumo enmusubi.jpg

    Kami-Versammlung in Izumo

    Farbholzschnitt, shinzō (Papier, Farbe) von Utagawa Kunisada (Tyokuni III) (1786–1865). Edo-Zeit, Mitte 19. Jh.; aus der Serie Izumo no kuni no taisha yaoyorozu no kamitachi enmusubi no kai no zu (Treffen der Götter im Großschrein des Landes Izumo, zum Knüpfen von Heiraten); Tryptichon
    Bild © Waseda University. (Letzter Zugriff: 2018/9/6)

    Darstellung der in der Edo-Zeit geläufigen Vorstellung, dass sich die Götter Japans alljährlich in Izumo zusammenfinden, um unter der Leitung des dortigen Gottes Ōkuninushi die Heiratsverbindungen des folgenden Jahres festzulegen. Ōkuninushi und Amaterasu sind hier als fürstliches Paar dargestellt, das die anderen Götter beim Ausrechnen und Notieren künftiger Paarungen überwacht. Als ihre Buchhalter fungieren Kasuga und Kashima Daimyōjin, weitere wichtige Schreingötter lassen sich anhand ihrer Namensschilder identifizieren. Außerhalb der Halle, unter einem heiligen Baum, scharen sich einfacher gekleidete Figuren, wahrscheinlich „Armen-Götter“ (binbōgami), um ein Lagerfeuer. Das Bild illustriert die Bedeutung von Izumos Ōkuninushi als Gott der ehelichen Verbindungen (enmusubi no kami).

  2. Izumo bird2008.jpg

    Izumo Schrein, Luftbild

    Schreinanlage; Izumo Taisha, Matsue-ken
    Bild © Photo Dokuritsuken, 2008. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Luftaufnahme des Schreinanlage von Izumo an einem Fasttag.

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    Izumo Schrein

    Schreinhalle
    Bild © Blue Lotus, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Izumo Schrein, Haupt- und Seitengebäude

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    Izumo Schrein

    Schreinhalle, Detail

    Izumo Schrein, Haupt- und Seitengebäude

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    Izumo Schrein

    Schreinhalle
    Bild © Jenny Huang, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2016/9)

    Innere Schreinanlage des Izumo Schreins.

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    Izumo Schrein (honden)

    Schreinhalle

    Izumo Schrein, Haupthalle (honden)

  7. Izumo honden2.jpg

    Izumo Taisha

    Schreinhalle (Holz)
    Bild © 663highland, Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2018/9/6)

    Haupthalle des Izumo Schreins, vom rückwärtigen Teil der Anlage aufgenommen.

  8. Izumo shimenawa miko.jpg

    Riesen-Shimenawa in Izumo

    Shimenawa
    Bild © Yasuda Eiki, Flickr, 2013. (Letzter Zugriff: 2018/9/20)

    Das riesige shimenawa an der Kagura-Halle des Izumo Schreins, darunter eine Schreindienerin (miko) neben einem Verkaufsstand für Glücksbringer.

  9. Priester izumo.jpg

    Junger Priester

    Izumo, Shimane-ken
    Bild © Jenny Huang, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Ein junger Priester (shinshoku) des Izumo Schreins.

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    Glückslose

    O-mikuji; Izumo Schrein, Präfektur Shimane
    Bild © Umino Tomoko, flickr 2007. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Schreinbesucher befestigen o-mikuji an den Zweigen und Rinden der alten Zedern auf dem Schreingelände von Izumo.

  11. Okuninushi sukunabikona kuniyoshi.jpg

    Ōkuninushi und Sukuna Bikona

    Buchillustration, kami (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi; aus Dainihonkoku kaibyaku yuraiki („Bericht über die Entstehung des Großreichs Japan“, Hirano Genryō), Bd. 2, 1860
    Bild © Waseda University. (Letzter Zugriff: 2016/9/6)
    Ōkuninushi, der Anführer der „irdischen Gottheiten“, begegnet Sukunabikona, der als winzige Gottheit auf dem Kamm einer Welle an Land gespült wird.
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    Die 1999 freigelegten Stümpfe der alten Pfeiler

    Schrein; Izumo Schrein, Präfektur Shimane

    Stümpfe riesiger Pfeiler, welche 1999 bei Ausgrabungen gefunden wurden. Sie legen nahe, dass der Izumo Schrein einst viel größer war.

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    Rekonstruktion eines Pfeilers

    Izumo Schrein, Präfektur Shimane

    Rekonstruktion eines Pfeilers des Izumo Taisha, welche man bei Ausgrabungen gefunden hat.

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    Modellgraphik

    Schreinhalle; Izumo Schrein, Präfektur Shimane

    Modellgraphische Rekonstruktion des ursprünglichen Izumo Schreins.

Links

Letzte Überprüfung der Linkadressen: Sept. 2016

Literatur

Joan Piggott 1989
„Sacral kingship and confederacy in early Izumo.“ Monumenta Nipponica 44/1 (1989), S. 45–74.
Richard Torrance 2016
The Infrastructure of the Gods: Izumo in the Yayoi and Kofun Periods.“ Japan Review 29 (2016), S. 3–38.
Bauten/Ise Izumo (zurück zum Hauptartikel)
Ikonographie
Diese Seite zitieren
„Izumo Schrein.“ In: Bernhard Scheid (Hg.), Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 6.10.2018). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Bauten/Ise_Izumo/Izumo_Schrein?oldid=71113