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Die Vier Edlen Wahrheiten und der Achtgliedrige Pfad

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Version vom 21. September 2016, 18:42 Uhr von Schnauder (Kommentar | Beiträge)

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Bernhard Scheid, „Die Vier Edlen Wahrheiten und der Achtgliedrige Pfad.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 21.9.2016). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Grundbegriffe/Buddhismus_Lehre/Vier_Wahrheiten?oldid=67278

Die Vier Edlen Wahrheiten und der Achtgliedrige Pfad sind ein Synonym für die Kern­thesen der bud­dhis­tischen Lehre. In seiner be­rühm­ten „Predigt von Benares“, am Beginn seiner Lehr­tätig­keit, erklärt der Buddha बुद्ध Buddha (skt., m.) „Der Erleuchtete“; jap. butsu (hotoke) 仏 oder Budda 仏陀siehe auch →  Shaka → Grundbegriffe/Buddhismus→ Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Bauten/Bekannte Tempel→ Ikonographie → mehr die Vier Edlen Wahr­heiten und den Acht­glied­rigen Pfad fol­gen­der­maßen:

Dies, ihr Mönche, sind die vier edlen Wahr­heiten. Welche vier? Das Leiden, die Ent­ste­hung des Leidens, die Auf­he­bung des Leidens und der zur Auf­he­bung des Leidens führende Weg.

Was nun ist das Leiden? Geburt ist Leiden, Alter ist Leiden, Krank­heit ist Leiden, Tod ist Leiden, mit Unlie­bem ver­eint sein ist Leiden, von Liebem ge­trennt sein ist Leiden, nicht erlangen, was man begehrt und erstrebt, auch das ist Leiden, kurz die fünf Gruppen des Er­grei­fens sind Leiden. Das heißt Leiden.

Was ist die Entstehung des Leidens? Es ist der Durst, der zur Wieder­ge­burt führt, der von Wohl­ge­fallen und Be­gierde begleitet da und dort Ge­fallen findet. Das heißt die Ent­ste­hung des Leidens.

Was ist die Auf­hebung des Leidens? Es ist die restlose Ab­lehnung und Auf­hebung dieses Durstes, der zur Wieder­geburt führt, der von Wohl­gefallen und Begierde begleitet da und dort Gefallen findet, sein Auf­geben und seine Unter­drückung. Das heißt die Auf­hebung des Leidens.

Und was ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg? Es ist der edle acht­glied­rige Pfad, nämlich rechte An­sicht, rechtes Denken, rechtes Reden, rechtes Handeln, rechtes Leben, rechtes Streben, rechte Wach­samkeit und rechte Samm­lung. Das heißt der zur Auf­he­bung des Leidens füh­rende Weg. Das ihr Mönche sind die vier edlen Wahrheiten.

Nach Frauwallner 1993, S. 183–84.

Die Vier Wahrheiten und der Achtfache Weg (= die vierte Wahrheit) werden von allen bud­dhis­tischen Richt­ungen anerkannt, dank ihrer sehr all­ge­meinen Formulierung können sie aber natürlich sehr unter­schiedlich aus­gelegt werden. Sie enthalten jedoch im Kern alle Einzel­bereiche, in denen sich die Lehre des Bud­dhis­mus entfaltet, wie der Buddhismuskundler Ernst Steinkellner auf folgende Weise darlegt:

Von diesen vier Wahrheiten kann die erste, die Wahr­heit vom Leiden, das heißt der Grund­satz, dass alles Seiende leidvoll ist, weil es wegen seiner Ver­gäng­lich­keit Leid bewirkt, als Aus­gangs­punkt der bud­dhis­tischen Ontologie gelten; die zweite Wahr­heit, vom Ursprung dieses Leidens, als Basis der bud­dhis­tischen Psycho­logie oder Onto­logie des Mentalen; die dritte Wahr­heit, vom Auf­hören des Leidens, ist Funda­ment für den Bud­dhis­mus als Religion, weil sie ein Ziel jen­seits des Leidens lehrt; und die vierte Wahr­heit vom Weg, der zum Auf­hören des Leidens führt, ist Grund­lage für die Moral­lehre und Medita­tions­praxis des Buddhismus.

Steinkellner 2009, S. 15–16. Hervorhebungen: B.S.

Das "Rad der Lehre"
Das „Rad der Lehre“ (jap. hōrin; skt. Dharmacakra), eines der ältesten Symbole des Buddhismus, sym­boli­siert mit seinen acht Speichen den Acht­fachen Pfad und damit den Bud­dhis­mus insgesamt.
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