Osore-zan, der ‚Angst Berg‘

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Bernhard Scheid, „Osore-zan, der ‚Angst Berg‘.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 26.7.2015). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Ikonographie/Jizo/Osorezan?oldid=51757
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Großer Jizō

Statue, bosatsu (Stein); Osore-zan, Aomori-ken
Bild © CheekyT, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Statue des Jizō (skt. Kshitigarbha) auf einem Hügel aufgetürmter Steinbrocken in der kargen, vulkanischen Landschaft des Osore-zan.

. 1 JIzō, der Herr des Osorezan

Die Bilder auf dieser Seite zeigen den Osore-zan Osore-zan 恐山 „Angst-Berg“; rel. Zentrum in Aomori-ken (Nordjapan), das als Abbild der Totenwelt giltsiehe auch→ Ikonographie/Jizo→ Alltag/Yamabushi/Itako→ Karte in Nord-Japan, der als Abbild bzw. als Ein­gang des bud­dhis­tischen Jen­seits gedeutet wird. Zu­sam­men mit Berg Hiei Hiei-zan 比叡山 Klosterberg Hiei bei Kyōto, traditionelles Zentrum des Tendai Buddhismussiehe auch Bekannte Tempel → Bauten/Bekannte Schreine/Nikko→ Mythen/Tengu→ Mythen/Symboltiere→ Geschichte/Saicho → mehr und Berg Kōya Kōya-san 高野山 Klosterberg südl. von Nara; sprituelles Zentrum des Shingon Buddhismussiehe auch Berg Koya → Bauten/Bekannte Tempel→ Bauten/Tempel/Tempeltore→ Alltag/Pilgerschaft→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko→ Alltag/Friedhof → mehr zählt er zu den „Drei spiri­tuell­sten Orten Japans“. Die karge, vulka­nische Land­schaft, die nur von stin­kenden, schwefel­haltigen Quellen durch­zogen wird, verkör­pert den Grenz­bereich zur Unter­welt. Dieser Grenz­bereich ist nach einem weit ver­breiteten Glauben der Ort, wo die Seelen der ver­stor­benen Kinder Steine anhäufen müssen, bis sich Jizō Bosatsu Jizō 地蔵 wtl. Schatzhaus/Mutterleib der Erde; skr. Kṣitigarbha; populäre Bodhisattva Figursiehe auch Jizo → Alltag/Opfergaben→ Bauten/Bekannte Schreine/Fushimi→ Alltag/Moenche→ Mythen/Jenseits → mehr ihrer erbarmt. Viele Menschen pilgern hier her, um die Seelen der toten Kinder zu unter­stützen, indem sie selbst Steine an­häufen.

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Bodai-ji

Tempeltor, mon; Osore-zan, Aomori-ken
Bild © tsuda, flickr 2004. (Letzter Zugriff: 2016/9/6)

Eingang des örtlichen Tempels Bodai-ji (Zweigtempel des nahe gelegenen Entsū-ji) am Osore-zan. Hier sind bereits die typischen Steinhaufen des vulkanischen Geländes zu finden.

. 2 Tempel am Osorezan
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Tempelanlage, Osore-zan

Tempelhalle; Osore-zan, Aomori-ken
Bild © Kaizuka Kenichi, 2013 (Flickr). (Letzter Zugriff: 2016/9/6)

Panaromablick über die Tempelanlage des Entsū-ji am Osore-zan mit dahinter liegendem Kratersee, dem Usori See.

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Steinige Flussbecken (sai no kawara)

Osore-zan
Bild © Manshionyagger, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2005/10)

Die Ufer des Kratersees am Osore-zan repräsentieren das Flussbecken der Unterwelt (Sai no Kawara), wo sich die Kinder aufhalten. Daher werden hier die meisten Steine angehäuft. Ein Rabe im Vordergrund sucht nach den Resten eines Speiseopfers.

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Jizōs

Statuen, bosatsu (Stein); Osore-zan
Bild © el danimal, flickr 2004. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Überall am Osore-zan gibt es kleine und größere Statuen des Jizō (skt. Kshitigarbha), die stellvertretend für die Kinder mit Kleidung und Spielzeug bedacht werden.

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Jizō

Statue, bosatsu (Stein); Osore-zan
Bild © The Faffer, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Dank der Verfärbungen des schwefelhaltigen Wassers ist am Osore-zan auch ein „Blutteich“ (chi no ike) vorhanden. In der buddhistischen Hölle ist der Blutteich vor allem für Frauen vorgesehen. Von dort kann sie nur noch Jizō (skt. Kshitigarbha) erretten, der hier in der Mitte des Teichs zu sehen ist.

. 3. 4. 5. 6
Szenen, die an die Unterwelt gemahnen

Der Legende nach geht der örtliche Tempel Entsū-ji Entsū-ji 円通寺 Sōtō-zen Tempel in Mutsu, Präf. Aomori, zuständig für das nahe gelegene religiöse Zentrum Osore-zan („Angst-Berg“)siehe auch→ Karte auf den berühmten Tendai Tendai-shū 天台宗 Tendai-Schule, chin. Tiantaisiehe auch Dainichi → Bauten/Bekannte Tempel→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya→ Bauten/Bekannte Schreine/Tenjin→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko→ Alltag/Yamabushi → mehr -Mönch Ennin Ennin 円仁 794–864; Mönch des Tendai Buddhismus, Schüler Saichōs (794–864) zurück. Dieser soll während seiner Studien­reise in China im Traum den Auf­trag erhalten haben, nach Hause zurück­zu­kehren und 30 Tages­reisen nach Norden zu wandern, wo sich ein heiliger Berg befindet. Dort sollte er eine Statue für Jizō schnitzen und den Weg des Buddha बुद्ध Buddha (skt., m.) „Der Erleuchtete“; jap. butsu (hotoke) 仏 oder Budda 仏陀siehe auch →  Shaka → Grundbegriffe/Buddhismus→ Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Buddhismus Lehre/Vier Wahrheiten→ Ikonographie → mehr ver­breiten. Er tat wie ihm geheißen und be­gründete im Jahr 862 am Osore-zan eine Ver­ehrungs­stätte jenes Bodhisattvas बोधिसत्त्व Bodhisattva (skt., m.) „Erleuchtetes Wesen“; jap. bosatsu 菩薩siehe auch →  Buddhismus Lehre → Bauten/Tempel→ Ikonographie→ Bauten/Tempel/Pagoden→ Ikonographie/Kannon→ Bauten/Bekannte Schreine → mehr , der auch als die letzte Rettung der in der Hölle schmach­tenden Seelen gilt.

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Windräder

Osore-zan
Bild © Eve Andersson, 2004. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Windräder für verstorbene Kinder am Osore-zan.

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Windräder

Osore-zan
Bild © tamipn, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Buntes Windrad am Osore-zan für die verstorbenen Kindern.

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Szenen auf dem Gelände des „Angstbergs“

Statuen, bosatsu (Stein); Osore-zan
Bild © yuezhi, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2005/10)

Ein Abbild der Unterwelt, wo vermummte Figuren von Jizō Bosatsu (skt. Kshitigarbha) zu unheimlichen Gespenstern zu werden scheinen.

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Stupa

Grab (Stein); Osore-zan
Bild © yuezhi, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2005/10)

Stupa in stelenartiger Form, rundherum ein weiteres Mal die Raben.

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Devotionalien für Jizō

Verweise

Verwandte Themen

Bilderläuterungen

  1. Osorezan flickr4.jpg

    Großer Jizō

    Statue, bosatsu (Stein); Osore-zan, Aomori-ken
    Bild © CheekyT, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Statue des Jizō (skt. Kshitigarbha) auf einem Hügel aufgetürmter Steinbrocken in der kargen, vulkanischen Landschaft des Osore-zan.

  2. Osorezan flickr3.jpg

    Bodai-ji

    Tempeltor, mon; Osore-zan, Aomori-ken
    Bild © tsuda, flickr 2004. (Letzter Zugriff: 2016/9/6)

    Eingang des örtlichen Tempels Bodai-ji (Zweigtempel des nahe gelegenen Entsū-ji) am Osore-zan. Hier sind bereits die typischen Steinhaufen des vulkanischen Geländes zu finden.

  3. Osorezan.jpg

    Tempelanlage, Osore-zan

    Tempelhalle; Osore-zan, Aomori-ken
    Bild © Kaizuka Kenichi, 2013 (Flickr). (Letzter Zugriff: 2016/9/6)

    Panaromablick über die Tempelanlage des Entsū-ji am Osore-zan mit dahinter liegendem Kratersee, dem Usori See.

  4. Osorezan flickr8.jpg

    Steinige Flussbecken (sai no kawara)

    Osore-zan
    Bild © Manshionyagger, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2005/10)

    Die Ufer des Kratersees am Osore-zan repräsentieren das Flussbecken der Unterwelt (Sai no Kawara), wo sich die Kinder aufhalten. Daher werden hier die meisten Steine angehäuft. Ein Rabe im Vordergrund sucht nach den Resten eines Speiseopfers.

  5. Osorezan flickr5.jpg

    Jizōs

    Statuen, bosatsu (Stein); Osore-zan
    Bild © el danimal, flickr 2004. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Überall am Osore-zan gibt es kleine und größere Statuen des Jizō (skt. Kshitigarbha), die stellvertretend für die Kinder mit Kleidung und Spielzeug bedacht werden.

  6. Osorezan flickr10.jpg

    Jizō

    Statue, bosatsu (Stein); Osore-zan
    Bild © The Faffer, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Dank der Verfärbungen des schwefelhaltigen Wassers ist am Osore-zan auch ein „Blutteich“ (chi no ike) vorhanden. In der buddhistischen Hölle ist der Blutteich vor allem für Frauen vorgesehen. Von dort kann sie nur noch Jizō (skt. Kshitigarbha) erretten, der hier in der Mitte des Teichs zu sehen ist.

  7. Osorezan 14.jpg

    Windräder

    Osore-zan
    Bild © Eve Andersson, 2004. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Windräder für verstorbene Kinder am Osore-zan.

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    Windräder

    Osore-zan
    Bild © tamipn, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2011/7)

    Buntes Windrad am Osore-zan für die verstorbenen Kindern.

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    Szenen auf dem Gelände des „Angstbergs“

    Statuen, bosatsu (Stein); Osore-zan
    Bild © yuezhi, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2005/10)

    Ein Abbild der Unterwelt, wo vermummte Figuren von Jizō Bosatsu (skt. Kshitigarbha) zu unheimlichen Gespenstern zu werden scheinen.

  10. Osorezan flickr11.jpg

    Stupa

    Grab (Stein); Osore-zan
    Bild © yuezhi, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2005/10)

    Stupa in stelenartiger Form, rundherum ein weiteres Mal die Raben.

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