Affen, Würmer und durchwachte Nächte

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Bernhard Scheid, „Affen, Würmer und durchwachte Nächte.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 4.10.2016). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Mythen/Symboltiere/Drei_Affen?oldid=67349

Nikkō, der Schrein in dem Shōgun Tokugawa Ieyasu Tokugawa Ieyasu 徳川家康 1543–1616; 1. Tokugawa Shōgun; Reichseinigersiehe auch Reichseinigung → Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Shinto→ Bauten/Bekannte Tempel/Asakusa→ Bauten/Bekannte Schreine→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko → mehr ver­göttlicht wurde, zählt zu den berühm­testen Sehens­würdig­keiten Japans und die Drei Weisen Affen zählen zu den be­rühm­testen Sehens­würdig­keiten von Nikkō Nikkō 日光 Tempel-Schreinanlage im Norden der Kantō-Ebene, Präf. Tochigi; beherbergt u.a. den Tōshō-gū Schreinsiehe auch Nikko → Grundbegriffe/Shinto→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya→ Bauten/Ise Izumo/Schreinanlage Ise→ Bauten/Bekannte Schreine→ Ikonographie/Shinto-Goetter → mehr . Wie aber fanden diese Affen Eingang in das Mauso­leum eines der mäch­tigsten Herr­scher der gesam­ten japa­nischen Ge­schichte? Und aus welchem Grund halten sie sich Augen, Mund und Ohren zu? Und wieso findet man man die Drei Affen bei auf­merk­samer Be­trach­tung auch an zahl­rei­chen volks­tüm­lichen Stein­monu­menten, die kaum beachtet in den Area­len von Tem­peln und Schreinen, am Rande von Fried­höfen oder in der freien Natur an­zu­tref­fen sind? Die Ant­wort auf der­ar­tige Fragen dürfte in einem eigen­arti­gen Kult zu finden sein, der heute selbst in Japan kaum mehr be­kannt ist, in der Edo Edo 江戸 Sitz der Tokugawa Shōgune, 1600–1867 (= Edo-Zeit); heute: Tōkyōsiehe auch Geschichtsperioden → Grundbegriffe/Buddhismus→ Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Shinto→ Grundbegriffe/Stereotype/Herrigels Zen→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya → mehr -Zeit je­doch jedem geläufig war: der kōshin kōshin shinkō 庚申信仰 Kōshin-Glauben, ein ursprünglich aus dem Daoismus stammender Kult zur Verlängerung des Lebenssiehe auch→ Mythen/Symboltiere→ Mythen/Jenseits/Enma -Glaube. Um diesen Glauben zu erklären, ist ein kurzer Exkurs in die tra­ditio­nelle Medizin- und Kalender­kunde not­wendig.

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Die Drei Weisen Affen, Nikkō

Halbrelief, saru (Holz). 17. Jh.; Tōshō-gū in Nikkō, Tochigi-ken
Bild © Ron Reznick, 2004. (Letzter Zugriff: 2016/9)

Die Drei Weisen Affen (saru), welche ihren Ursprung im kōshin-Glauben haben, sind die vielleicht berühmteste Figurengruppe innerhalb der reich ornamentierten Anlage des Tōshō-gū Schreins. Sie befinden sich an einem Nebengebäude, das einstmals als Stall diente, denn angeblich sollen Affen gut für die Gesundheit von Pferden sein. Die Affen repräsentieren das Prinzip „Nicht sehen, nicht hören, nicht reden“ (mizaru, iwazaru, kikazaru).

. 1 Die Drei Weisen Affen. Nikkō, Tōshōgū, 17. Jh.

Die Drei Würmer

Sanshi

„Drei Würmer“ ist die in der west­lichen Lite­ratur gän­gige Über­set­zung für jap. sanshi sanshi 三尸/三蟲 wtl. „Drei Leichname“ oder „Drei Würmer“; auch als „Drei Leichenwürmer“ (sanshichū 三尸虫) bezeichnet; verräterische Seelengeister daoistischen Ursprungs. Der Zei­chen­be­deu­tung nach han­delt es sich je­doch um drei Leich­name 尸 oder um drei Leich­nams-Wür­mer (san­shi no mu­shi), wobei mushi mushi Insekt, Wurm, Gewürm so­wohl Kriech­tiere als auch In­sek­ten be­zeich­net und daher nicht un­be­dingt „Wurm“, son­dern eher „Ge­würm“ oder „Getier“ be­deu­tet. Die ent­spre­chen­den Geist­we­sen ha­ben aber, so sie über­haupt näher be­schrie­ben wer­den, ganz ei­gen­artige Ge­stal­ten, näm­lich die eines dao­is­ti­schen Wei­sen („Ober­wurm“, sitzt im Kopf), eines Löwen („Mittel­wurm“, im Brust­raum) und eines mensch­li­chen Beins mit Rin­der­kopf („Unter­wurm“, im Unter­leib). Alle drei ha­ben außer­dem je­weils eine Schrift­rolle bei sich, was ihre Funk­tion als Pro­to­koll­füh­rer unter­streicht.

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Drei Leichenwürmer (sanshi)

Sanshi
Bildquelle: Nihon kokugo daijiten (Shogakukan 1974), Band 9, S. 237

Darstellung der Drei Würmer (sanshi)

Gemäß der traditio­nellen chine­si­schen Me­di­zin, die bis zum Be­ginn der Mo­der­ne auch in Japan all­ge­mein prak­ti­ziert wurde, wird der mensch­liche Kör­per von einer Un­zahl an Geis­tern oder „Seelen“ be­völ­kert, die gute oder schlech­te Ein­flüs­se auf das kör­per­liche Befin­den haben. In man­chen Fäl­len schei­nen die­se Geis­ter oder See­len durch­aus eine ei­gen­stän­dige physi­sche Exis­tenz zu ha­ben und sind in­so­fer­ne weni­ger mit trans­zen­den­ten We­sen als zum Bei­spiel mit Bak­te­rien zu ver­glei­chen. Zu die­sen Bak­te­rien-ähn­li­chen Geis­ter­we­sen zäh­len die so­ge­nann­ten „Drei Wür­mer“. Sie ha­ben einen di­rek­ten Ein­fluss auf die dem Men­schen zuge­dachte Le­bens­spanne.

Nach ursprüng­licher chinesi­scher Auf­fas­sung ver­hal­ten sich die Drei Würmer wie Para­siten, die den Kör­per schwä­chen und so sein Leben ver­kür­zen. Frühe Dao­isten entwickelten auf der Grundlage dieser Vorstellung aske­tische Diäten, mit­tels derer sie die Drei Wür­mer in ihrem Kör­per aus­hun­gern wollten, und hofften so, dem Ge­heim­nis des ewi­gen Lebens auf die Spur zu kommen. Spätere, eher ethisch-mora­lisch aus­ge­rich­tete Theo­rien er­klär­ten die Wir­kungs­weise der Drei Wür­mer hin­gegen fol­gen­der­maßen: Nachts, wenn der Mensch schläft, stei­gen die Drei Würmer zur Gott­heit des Polar­sterns (jap. Tentei Tentei 天帝 Daoist. Gottheit des Polarsterns, wtl. Himmelsherrscher, wtl. „Him­mels­herr­scher“) empor und be­rich­ten ihm die bösen Taten ihres „Wirts“. Tentei bestraft dann den betref­fen­den Men­schen, und zwar vor­wie­gend mit Krank­heit oder frühem Tod. Die Würmer verlas­sen den Körper ihres Wirts aller­dings (aus mir unbe­kann­ten Gründen) nur einmal in sechzig Tagen, ge­nauer am 57. Tag des tradi­tionel­len Sech­ziger Zyk­lus der chine­si­schen Kalen­der­kunde. Die­sem Tag sind die Wand­lungs­phase „Metall“ und das Tier­kreis­zeichen „Affe“ zuge­ordnet. Auf Japa­nisch heißt die­ser Tag kōshin kōshin 庚申 Kalendereinheit; Kombination von Metall und Affe im 60er Zyklussiehe auch→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko , „Metall-Affe“. Auf­grund der ver­mute­ten Tätig­kei­ten der Drei Würmer wurde nun diesem kōshin-Tag, oder besser, der kōshin-Nacht, eine ganz be­son­dere Auf­merk­sam­keit zuteil.

Die kōshin Nacht

Bereits die Adeligen der Heian Heian 平安 alter Name Kyōtos, eig. Heian-kyō 平安京, „Stadt des Friedens“; politisches Zentrum 794–1185 (= Heian-Zeit)siehe auch Heian Zeit → Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Shinto→ Ikonographie→ Bauten/Tempel/Pagoden→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya → mehr -Zeit waren der Über­zeu­gung, dass es mög­lich sei, die Spionage der Wür­mer zu unter­binden, wenn man die ent­spre­chende Nacht durch­wachte und die Würmer so am Ver­las­sen des Kör­pers hin­derte. Aus diesem Grund or­gani­sierten sie in den kōshin-Näch­ten ein gesel­liges Zusam­men­seins und hiel­ten sich mit allerlei Spielen bis zum frühen Morgen wach. Daraus ent­wickelte sich der Brauch der kōshin-Wache (kōshin machi kōshin machi 庚申待 kōshin-Wache, Durchwachen der kōshin-Nacht), die bis zum Beginn des zwan­zigsten Jahr­hunderts in verschie­denen Formen in immer breiteren Schichten der Bevöl­kerung durch­geführt wurde.

Shōmen Kongō

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Shōmen Kongō und die Drei Affen

Statue. Frühe Edo-Zeit; im Besitz des Shingon Tempels Saishōin, Hirosaki, Präfektur Aomori
Bild © Saishoin. (Letzter Zugriff: 2009/9)

Shōmen Kongō und die Drei Affen, welche nach dem mizaru, iwazaru, kikazaru-Prinzip dargestellt sind.

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Kōshin Shōmen Kongō

Hängerollbild (Tusche und Farben auf Papier, Druck). 19. Jh.; Völkerkundemuseum Zürich (Inv.-Nr. 19462); 58 x 21 cm
Bild © Tomoe Steineck, Martina Wernsdörfer, Raji Steineck, WegZeichen: Japanische Kult- und Pilgerbilder. Die Sammlung Wilfried Spinner (1854–1918). Zürich: VMZ (Ausstellungskatalog), Abb. 74

Abermals eine Darstellung von Shōmen Kongō und den Drei Affen, wieder als mizaru, iwazaru, kikazaru.

. 2 . 3 Shōmen Kongō und die Drei Affen

Während die Heian-zeitlichen Adeligen eine eher säku­läre Form der Wür­mer­kur pfleg­ten, indem sie sich an schnöden Gesellschaftsspielen oder Gelagen ergötzten, griff auch der japa­nische Buddhis­mus den kōshin-Glau­ben auf. Die Buddhisten erklärten die drei Würmer zu miss­güns­tigen Spio­nen im Dienste der kar­mischen कर्म Karma (skt., n.) „Tat“, auch „konse­quente Folge“; moralische Bilanz der gesetzten Handlungen; jap. Gō 業siehe auch →  Buddhismus Lehre → Grundbegriffe/Buddhismus→ Grundbegriffe/Shinto→ Bauten/Tempel→ Grundbegriffe/Weltbild→ Ikonographie → mehr Ver­gel­tung. Als strafende Instanz wurde der daoisti­sche Polar­stern­gott Tentei nach und nach von stärker buddhistisch kon­notierten Gestalten abgelöst, u.a. von Indra इन्द्र Indra (skt., m.) hohe indische Gottheit, vergleichbar mit Zeus/Jupiter; jap. Taishaku-ten 帝釋天siehe auch →  Vajrapani → Mythen/Jenseits/Ashura→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Bishamonten→ Sandkiste2 (jap. Taishaku-ten Taishaku-ten 帝釈天 skt. Indra, eine der wichtigsten Gottheiten der indischen Mythologie. In Japan meist mit Brahma (jap. Bonten) in einem Atemzug genanntsiehe auch Ashura ), der ober­sten buddhis­tischen Wächter­gott­heit, später aber auch von Enma Enma 閻魔 skt. Yama; König oder Richter der Unterwelt; auch Enra; meist als Enma-ten oder Enma-ō angesprochensiehe auch Enma → Ikonographie→ Ikonographie/Jizo→ Ikonographie/Myoo→ Ikonographie/Waechtergoetter→ Mythen/Jenseits → mehr , dem obersten Rich­ter der Toten­welt. Schließlich geriet eine bedroh­liche Gott­heit namens Shōmen Kongō Shōmen Kongō 青面金剛 wtl. „grüngesichtiger Vajra“, dämonische Gottheit (wtl. grün­ge­sich­tiger vajra वज्र vajra (skt., m.) „Donnerkeil“, Ritualinstrument und Symbol des tantristischen/esoterischen Buddhismus; jap. kongō 金剛siehe auch →  Vajrapani → Grundbegriffe/Buddhismus→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya→ Ikonographie/Mandala→ Alltag/Yamabushi/En no Gyoja→ Ikonographie/Mudra → mehr ) — urspüng­lich ein Diener des Indra, der äußer­lich den eso­teri­schen mantra मन्त्र mantra (skt., n.) Gebets­formel; jap. shingon 真言siehe auch →  Buddhismus Lehre → Ikonographie→ Ikonographie/Mudra→ Ikonographie/Myoo→ Ikonographie/Waechtergoetter→ Ikonographie/Gluecksgoetter → mehr -Köni­gen (myōō myōō 明王 wtl. Licht-König, auch „Mantra-König“ oder „Weisheits-König“; skt. Vidyārājasiehe auch Myoo → Ikonographie→ Ikonographie/Kannon→ Ikonographie/Waechtergoetter→ Ikonographie/Kannon/Bato Kannon→ Ikonographie/Myoo/Fudo → mehr ) nach­empfun­den ist — ins Zentrum des kōshin-Glau­bens. Zu Shōmen Kongō bete­ten die Gläu­bi­gen um Beistand, wenn sie das Tun der Würmer unter­binden und auf diese Weise ihr Leben ver­län­gern wollten.

Die Drei Affen

Auf bildlichen Darstel­lungen wird Shōmen Kongō zumeist in Beglei­tung der Drei Affen dargestellt. Die Asso­zia­tion entstand mög­licher­weise daraus, dass der Tag bzw. die Nacht, in der die Drei Würmer den Körper ver­lassen, mit dem Tier­kreis­zei­chen des Affen zu tun hat. In einem wei­teren Asso­zia­tions­schritt wurde der Affe mit dem ver­bun­den, was die Drei Würmer NICHT tun sollen: nichts sehen, nichts hören, und vor allem nichts aus­plau­dern. Auf Japa­nisch ist diese Ver­bin­dung leicht her­zustel­len, da saru saru Affe; gehört auch zu den zwölf Tierkreiszeichen (jūni shi) (verwendet in dem Fall das Kanji 申)siehe auch→ Mythen/Symboltiere→ Mythen/Goetter des Himmels/Uzume→ Mythen/Symboltiere/Junishi („Affe“) zu -zaru („nicht“) umge­formt werden kann: „nichts sehen“, „nichts sagen“, „nichts hören“ (mizaru, iwazaru, kikazaru mizaru, iwazaru, kikazaru 見ざる、言わざる、聞かざる „nichts sehen, nichts sagen, nichts hören“siehe auch→ Mythen/Symboltiere ) kann also auch als „Seh-Affe“, „Sprech-Affe“, und „Hör-Affe“ ver­stan­den werden.

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Drei Affen

Statue (Stein); Ondake Jinja, Iki, Kyūshū
Bild © kaze ni fukarete, 2015. (Letzter Zugriff: 2016/7/9)

Drei Affen, die sich bei ihren Abstinenzen (mizaru, iwazaru, kikazaru) assistieren, im Ondake Jinja, einem Affenschrein auf der Insel Iki.

. 4 Drei Affen, sich gegenseitig assistierend

Das Drei Affen-Motiv verdankt seine Beliebt­heit in Japan also nicht der Tat­sache, dass die Affen sich von allem Bösen fern­hal­ten wollen, wie heute gerne ange­nom­men wird.1 Sie stehen im Gegen­teil für den Wunsch, dass die Drei Würmer, die jeder in sich trägt, von ihrer ver­räte­rischen Auf­gabe abge­hal­ten werden sollen und der Mensch selbst weiter seinen Lastern frönen kann, ohne sich dabei vor einem frühen Tod fürchten zu müssen. Obwohl dieses Vor­haben auf den ersten Blick gegen buddhis­tische Moral­vorstel­lungen gerich­tet zu sein scheint, wider­sprach es nicht der land­läu­figen buddhis­tischen Praxis. Diese war stets bemüht, Schlupf­lö­cher im Gesetz des Karma aus­findig zu machen, und versprach den Gläu­bigen, mit dem gering­sten mög­lichen Auf­wand ein Maxi­mum an gutem Karma zu er­wirt­schaf­ten. Daher wurde der kōshin-Glauben vom Buddhis­mus geför­dert, ja, es entstan­den sogar eigene Tempel für Shōmen Kongō, die Haupt­gott­heit des kōshin-Glau­bens. Der älteste Tempel dieser Art befin­det sich im Gebäude­kom­plex des Shitennō-ji Shitennō-ji 四天王寺 buddh. Tempel im heutigen Ōsaka; zählt zusammen mit dem Asuka-dera zu den beiden ältesten Tempeln Japans (Gründung 593)siehe auch Torii → Grundbegriffe/Shinto→ Ikonographie/Waechtergoetter→ Geschichte/Fruehzeit/Shotoku Taishi→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Bishamonten → mehr in Ōsaka und wurde bereits um das Jahr 700 errichtet.

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Drei lebenslustige Affen (Ogenki sanzaru)

Schnitzwerk, saru (Holz, Lack). Frühe Edo-Zeit; Chichibu Schrein, Saitama-ken
Bild © Keihin Nike, Wikipedia (jp.). (Letzter Zugriff: 2016/9/19)

Der Chichibu Schrein stammt aus derselben Zeit wie der berühmte Tōshō-gū Schrein, wo die Drei Affen, die nichts sehen, nicht hören und nichts ausplaudern, zu sehen sind. Die Drei Affen des Chichibu Schreins scheinen wie ein ironischer Kommentar zu dieser Gruppe, indem sie ganz offensichtlich neugierig schauen, hören und den Mund weit aufreißen. Sie werden daher auch als die „lebenslustigen Drei Affen“ bezeichnet. Das Motiv findet sich auch auf den Votivbildern des Schreins.

. 5 Drei Lebenslustige Affen, Chichibu Schrein

Drei Affen Gedenksteine

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Kōshin-Gedenkstein

Skizze, kōshin-tō. Edo-Zeit
Bild © Makita Hidenosuke. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Schematische Darstellung.

Schematische Darstellung eines
kōshin-Gedenksteins aus der Edo-Zeit

Das erwähnte Ensemble von Shōmen Kongō und den Drei Affen ist aller­dings erst seit der frühen Edo Edo 江戸 Sitz der Tokugawa Shōgune, 1600–1867 (= Edo-Zeit); heute: Tōkyōsiehe auch Geschichtsperioden → Grundbegriffe/Buddhismus→ Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Shinto→ Grundbegriffe/Stereotype/Herrigels Zen→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya → mehr -Zeit belegt. Es entstand wahr­schein­lich Hand in Hand mit dem Auf­kom­men der so­genann­ten kōshin-Fra­ter­ni­tä­ten (kōshin-kō kōshin-kō 庚申講 Bruderschaft des Kōshin-Glaubens) im japa­ni­schen Spät­mittel­alter. Dabei handelt es sich um gut organisierte Gruppen von Laien­an­hän­gern ( Bruderschaft; Bez. f. verschiedenste Arten von religiösen Gruppierungen, bes. in der Edo-Zeit; urspr. buddh. Studiengruppesiehe auch Pilgerschaft ) des kōshin-Glaubens, die sich gemein­sam bemüh­ten, eine fest­ge­setzte Anzahl von kōshin-Näch­ten zu durch­wa­chen. Wenn es ihnen bei­spiels­weise gelang, die Drei Würmer drei Jahre lang von ihrem Rapport abzu­hal­ten, errich­te­ten sie Ge­denk­steine oder kōshin-stupas स्तूप stūpa (skt., m.) „Hügel“, Grabmonument; jap. 塔 oder sotoba 卒塔婆siehe auch →  Stupa → Bauten/Tempel→ Bauten/Tempel/Pagoden→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko→ Alltag/Friedhof→ Alltag/Friedhof/Gorinto → mehr (kōshin-tō kōshin-tō 庚申塔 wtl. kōshin-Stupa; kōshin-Gedenkstein). Typische Bei­spiele sol­cher kōshin-Ge­denk­steine stellen die Drei Affen zu Füßen des Shōmen Kongō dar. Oft sind sie auch mit den Sym­bo­len von Sonne und Mond ver­se­hen, die hier für die Urkräfte des Uni­ver­sums, Yin und Yang, stehen.

Stilistisch haben diese einfachen Steins­kulp­tu­ren Ähnlich­kei­ten mit den volks­tüm­lichen Statuen des Jizō Jizō 地蔵 wtl. Schatzhaus/Mutterleib der Erde; skr. Kṣitigarbha; populäre Bodhisattva Figursiehe auch Jizo → Alltag/Opfergaben→ Bauten/Bekannte Schreine/Fushimi→ Alltag/Moenche→ Ikonographie/Jizo/Osorezan→ Mythen/Jenseits → mehr , die in Japan fast übe­rall zu finden sind, oder mit den Wegegöttern (dōsojin dōsojin 道祖神 Wegegott, auch sae no kami; volksrel. Figuren, manchmal in phallischer Formsiehe auch Phalluskulte → Bauten/Schreine/Torii→ Mythen/Tengu ). Andere Ver­wandte sind Kannon mit dem Pferde­kopf (Batō Kannon Batō Kannon 馬頭観音 Kannon mit dem Pferdekopf, eine zornvolle Manifestation Kannonssiehe auch Bato Kannon → Ikonographie/Kannon→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko→ Ikonographie/Myoo ), die komainu komainu 狛犬 wtl. „Korea-Hund“, auch „Löwenhund“; Wächterfigur vor religiösen Gebäudensiehe auch Komainu → Bauten/Schreine→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko→ Ikonographie/Waechtergoetter/Nio→ Mythen/Imaginaere Tiere→ Mythen/Verwandlungskuenstler → mehr oder die bud­dhis­tischen Tor­wächter (niō niō 仁王 Wächterfigur, Torwächtersiehe auch Nio → Bauten/Tempel→ Ikonographie→ Bauten/Tempel/Tempeltore→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko→ Ikonographie/Waechtergoetter → mehr ), die oft von Laien in sehr indi­vi­duel­ler Art in Stein ge­hauen wurden. Sie alle stehen für eine volks­tüm­liche Laien­reli­gio­sität, die un­vor­ein­ge­nom­men von sämt­lichen Tradi­tio­nen Gebrauch macht. Obwohl die Wur­zeln des kōshin-Glau­bens aus einer Mischung von Buddhis­mus und Daois­mus entstan­den sind, zeigen Beispiele aus der Edo-Zeit, dass Shōmen Kongō auch mit Shintō-Riten verehrt wurde. Der kōshin-Glau­ben stellt inso­fern ein typi­sches Beispiel für die untrenn­bare Ver­flech­tung von Buddhis­mus und Shintō in der vor­mo­der­nen Zeit dar.

Kōshin-Gedenksteine mit der oben beschriebenen Figur des Shōmen Kongō und/oder den Drei Affen finden sich besonders häufig entlang des Tōkaidō, der alten Überlandroute von Kyōto nach Tōkyō (bzw. Edo Edo 江戸 Sitz der Tokugawa Shōgune, 1600–1867 (= Edo-Zeit); heute: Tōkyōsiehe auch Geschichtsperioden → Grundbegriffe/Buddhismus→ Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Shinto→ Grundbegriffe/Stereotype/Herrigels Zen→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya → mehr ). Aber auch in anderen Landesteilen Japans sind einfache Steinskulpturen mit den Drei Affen anzutreffen.

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Kōshin-Gedenkstein (kōshin-tō)

Skulptur, saru (Stein). Edo-Zeit?; Park in Fuchū, Tōkyō
Bild © Noda Kazuo, 2009. (Letzter Zugriff: 2009/9)

Kōshin-Stein (kōshin-tō) mit dem Motiv der Drei Affen (saru) mizaru, iwazaru, kikazaru.

. 6 Fuchū, Tōkyō
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Kōshin-Gedenkstein

Statue, kōshin-tō; Friedhof in Komagome, Tōkyō
Bild © Nakasendō nisshi, 2007. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Ein kōshin-tō mit dem Motiv der Drei Affen (saru) als mizaru, iwazaru, kikazaru, umgeben von Jizō-Statuen.

. 7 Komagome, Tōkyō
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Kōshin-Gedenkstein

Statue, kōshin-tō; Halbinsel Kunisaki, Kyūshū

Die Drei Affen (saru) als mizaru, iwazaru, kikazaru sind recht klein im unteren Feld des Reliefs zu sehen. Darüber Shōmen Kongō und zwei Begleiter. Die Vögel (Hühner) zu Füßen der Gottheit sind ebenfalls ein häufiges Motiv auf Kōshin-Steinen (kōshin-tō). Sie haben möglicherweise damit zu tun, dass auf den Tag des Affen der Tag des Hahns folgt und somit der Hahn dem Kōshin-Spuk ein Ende bereitet.
Die Halbinsel Kunisaki ist auch für andere eindrucksvolle Steinmonumente, z.B. Wächterstatuen (Niō) bekannt.

. 8 Kunisaki, Kyūshū
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Kōshin-Gedenkstein

Statue (Stein); Kakizawa, Präfektur Nagano
Bild © Nakasendō nisshi, 2007. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Kōshin-Gedenkstein (kōshin-tō) mit Shōmen Kongō mit vier Armen, flankiert von Sonne und Mond sowie Hahn und Henne. Darunter die Drei Affen (saru) als mizaru, iwazaru, kikazaru.

. 9 Kakizawa, Nagano
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Kōshin-Gedenkstein

Saitama
Bild © Nakasendō nisshi, 2000. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Shōmen Kongō steht hier auf einem Affen-Dämon, darunter die Drei Affen.

. 10 Saitama-ken
  koshinto_omiya.jpg

Kōshin-Gedenkstein

Kōshin-tō; Ōmiya, nōrdl. von Tōkyō
Bild © Nakasendō nisshi, 2000. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Hier scheint es sich um eine Kombination aus Kōshin- und Wegegottheit (dōsojin) zu handeln.

. 11 Ōmiya, Saitama
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Kōshin-Gedenkstein

Kōshin-tō; Shinjuku, Tōkyō
Bild © Nakasendō nisshi, 2000. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Zwei Affen (saru) sowie Hahn und Henne sind auf diesem kōshin-tō abgebildet.

. 12 Shinjuku, Tōkyō
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Kōshin-Gedenkstein

Kōshin-tō; Karuizawa, Präfektur Nagano
Bild © Nakasendō nisshi, 2001. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Wieder sind Shōmen Kongō, die Drei Affen (saru) als mizaru, iwazaru, kikazaru und etwas undeutlich auch Hahn und Henne zu erkennen. Der Stein ist hier mit einem shintōistischen Strohseil (shimenawa) als numinoses Objekt gekennzeichnet.

. 13 Karuizawa
  koshinto_amida.jpg

Kōshin-Gedenkstein

Kōshin-tō. 1676; Kamakura
Bild © Kamakura no kōshin-tō. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Drei Affen (saru) als mizaru, iwazaru, kikazaru und einer Amida-artigen Buddhafigur.

. 14 Kamakura
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Kōshin-Gedenkstein

Statue (Stein). Edo-Zeit, 1695; Totsuka-ku, Yokohama
Bild © only tanuki, flickr 2009. (Letzter Zugriff: 2016/7/9)

Kōshin-Gedenkstein (kōshin-tō) mit Shōmen Kongō mit vier Armen, flankiert von Sonne und Mond . Darunter die Drei Affen (saru) mit Hahn und Henne. Datierung Genroku 8 (1695)/11/2 — ein kōshin-Tag.

. 15 Yokohama
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Kōshin-Gedenkstein

Kōshin-tō. 1695; Kamakura
Bild © Kamakura no kōshin-tō. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Drei Affen (saru) als mizaru, iwazaru, kikazaruund dem Sanskrit-Zeichen des Amida-Buddha, Sonne und Mond, sowie - nur schwer erkennbar - zwei Vögeln.
Im untersten Feld sind die Namen der Spender verzeichnet.

. 16 Kamakura
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Kōshin-Affe

Statue, saru (Stein); Sarutahiko Schrein, Sugamo, Tōkyō

Rot eingekleideter kōshin-Affe (saru) mit zusätzlichem Drei-Affen-Motiv (mizaru, iwazaru, kikazaru).
Dieser Schrein entwickelte sich in der Edo Zeit zu einem Zentrum des Kōshin-Glaubens.

. 17 Sugamo, Tōkyō

Motive aus dem kōshin-Glauben finden sich z.B. auch ganz im Westen Japans, im Ondake Jinja Ondake Jinja 男岳神社  Schrein auf der Insel Iki, Kyūshūsiehe auch→ Karte auf der Insel Iki. In diesem Schrein wird allerdings nicht Shōmen Kongō, sondern der mythologische Gott Sarutahiko Sarutahiko 猿田彦 Mythologische Gottheit in tengu-ähnlicher Gestaltsiehe auch Goetter der Erde → Bauten/Ise Izumo/Schreinanlage Ise→ Mythen/Tengu→ Mythen/Symboltiere→ Mythen/Goetter des Himmels/Uzume→ Mythen/Tengu/Tengu Motive → mehr verehrt. Dieser ansonsten eher tengu tengu 天狗 wtl. Himmelshund; vogelartiger oder geflügelter Kobold, meist in den Bergensiehe auch Tengu → Alltag/Matsuri/Phalluskulte→ Alltag/Yamabushi→ Mythen/Goetter der Erde→ Mythen/Geister→ Mythen/Imaginaere Tiere → mehr -artige Gott kann aufgrund seines namens („Affen-Feld-Prinz“) auch mit Affendarstellungen verknüpft sein.

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Affen

Statuen, saru (Stein); Ondake Schrein, Insel Iki (in der Meerenge zwischen Kyūshū und Korea)
Bild © Kaze ni fukarete, 2015. (Letzter Zugriff: 2016/9/6)

Der Ondake Schrein auf der Insel Iki besitzt die vielleicht größte Ansammlung von Affenstatuen in Japan. Er ist dem Gott Sarutahiko geweiht, der seinerseits manchmal als Affe (saru) erscheint und die Gottheit Shōmen Kongō substituiert. Die über 200 Statuen stammen von Gläubigen, die erfolgreich zu Sarutahiko gebetet haben.

. 18 Ondake Jinja, Iki, Kyūshū

Verweise

Fußnoten

  1. In der Tat gibt es ein Zitat aus den Analekten des Konfuzius, das besagt:

    Nichts ansehen, was nicht sittlich ist, nichts hören, was nicht sittlich ist, nichts sagen, was nicht sittlich ist, nichts tun, was nicht sittlich ist.
    非禮勿視、非禮勿聽、非禮勿言、非禮勿動

    The Analects, Yan Yuan

    Wahrscheinlich hat dieses Zitat bei der Benennung der Drei Affen eine Rolle gespielt, doch die Beliebt­heit des Drei-Affen-Motivs lässt sich wohl nicht allein auf konfuzianische Vorstellungen zurückführen.

Bilderläuterungen

  1. Affen nikko.jpg

    Die Drei Weisen Affen, Nikkō

    Halbrelief, saru (Holz). 17. Jh.; Tōshō-gū in Nikkō, Tochigi-ken
    Bild © Ron Reznick, 2004. (Letzter Zugriff: 2016/9)

    Die Drei Weisen Affen (saru), welche ihren Ursprung im kōshin-Glauben haben, sind die vielleicht berühmteste Figurengruppe innerhalb der reich ornamentierten Anlage des Tōshō-gū Schreins. Sie befinden sich an einem Nebengebäude, das einstmals als Stall diente, denn angeblich sollen Affen gut für die Gesundheit von Pferden sein. Die Affen repräsentieren das Prinzip „Nicht sehen, nicht hören, nicht reden“ (mizaru, iwazaru, kikazaru).

  2. Shomenkongo saishoin.jpg

    Shōmen Kongō und die Drei Affen

    Statue. Frühe Edo-Zeit; im Besitz des Shingon Tempels Saishōin, Hirosaki, Präfektur Aomori
    Bild © Saishoin. (Letzter Zugriff: 2009/9)

    Shōmen Kongō und die Drei Affen, welche nach dem mizaru, iwazaru, kikazaru-Prinzip dargestellt sind.

  3. Shomen kongo spinner.jpg

    Kōshin Shōmen Kongō

    Hängerollbild (Tusche und Farben auf Papier, Druck). 19. Jh.; Völkerkundemuseum Zürich (Inv.-Nr. 19462); 58 x 21 cm
    Bild © Tomoe Steineck, Martina Wernsdörfer, Raji Steineck, WegZeichen: Japanische Kult- und Pilgerbilder. Die Sammlung Wilfried Spinner (1854–1918). Zürich: VMZ (Ausstellungskatalog), Abb. 74

    Abermals eine Darstellung von Shōmen Kongō und den Drei Affen, wieder als mizaru, iwazaru, kikazaru.

  4. Ondake affen.jpg

    Drei Affen

    Statue (Stein); Ondake Jinja, Iki, Kyūshū
    Bild © kaze ni fukarete, 2015. (Letzter Zugriff: 2016/7/9)

    Drei Affen, die sich bei ihren Abstinenzen (mizaru, iwazaru, kikazaru) assistieren, im Ondake Jinja, einem Affenschrein auf der Insel Iki.

  5. Drei affen chichibu.jpg

    Drei lebenslustige Affen (Ogenki sanzaru)

    Schnitzwerk, saru (Holz, Lack). Frühe Edo-Zeit; Chichibu Schrein, Saitama-ken
    Bild © Keihin Nike, Wikipedia (jp.). (Letzter Zugriff: 2016/9/19)

    Der Chichibu Schrein stammt aus derselben Zeit wie der berühmte Tōshō-gū Schrein, wo die Drei Affen, die nichts sehen, nicht hören und nichts ausplaudern, zu sehen sind. Die Drei Affen des Chichibu Schreins scheinen wie ein ironischer Kommentar zu dieser Gruppe, indem sie ganz offensichtlich neugierig schauen, hören und den Mund weit aufreißen. Sie werden daher auch als die „lebenslustigen Drei Affen“ bezeichnet. Das Motiv findet sich auch auf den Votivbildern des Schreins.

  6. Koshinto fuchu.jpg

    Kōshin-Gedenkstein (kōshin-tō)

    Skulptur, saru (Stein). Edo-Zeit?; Park in Fuchū, Tōkyō
    Bild © Noda Kazuo, 2009. (Letzter Zugriff: 2009/9)

    Kōshin-Stein (kōshin-tō) mit dem Motiv der Drei Affen (saru) mizaru, iwazaru, kikazaru.

  7. Koshinto komagome.jpg

    Kōshin-Gedenkstein

    Statue, kōshin-tō; Friedhof in Komagome, Tōkyō
    Bild © Nakasendō nisshi, 2007. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Ein kōshin-tō mit dem Motiv der Drei Affen (saru) als mizaru, iwazaru, kikazaru, umgeben von Jizō-Statuen.

  8. Koshinto kunisaki2.jpg

    Kōshin-Gedenkstein

    Statue, kōshin-tō; Halbinsel Kunisaki, Kyūshū

    Die Drei Affen (saru) als mizaru, iwazaru, kikazaru sind recht klein im unteren Feld des Reliefs zu sehen. Darüber Shōmen Kongō und zwei Begleiter. Die Vögel (Hühner) zu Füßen der Gottheit sind ebenfalls ein häufiges Motiv auf Kōshin-Steinen (kōshin-tō). Sie haben möglicherweise damit zu tun, dass auf den Tag des Affen der Tag des Hahns folgt und somit der Hahn dem Kōshin-Spuk ein Ende bereitet.
    Die Halbinsel Kunisaki ist auch für andere eindrucksvolle Steinmonumente, z.B. Wächterstatuen (Niō) bekannt.

  9. Koshinto kakizawa.jpg

    Kōshin-Gedenkstein

    Statue (Stein); Kakizawa, Präfektur Nagano
    Bild © Nakasendō nisshi, 2007. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Kōshin-Gedenkstein (kōshin-tō) mit Shōmen Kongō mit vier Armen, flankiert von Sonne und Mond sowie Hahn und Henne. Darunter die Drei Affen (saru) als mizaru, iwazaru, kikazaru.

  10. Koshinto saitama.jpg

    Kōshin-Gedenkstein

    Saitama
    Bild © Nakasendō nisshi, 2000. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Shōmen Kongō steht hier auf einem Affen-Dämon, darunter die Drei Affen.

  11. Koshinto omiya.jpg

    Kōshin-Gedenkstein

    Kōshin-tō; Ōmiya, nōrdl. von Tōkyō
    Bild © Nakasendō nisshi, 2000. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Hier scheint es sich um eine Kombination aus Kōshin- und Wegegottheit (dōsojin) zu handeln.

  12. Koshinto kitashinjuku.jpg

    Kōshin-Gedenkstein

    Kōshin-tō; Shinjuku, Tōkyō
    Bild © Nakasendō nisshi, 2000. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Zwei Affen (saru) sowie Hahn und Henne sind auf diesem kōshin-tō abgebildet.

  13. Koshinto karuizawa nagano.jpg

    Kōshin-Gedenkstein

    Kōshin-tō; Karuizawa, Präfektur Nagano
    Bild © Nakasendō nisshi, 2001. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Wieder sind Shōmen Kongō, die Drei Affen (saru) als mizaru, iwazaru, kikazaru und etwas undeutlich auch Hahn und Henne zu erkennen. Der Stein ist hier mit einem shintōistischen Strohseil (shimenawa) als numinoses Objekt gekennzeichnet.

  14. Koshinto amida.jpg

    Kōshin-Gedenkstein

    Kōshin-tō. 1676; Kamakura
    Bild © Kamakura no kōshin-tō. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Drei Affen (saru) als mizaru, iwazaru, kikazaru und einer Amida-artigen Buddhafigur.

  15. Koshinto totsukajuku.jpg

    Kōshin-Gedenkstein

    Statue (Stein). Edo-Zeit, 1695; Totsuka-ku, Yokohama
    Bild © only tanuki, flickr 2009. (Letzter Zugriff: 2016/7/9)

    Kōshin-Gedenkstein (kōshin-tō) mit Shōmen Kongō mit vier Armen, flankiert von Sonne und Mond . Darunter die Drei Affen (saru) mit Hahn und Henne. Datierung Genroku 8 (1695)/11/2 — ein kōshin-Tag.

  16. Koshinto kamakura.jpg

    Kōshin-Gedenkstein

    Kōshin-tō. 1695; Kamakura
    Bild © Kamakura no kōshin-tō. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Drei Affen (saru) als mizaru, iwazaru, kikazaruund dem Sanskrit-Zeichen des Amida-Buddha, Sonne und Mond, sowie - nur schwer erkennbar - zwei Vögeln.
    Im untersten Feld sind die Namen der Spender verzeichnet.

  17. Koshin affen.jpg

    Kōshin-Affe

    Statue, saru (Stein); Sarutahiko Schrein, Sugamo, Tōkyō

    Rot eingekleideter kōshin-Affe (saru) mit zusätzlichem Drei-Affen-Motiv (mizaru, iwazaru, kikazaru).
    Dieser Schrein entwickelte sich in der Edo Zeit zu einem Zentrum des Kōshin-Glaubens.

  18. Odakejinja.jpg

    Affen

    Statuen, saru (Stein); Ondake Schrein, Insel Iki (in der Meerenge zwischen Kyūshū und Korea)
    Bild © Kaze ni fukarete, 2015. (Letzter Zugriff: 2016/9/6)

    Der Ondake Schrein auf der Insel Iki besitzt die vielleicht größte Ansammlung von Affenstatuen in Japan. Er ist dem Gott Sarutahiko geweiht, der seinerseits manchmal als Affe (saru) erscheint und die Gottheit Shōmen Kongō substituiert. Die über 200 Statuen stammen von Gläubigen, die erfolgreich zu Sarutahiko gebetet haben.

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