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2.2 Erkenntnistheorie

Die Erkenntnistheorie beschäftigt sich mit dem Zustandekommen und den Voraussetzungen der Erkenntnis, wobei im Wesentlichen zwei Gruppen von theoretischen Überlegungen in diesem Zusammenhang zum Tragen kommen.

  1. Auf der einen Seite wird in der evolutionären Erkenntnistheorie über die Voraussetzungen des menschlichen Denkens und Erkennens, wie sie evolutionär entstanden sind, reflektiert. Damit gemeint sind die grundlegenden Fähigkeiten des Menschen als eines mit besonderen kognitiven Eigenschaften ausgestatteten sozialen und kulturellen Wesens, das Dank der menschlichen Sprache über eine sehr elaborierte soziale Kommunikationsfähigkeit verfügt und Dank unterschiedlichen kulturell fixierten Formen der Wissensspeicherung und - weitergabe mit einer besonderen sozialen und kulturellen Lernfähigkeit ausgestattet ist.
  2. Auf der anderen Seite wird in der traditionellen Erkenntnistheorie als fachübergreifender Teildisziplin der Philosophie über das Zustandekommen, die Bedingungen sowie die Regeln und Prinzipien der Erkenntnis nachgedacht. Als Epistemologie und als Theory of Knowledge beschäftigt sie sich mit Art und Weise, wie Wissen zustande kommt oder kommen kann. Dabei sind die verschiedenen Voraussetzungen und Ebenen des Denkens unter Beachtung emotionaler, reflexiver, logischer und ethischer Aspekte von Bedeutung.

Erkenntnistheoretische Betrachtungen führen zu Reflexionen über die Art und Weise, wie Wissen als Ergebnis einer Wechselwirkung mit der Welt entstehen kann. Objekt dieser metatheoretischen Sicht ist die Bewertung und Begründbarkeit von Erkenntnis, als Prozess oder Ergebnis eines durch Einsicht oder Erfahrung gewonnenen Wissens. In den methodologischen Überlegungen spielen erkenntnistheoretische Abwägungen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, adäquate Methoden und Techniken zu entwickeln, um ein soziales Phänomen zu verstehen und zu erklären. Denn bei der Entwicklung unterschiedlicher Methoden ist es das Ziel, subjektive unreflektierte Meinungen auszuschließen und die Begrenztheit sowie Selektivität der menschlichen Wahrnehmung, aber auch ihre Täuschbarkeit zu überwinden.

Insgesamt geht es also neben der theoretischen wissenschaftlichen Reflexion über die Art, wie Erkenntnis individuell entsteht, auch um eine Feststellung der Möglichkeiten und Grenzen der Erkenntnis im Hinblick auf die Beziehungen zwischen einer außerhalb vom Menschen existierenden Wirklichkeit und dem diese Wirklichkeit reflektierenden und interpretierenden Menschen als denkendem wie auch sozial und kulturell handelndem Wesen.

(MFCh)

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