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up 1 Methodologische Gegensatzpaare
up 1.1 verstehen vs. erklären

1.1.4 verstehen

Die verstehende Arbeitsweise beruht auf einem komplexen und kreativen Prozess des Nacherlebens von Erleben und Verhalten, soziale Phänomene werden aus der Perspektive des subjektiven Handelns nachvollzogen, durch ein Sichhineinversetzen in eine Situation oder in einen Menschen, dessen spezifische und individuelle Merkmale, Äußerungen oder Werke.

Foto: Buddha mit FragezeichenFoto: Buddha mit Fragezeichen, Quelle: http://commons.wikimedia.org, 2010

Im verstehenden Verfahren, so Dilthey, werde das Objekt der Erkenntnis als geistiges Objekt konstruiert und in seinem konkreten Zusammenhang aufgefasst. Im Gegensatz dazu sei ein Nacherleben der Natur nicht möglich, natürliche Vorgänge seien vielmehr auf der Grundlage von Annahmen zu beobachten und zu erklären.

Die Methode des Verstehens geht auf Wilhelm Dilthey (1833-1911) zurück, der unter Verweis auf die Eigengesetzlichkeit des menschlichen (Geistes)Lebens für die Begründung einer spezifischen geisteswissenschaftlichen Methode plädierte, mit deren Hilfe die Handlungen der Menschen nachvollziehbar und interpretierbar werden. "Die Natur erklären wir", schreibt Dilthey, aber "das Seelenleben verstehen wir".

In den Sozialwissenschaften ist die verstehende Methode auch mit dem Namen Max Weber (1864-1920) verbunden. Weber definiert die Soziologie als eine Handlungswissenschaft. Das Verstehen subjektiver Handlungen und der sich daraus formenden historischen Wirklichkeiten wird als primäres Erkenntnisziel definiert.

(siehe auch idiographisch, qualitativ, induktiv)

(ChR et al.)

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down 1.1.4.1 Methode des Verstehens
down 1.1.4.2 Bedeutung der verstehenden Methode
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