Mit Oktober 2017 wird der „alte“ Bakkalaureat Studiengang durch den „neuen“ Bachelor Studiengang ersetzt. Dieser sieht ebenfalls ein 6-semestriges Grundstudium vor (180 ECTS), welches den Studierenden eine wissenschaftliche Vorbildung und Qualifizierung für berufliche Tätigkeiten im Bereich der gesellschaftlichen Kommunikation bietet. Darunter sollen Fähigkeiten in Bereichen wie Multimediajournalismus, Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikationsethik, Medienökonomie, Marktforschung und mehr, vermittelt werden. Nach Abschluss des Studiums wird der akademische Grad „Bachelor of Arts“ verliehen.

Die Studieneingangs- und Orientierungsphase besteht aus den Modulen STEOP A und B welche die Voraussetzung für alle anderen Lehrveranstaltungen, mit Ausnahme von GESKO A, bildet. Die STEOP ist innerhalb eines Semesters machbar und wird in beiden Semestern angeboten. Der Aufnahmetest wird allerdings nur im Wintersemester angeboten.

Nach der Eingangsphase teilt sich das Studium in mehrere Bereiche auf, welche wir im Folgenden in einem Kurzüberblick zusammengefasst haben:

  • Studierende erhalten Einblicke in qualitative und quantitative Forschung und ihren Methoden sowie in Statistik im Modul METH.
  • Das Modul THEO bringt grundlegende Kommunikationstheorien näher und legt einen Fokus auf die Interdisziplinarität der Publizistik.
  • In SPEZI können 3 Vorlesungen aus drei unterschiedlichen Themengebieten wie Medienpädagogik, Kommunikationsethik, Medienökonomie, usw.  gewählt werden.
  • FOPRAX kann erst nach positivem Abschluss von METH besucht werden. Hier soll innerhalb von 2 Semestern ein vollständiger Forschungszyklus durchgeführt werden.
  • Das Modul GESKO bildet die Praxisfelder. Hier lernen Studierende berufsspezifische Fähigkeiten und Fertigkeiten die im Journalismus, der Öffentlichkeitsarbeit und in der Werbung und Marktforschung angewendet werden. Um in einem dieser Berufsfelder beruflich Karriere machen zu können, ist es allerdings (nahezu) unabdingbar, im Laufe des Studiums über Praktika oder Nebenjobs einschlägige Zusatzqualifikationen zu erwerben.
  • Genau wie im Bakkalaureat werden auch im Bachelor zur Ergänzung und Vertiefung von Kenntnissen außerhalb der Publizistik Erweiterungscurricula angeboten. Im Rahmen dieser ECs werden auch die interdisziplinären Module INSOWI A und INSOWI B angeboten.
  • Die Bachelorarbeit ist im Rahmen des BACH Moduls zu verfassen.Voraussetzung dafür ist allerdings ein vollständiger Abschluss von FOPRAX.

BACHELOR Studienverlaufsplan

Bachelor_U__bersicht

auch hier als Link

Bachelor auf der Seite der SPL

Studieneingangsphase

Ähnlich wie bei anderen Studiengängen wird nun auch in Publizistik- und Kommunikationswissenschaft die STEOP eingeführt. Diese Studieneingangs- und Orientierungsphase soll, einfach gesagt, euch zeigen ob der Publizistik Bachelor etwas für euch ist. Im ersten Semester ist es nur möglich die Module STEOP A, STEOP B und die Vorlesungen aus GESKO A zu besuchen.

Beide STEOP Module bestehen aus zwei Teilen: VO (Vorlesung), zu je 4 ECTS und VU (Vorlesung mit Übung), zu je 6 ECTS. Bei der Übung in Letzterem handelt es sich um ein Präsenzfachtutorium. Bei einer VU müssen beide Teile positiv absolviert werden, damit die Gesamtnote (2/5 Fachtutorium, 3/5 Prüfung) positiv ausfällt.

Die Vorlesungen der Studieneingangsphase werden im AudiMax der Universität Wien abgehalten und sind Massenlehrveranstaltungen. Das bedeutet, dass man mit hunderten anderen Studierenden den Vorträgen lauscht. Es besteht bei diesen Vorlesungen jedoch keine Anwesenheitspflicht. Am Semesterende findet jeweils eine schriftliche Prüfung statt. Genau wie jede Prüfung an der Uni Wien haben auch die STEOP Prüfungen 4 Prüfungstermine. Neben dem ersten Termin wird auch der zweite Termin im gleichen Semester wie die Vorlesung angeboten um Studierenden die Chance zu geben sicher in das darauffolgende Semester zu kommen. Der dritte und vierte Termin wird dann immer im folgenden Semester angeboten.

Die ergänzenden Präsenzfachtutorien haben prüfungsimmanenten Charakter, d.h. zur Beurteilung wird keine Abschlussprüfung herangezogen, sondern es zählen die Anwesenheit sowie die erbrachten Leistungen (Mitarbeit, Einzel- und Gruppenarbeiten, Präsentationen, etc.) während des Semesters. Diese sollen einen erweiterten Einblick in das Studium unter der Leitung von Höhersemestrigen gewähren und können ebenfalls dazu beitragen im Studienalltag Fuß zu fassen, indem sie die Sozialisation von Studierenden fördern. Konkret bestehen die Arbeitsgruppen im Fachtutorium kleineren Gruppen, um auch sinnvoll arbeiten zu können. Aus diesem Grund kann man aus einer Vielzahl an Lehrveranstaltungen zu verschiedenen Terminen auswählen. Die Tutorien sind der Übungsteil aus FOLO und MEKO. Die Anmeldung zu den Tutorien findest am Anfang des Semesters in einer seperaten Anmeldephase statt. Dabei ist in Ufind (dem Vorlesungsverzeichnis) zu beachten, dass die Tutorien unter FOLO und MEKO mit eigenen Gruppen gekennzeichnet sind (d.h. alles nach Gruppe 1, das ist die Vorlesung, sind Tutorien)

Neben den STEOP LVs ist es ratsam Vorlesungen aus den drei Praxisfeldern zu besuchen (GESKO A). Diese behandeln Theorien und Praxis aus den Gebieten Journalismus, Öffentlichkeitsarbeit, und einer Vorlesung zu Werbung und Marktforschung. Jede dieser VOs kommt mit 4 ECTS. Dadurch ist es durchaus möglich schon im ersten Semester an die magische Zahl der 30 ECTS pro Semester heranzukommen die man benötigt um in Mindeststudienzeit den Bachelor zu beenden. Insgesamt sind durch die STEOP 20 ECTS und durch GESKO A 12 ECTS erreichbar. Nach dem ersten Semester steht dir fast jedes Modul im BA offen.

Vorlesungen, Übungen und Seminar

Nach der Eingangsphase bzw. im zweiten Semester ist es dir möglich die Module THEO, SPEZI und METH zu besuchen. Hierbei handelt es sich, mit Ausnahme von METH, ausschließlich um Vorlesungen mit anschließenden Prüfungen.

METH besteht aus drei Vorlesungen und Übungen zu Statistik, Qualitativer Methoden und Quantitativer Methoden. Wir raten METH möglichst früh zu beginnen da es an eine Vorrausetzungskette geknüpft ist. Bei METH ist weiterhin zu beachten, dass die Übungen auf den Vorlesungen aufbauen, deswegen sollte man darauf achten, dass man die Vorlesungen wirklich besucht.

In THEO musst du nur 6 verschiedene Vorlesungen + Prüfungen zu verschiedenen Themen abschließen. Die Vorlesungen werden allerdings in unterschiedlichen Semestern angeboten:
Sommersemester: Medienpsychologie(PSYCH) und Politische Kommunikation(POLKOM)
Wintersemester: Kommunikationssoziologie(KSOZ), Medien- und Kommunikationspolitik(KPOL), Rezeptions- und Wirkungsforschung(WIRK) und Kommunikationsrecht(KORRE)
Dies kann sich aber im Laufe der Semester ändern

Ähnlich ist das bei SPEZI hier können auch drei verschiedene Vorlesungen zu unterschiedlichen Themen besucht werden die es entweder im Sommer- oder im Wintersemester gibt.
Themen die du besuchen kannst sind unter anderem: Medienökonomie, Medienpädagogik, Kommunikationsethik, Qualitäts- und Evaluationsforschung, Gender und Medien, Gesundheitskommunikation, Historische Kommunikationsforschung, Medieninnovation, Medien und ethnische Minderheiten, Visuelle Kommunikation und mehr.

In FOPRAX wirst du ab, frühestens dem dritten Semester, einen kompletten Forschungszyklus im Rahmen einer kommunikationswissenschaftlichen Fragestellung durchführen. Du musst komplett durch sein mit METH um mit FOPRAX zu beginnen. Dieses Modul beinhaltet ein Proseminar sowie ein Seminar. In den LVs werden jeweils eine Proseminararbeit und eine Seminararbeit verfasst, aus denen sich neben Übungsaufgaben die Note ergibt.

Im Modul BACH wirst du im BASE – Bachelorseminar (10 ECTS) deine Bachelorarbeiten schreiben und fertigstellen. Das Bach Modul setzt METH und FOPRAX voraus.

Praxisfelder

Nach positivem Abschluss der Studieneingangsphase und der GESKO A Vorlesungen, können Lehrveranstaltungen der GESKO B besucht werden. Die 3 Praxisfelder sind:

  • Journalismus
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Werbung und Marktforschung

Jedes dieser Felder bietet Arbeitstechniken (AT) und Übungen (UE) an. Die Lehrveranstaltungen sind praxisbezogen und haben überwiegend prüfungsimmanenten Charakter (Anwesenheitspflicht). Es wird in erster Linie „praktisches Wissen“ vermittelt, das in Übungsaufgaben umgesetzt werden kann/darf/muss. Insgesamt musst du auf eine Gesamtzahl von 24 ECTS erreichen. Um auf diese Zahl zu kommen gibt es 2 Varianten:

Variante 1 (GESKO B1):
Du besuchst zwei Praxisfelder mit jeweils einer AT und zwei aufbauenden UE.

Variante 2 (GESKO B2):
Du besuchst alle drei Praxisfelder mit jeweils einer AT und drei aufbauende UE aus einem oder mehreren Praxisfeldern.

Die aufbauenden Übungen dürfen erst besucht werden, wenn die grundlegende Übung/AT im jeweiligen Praxisfeld positiv absolviert wurde.
Für die Übungen aus dem Praxisfeld Journalismus (Hörfunk, TV) ist ein Nachweis berufstypischer technischer Fertigkeiten zu erbringen. Dafür werden eigens Vorbereitungskurse (technische Arbeitstechniken) angeboten welche der technischen Einführung (Kamera, Aufnahmegerät, Schnittplätze) dienen. Da es für den Besuch der tAT keine Voraussetzungen gibt, empfehlen wir dir, diese gleichzeitig mit der AT zu absolvieren, da sich das Abschließen des Praxisfeldes sonst um ein Jahr verzögert. Wenn nachweislich bereits Erfahrungen im Umgang mit Kamera, Schnitttechnik, etc. vorhanden sind (Arbeitszeugnis), kann der Studienprogrammleiter Klaus Lojka (klaus.lojka@univie.ac.at) kontaktiert werden, um dies als tAT anrechnen zu lassen.

Erweiterungscurricula

Im Rahmen des Bachelorstudiums muss zusätzlich zu den schon genannten Lehrveranstaltungen auch ein bestimmtes Ausmaß (60 ECTS-Anrechnungspunkte) an Lehrveranstaltungen aus Erweiterungscurricula absolviert werden. Diese können ab dem 2. Semester, nach erfolgreichem Abschluss der STEOP A und B, besucht werden. Wenn du innerhalb der Regelstudienzeit fertig werden möchtest, lohnt es sich jedes Semester einige ECs abzuschließen.

Ein EC enthält eigene Studienziele, Module, Modulbeschreibungen und Prüfungsordnungen – sie sind damit mit normalen Curricula für Studien vergleichbar. Alle aktuellen ECs findest du hier.

Für ein EC muss du dich über uSpace registrieren. Diese Registrierung gilt jeweils für ein komplettes EC und ist online über das uSpace-Anmeldesystem unter dem Punkt „Erweiterungscurricula“ durchzuführen.

Für die jeweiligen Vorlesungen muss man sich allerdings seperat in uSpace anmelden. Es empfiehlt sich, im Vorlesungsverzeichnis bei der jeweiligen Studienrichtung unter dem Punkt „Erweiterungscurricula“ oder „freie Wahlfächer“ die jeweiligen Lehrveranstaltungen zu suchen.

Ein Erweiterungscurriculum besteht normalerweise aus mehreren Lehrveranstaltungen die auch jeweils eine verschiedene Anzahl an ECTS haben können. Beispielsweise setzt sich das EC „Soziologische Gesellschaftsanalysen“ im Umfang von 15 ECTS aus vier Lehrveranstaltungen mit 3 + 3 + 3 + 6 = 15 ECTS zusammen. Diese Lehrveranstaltungen kann man natürlich auch auf mehrere Semester aufteilen und muss sie nicht in einem Semester machen. ACHTUNG: Im Sommer- und im Wintersemester werden zum Teil unterschiedliche LVs angeboten! Man muss ein EC immer vollständig abschließen um es im Prüfungspass geltend zu machen.

Rein formell gilt: maximal 30 ECTS pro Studienrichtung, minimal 6 ECTS, maximal eine Sprache.

Seit neuestem gibt es im Online-Vorlesungsverzeichnis eine Option „Erweiterungscurricula“, die alles etwas übersichtlicher macht.

Neben den Erweiterungscurricula werden auch interdisziplinäre Module namens INSOWI A und B, zu je 15 ECTS, angeboten. Die Studienprogrammleitung empfiehlt dir, wenn du eine Zulassung für ein aufbauendes Studium (Master) in den Sozialwissenschaften anstrebst, anstelle von Erweiterungscurricula im Ausmaß von 30 ECTS-Punkte eines oder beide der speziell angebotenen interdisziplinären Module zu absolvieren.

Im Ausmaß von 15 ECTS-Punkte kann ein Erweiterungscurriculum durch eine Alternative Erweiterung (AE) ersetzt werden. Bei diesen macht man kein vorgegebenes EC, sondern sucht sich frei andere Lehrveranstaltungen oder Prüfungen, die man sich im Studium anerkennen lassen kann. Kurz gesagt: Du kannst 15 ECTS machen aus „was immer du willst“.

Infos zur Anmeldephase nach der STEOP

Jedes Semester bekommst du ein Punktekonto von 1000 Punkten in Uspace (beim Anmeldesystem). Diese kannst du dann in Übungen, Seminaren usw. investieren. Je mehr Punkte du investierst, desto wahrscheinlicher kommst du in die jeweilige Lehrveranstaltung. In Uspace steht bei der Anmeldung immer dabei wie viele Personen genommen werden. Während der Anmeldephase kannst du jederzeit nachsehen wie viele Personen für die Lehrveranstaltungen angemeldet sind, so kannst du abschätzen wie viele Punkte du setzten solltest um in die Lehrveranstaltung zu kommen.

Falls du nicht in deine Wunschveranstaltung kommst: keine Sorge. Erstens kommt immer kurz nach der Anmeldephase auf der Universität eine weitere Nach-Anmeldeliste mit Restlehrverantaltungen. Hier musst du allerdings schnell sein, denn bei dieser Anmeldephase gilt das „First-come, First-serve“-Prinzip.
Zweitens bleiben dir die Punkte, die du für die jeweilige Lehrveranstaltung investiert hast, für das nächste Semester erhalten, wenn du dich nicht von der Lehrveranstaltung abmeldest. Das heißt, wenn du beispielsweise in eine Übung 200 Punkte investiert hast und nicht genommen wirst, würdest du im nächsten Semester für die selbe Übung 1200 Punkte zur verfügung haben (aber NUR für diese Übung).
Drittens lohnt es sich häufig trotzdem in die jeweilige Lehrveranstaltung zu gehen in der man auf einem niedrgen Wartelistenplatz steht. Viele ProfessorInnen melden die ersten paar Leute auf der Warteliste nach. Dazu musst du sie aber oft fragen.