Wenn es kracht in Favoriten …

Der Kommentar ist am 15.7. 2020 in der Wiener Zeitung erschienen.

Wer trägt die Verantwortung für die gewalttätigen Übergriffe bei friedlichen Demonstrationen?

Wenn manche Politiker und manche Kommentatoren behaupten, die Ausschreitungen seien ein importierter ethnischer Konflikt zwischen Türken und Kurden, der sich in Europa fortsetze, dann ist das eine sehr verkürzte Darstellung, die die komplexen Ursachen nicht erkennen will. Bei den Angriffen von Randalierern mit niedrigem Durchschnittsalter auf Demonstrantinnen und Demonstranten, die gegen das Morden in Nordsyrien und für Frauenrechte auf die Straße gingen, prallen mehrere Gegensatzpaare aufeinander: Rechts und Links, Konservativ und Liberal, Mann und Frau, Nationalismus und Weltoffenheit. weiterlesen »

Leserbrief zu „Die den Karren ziehen“ von Barbara Coudenhove-Kalergi

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Freude haben wir den Beitrag „Die den Karren ziehen“ von Barbara Coudenhove-Kalergi vom 15.04.2020 gelesen.
Online nachlesen
Sie betont darin mit zahlreichen anschaulichen Beispielen welch positiven Wirken und welche Notwendigkeit die Zuwanderung für Österreich hat.
Damit holt sie medial und sozial viel zu oft benachteiligte Bevölkerungsgruppen vor den Vorhang.

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Achtung: Enkel nicht streicheln!

Ich bin 66, ich stehe im Berufsleben, und ich habe es satt, im Namen der Heiligen Corona als hilfsbedürftige Alte stigmatisiert zu werden.

Der Kommentar ist leicht geändert in Die Presse vom 3. 4. 2020, S. 26 erschienen.

Die Einführung unbequemer Maßnahmen – deren Notwendigkeit hier nicht in Zweifel gezogen wird – erfolgt in zermürbender Regelmäßigkeit mit Verweis auf Alte und Kranke. 20- und 30-Jährige fühlen sich berechtigt und sogar verpflichtet, ihre Eltern und Großeltern zu ermahnen und zu maßregeln, was sie nun zu tun und zu lassen haben. Aber dieses „Wir müssen unsere Senioren schützen“ – nicht nur ich kann es nicht mehr hören, sondern viele der Generation 65plus. weiterlesen »

CFP der under.docs

Call for Papers:
under.docs – Fachtagung zu Kommunikation
Future in Progress – Kritische Perspektiven auf Wandel und Fortschritt

Ein Team von Studier­­­enden der Geistes- und Sozialwissenschaften an der Uni Wien veranstaltet eine Konferenz mit dem Titel „under.docs – Fachtagung zu Kommunikation. Future in Progress – Kritische Perspektiven auf Wandel und Fortschritt“ von Studierenden für Studierende. Diese Fachtagung soll einerseits Jungwissenschaftler*innen ab Bachelor- bis prae doc-Niveau in ihrer akademischen Tätigkeit und ihrem Werdegang fördern und auch das Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten bestärken.
Die Tagung wird aus Vorträgen, Postersessions und alternativen Präsentationen bestehen. Sie findet vom 14. – 16. Mai 2020 in Wien statt. weiterlesen »

Leserbrief zum Kommentar der Anderen „Religionskritik als Rassismus?“

Der Kommentar erschien am 26.4.2019 im Standard

Schon seit den 1980er-Jahren wird über Neo-Rassismus, Rassismus ohne Rassen und kulturellen Rassismus diskutiert – als einer Form des Rassismus, der ohne „Rassen“ auskommt, die ja (und wenigstens das ist mittlerweile recht unbestritten), auch eine Konstruktion sind. Abseits der als einheitlich konstruierten biologischen Merkmale können auch kulturelle oder religiöse Symbole genutzt werden, um „die Anderen“ zu konstruieren: Die Juden, die Muslime oder die Flüchtlinge, beispielsweise. Darüber, dass das Konzept eines kulturellen Rassismus möglicherweise zu schwammig ist, um ausgrenzende Ideologien wie Antisemitismus oder Anti-Muslimismus zu erfassen, wird in der Fachwelt durchaus diskutiert. Dennoch scheint es einigermaßen absurd, im Jahr 2019 einem Universitäts- und einem Fachhochschulprofessor erklären zu müssen, wieso Rassismus doch etwas mit Religion zu tun haben kann und ihr rein biologistischer Rassismus-Begriff lang überholt ist. weiterlesen »

Über Verbrecher und ihre Nationalitäten

Der Kommentar erschien am 6. 2. 2019 in der Wiener Zeitung.

Die Ursache von Morden liegt nicht in der Herkunft der Täter, sondern in sozialen Faktoren – und somit auch in der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung.

In manch einseitiger Betrachtung wurden die jüngsten Bluttaten auf patriarchale Gesinnungen in den Herkunftsländern von Aggressoren zurückgeführt. Explizit oder implizit ergibt sich daraus die Forderung: Schafft Migration ab, dann sinkt die Kriminalitätsrate! Aber kann das stimmen? weiterlesen »

Über „unkontaktierte Völker“

In dem Artikel „Die letzten unkontaktierten Völker der Welt“ im Standard vom 29. 11. 2018 von Bianca Blei werden indigene Gesellschaften aus abgelegenen Gegenden in aller Welt in einer Weise dargestellt, die man – höflich formuliert – als vereinfachend bezeichnen kann.

Die existenziellen Bedingungen für indigene Gruppen sind so verschieden wie die Staaten, in denen sie leben, aber gemeinsam ist ihnen Marginalisierung, oft Diskriminierung und rassistische Ausgrenzung. Außerdem teilen sie Zuschreibungen von Primitivität, Rückständigkeit und Ahistorizität von Seiten ihrer Nachbargesellschaften – bis hinein in westliche Medien. weiterlesen »

Muslimen reicht’s.

Über eine abendliche Diskussionsrunde in Karls Garten

Das Magazin „biber“, das über die multiethnische und multireligiöse Gesellschaft Österreichs berichtet, zeichnet sich einmal aus durch diverse Durchmischung seiner Redaktion und zudem, weil es pikante transkulturelle Themen aufgreift (Selbstbezeichnung: „biber mit scharf“), die die örtliche Medienlandschaft enorm bereichern, aber keineswegs den niedrigen Instinkten huldigen wie die anderen Gratisblätter.

Unlängst (am 24. 7.) war die Zeitschrift Veranstalterin eines sommerlichen Podiums- und Publikumsgesprächs im Karls Garten: „Muslimen reicht’s“. Unter diesem Titel würde man eigentlich erwarten, über die Befindlichkeiten von Menschen zu hören, die seit Längerem regelmäßig und ganz generell einem feindlich gesinnten verbalen Dauerbeschuss ausgesetzt sind. Wie geht es jemandem, dessen Religion zwar seit mehr als hundert Jahren offiziell anerkannt ist, dessen zentrale Glaubenssätze und -praktiken aber immer mehr von politischen Parteien und inzwischen systematisch von ganz oben diskriminiert werden? Wie geht es ihnen bei den ständigen Forderungen nach Verboten von Kopftuch, Schächten, Fasten, Beschneidung …? weiterlesen »

Call der Under.Docs der Uni Wien

Gerne leiten wir einen Call der Under.Docs weiter:

„Wir sind ein Team von Studier­­­enden der Geistes- und Sozialwissenschaften an der Uni Wien, die eine Konferenz mit dem Titel „under.docs – Fachtagung zu Kommunikation. “Widerstehen und Widersprechen“ von Studierende für Studierende veranstalten. Diese Fachtagung soll einerseits Jungwissenschaftler*innen ab Bachelor- bis prae doc-Niveau in ihrer akademischen Tätigkeit und ihrem Werdegang fördern und auch das Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten bestärken. Sie findet vom 18. – 20. Oktober 2018 in Wien statt.“

Hier geht es zum CFP: http://underdocs.univie.ac.at/wp-content/uploads/2018/05/under.docs-CfP-2018.pdf

In eigener Sache: DSGVO und Verstärkung

Liebe AbonnentInnen der Teilnehmenden Medienbeobachtung!

Auch wenn auf unserem Blog derzeit wenig los ist: Tot sind wir nicht, lediglich in der normalen Mühle zwischen Beruf, Familie und ehrenamtlichem Engagement leicht eingeklemmt. Da wir aber finden, es braucht nach wie vor – und eigentlich jetzt erst recht! (siehe Kommentar von Petra Stuiber) – kritische Medienbeobachtung, bitten wir um eure / Ihre Zustimmung, über künftige Blogbeiträge per E-Mail informieren zu dürfen.

Wie alle wissen, tritt am 25. Mai die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft. Aus diesem Anlass möchten wir unsere E-Mail-AbonnentInnen um ihre aktive Einwilligung zur weiteren Datennutzung bitten. Wenn ihr / Sie weiterhin Interesse an Teilnehmender Medienbeobachtung habt, abonniert bitte neu die E-Mail-Zusendung von Blogbeiträgen – nach einer Bestätigung der E-Mail-Adresse werden dann auch in Zukunft unsere Blogbeiträge per E-Mail zugesandt. Alle anderen Adressen werden von uns gelöscht. Selbstverständlich kannst du / können Sie auch Ihre Einwilligung jederzeit widerrufen und unsubscriben.


 

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