Jahresarchiv: 2009

Wenn „Kluge Köpfe“ weniger kluge Artikel verfassen: Mitteleuropa-Klischees im „Standard“

Sehr geehrte Standard-Redaktion,

der Standard behauptet in seiner Werbung gerne, eine „kluge Zeitung für kluge Köpfe“ zu machen. Immer wieder ist in Artikeln und Kommentaren das Selbstverständnis herauszulesen, eines der letzten freien „gallischen Dörfer“ in einem von Leserbriefkampagnen und vom Boulevard dominierten Land zu sein. Zu Recht ist der Standard stolz darauf, (mehr oder weniger) kritische und objektive Berichterstattung zu machen. weiterlesen »

Wie uns Statistiken die Bildungsdiskussion erklären

Sehr geehrte Presse-Redaktion,

mein Kommentar bezieht sich auf folgende Beiträge:

StudentenProteste: „Schluss mit Elitebildung“ – Online vom 17.11.09
(http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/522318/index.do?_vl_backlink=/home/bildung/universitaet/516801/index.do&direct=516801)

Studenten sind für Proteste, Ideologie ist aber unwichtig – Online vom 17.11.09
(http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/522120/index.do?_vl_backlink=/home/bildung/universitaet/516801/index.do&direct=516801)

In Ihren Beiträgen über die Studentenproteste zitieren Sie eine Umfrage des Institutes für Jugendkulturforschung. Leider wirkt diese nicht gerade erhellend, sondern spaltet die Studierenden in BefürworterInnen und GegnerInnen des Streiks. Besondere Verwirrung scheint die Tatsache zu verursachen, dass es keine einheitlichen Forderungen gibt, sondern viele verschiedene, die sich auch widersprechen. Aber geht es nicht genau darum in einer Demokratie? Eine Darstellung der verschiedenen Lebenswelten und Bedürfnisse könnte zur Bildungsdiskussion wesentlich mehr beitragen, als die Reduktion auf zwei Lager. Die Komplexität sozialen Zusammenlebens sollte innerhalb der Medien ausreichend behandelt werden. In den genannten Artikeln Artikeln kommen Lehrende nur am Rande vor, aber auch sie klagen über die Arbeits- und Lehrbedingungen. weiterlesen »

Klassenkampf 2009: Leistungsorientierter Erwerbstätiger vs. Hausfrau

Sehr geehrte Profil-Redaktion,

Sie greifen in der letzten Ausgabe (Nr. 44, 23. Oktober 2009, http://www.profil.at/articles/0943/560/253978/ungerechtes-oesterreich-umverteilungs-steuerpflichtigen) die aktuelle Umverteilungsdebatte auf.

Gernot Bauer, Eva Linsinger und Ulla Schmid zeigen in der „Coverstory“, wie „ungerecht“ das österreichische Sozialsystem ihrer Meinung nach ist und welche Folgen es nach sich zieht: „Das österreichische Umverteilungssystem schröpft die Steuerpflichtigen, fördert die Falschen und ist leistungsfeindlich: Statt Erwerbsarbeit zu forcieren, werden Hausfrauen, Erben und Trägheit belohnt.“ weiterlesen »

Presse-Kommentare zum Sarrazin-Interview

Nach dem Interview mit Thilo Sarrazin, das Frank Berberich für die aktuelle Ausgabe von Lettre international führte, wurden in der Presse mehrere Kommentare veröffentlicht: weiterlesen »

Andere über TMB

„Neuer Anthro-Gruppenblog ‚Teilnehmende Medienbeobachtung‘ und Podcasts!“

http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2009/neue-blogs

Die „netten MigrantInnen“ aus „Wir in Wien“, der Artikelserie in „Heute“

Sehr geehrte „Heute“-Redaktion,

Schon seit längerer Zeit verfolgen wir mit großem Interesse Ihre Artikelserie „Wir in Wien“, in der „erfolgreiche“ Migrantinnen und Migranten vorgestellt werden.

Das Klima der Hetze und offener Ausländerfeindlichkeit hat sich in den letzten Jahren in Österreich verstärkt. weiterlesen »

Integrations-Serie in der Presse

Sehr geehrte Presse-Redaktion!

Anlässlich der Medien.Messe.Migration 2009 möchten wir Ihnen zu Ihrer wöchentlichen Integrations-Serie (http://diepresse.at/integration) in Kooperation mit dem Verein M-Media gratulieren: Zum einen ist die Themenwahl und Ausführung interessant. weiterlesen »

Immer wieder „Südsee“!

Am 10. August 2009 veröffentlichte Der Standard die erste Folge einer neuen Artikelserie „Exotische Staaten“ unter der Überschrift „Politik mit der Wurzel des Pfefferbaums“ und berichtete darin über Tonga, Fidschi, Niue und Hutt River: weiterlesen »

TMB – Was wir wollen

In Österreichs Medien finden sich immer wieder Stereotype und Falschinformationen über als fremd empfundene Menschen, Gesellschaften, Religionen oder Regionen. Auch verschiedene diskriminierende Diskurse – zum Beispiel rassistische, sexistische, exotisierende – werden erzeugt und fortgeführt.

Die Kultur- und Sozialanthropologie, die sich mit dem Menschen als sozialem und kulturellem Wesen beschäftigt, hätte daher viel zum medialen Diskurs in Österreich zu sagen – und die Initiative „Teilnehmende Medienbeobachtung“ will hier aktiv werden.

Unser Ziel ist es, Medien kritisch zu beobachten, zu hinterfragen und zu kommentieren bzw. zu ergänzen. Mindestens alle zwei Wochen, bei Bedarf auch öfter, werden Beiträge zu verschiedenen Themen gestaltet, die hier veröffentlicht und den jeweiligen Medien als LeserInnenbriefe bzw. Gastkommentare zugesandt werden. Dadurch möchte die Initiative „Teilnehmende Medienbeobachtung“ problematische Medieninhalte nicht nur innerhalb eines akademischen Rahmens diskutieren, sondern direkt im öffentlichen Diskurs sichtbar machen.