Jahresarchiv: 2010

„Plötzlich gab es eine Telefonnummer des Islam“ – doch die der KSA lässt weiter auf sich warten

Medien und Öffentlichkeitsarbeit waren eines der Schwerpunkt-Themen der Tage der Kultur- und Sozialanthropologie 2010 – und zwar sowohl aus wissenschaftlicher Sicht wie auch in Bezug auf die Kommunikation wissenschaftlicher Ergebnisse und Ansichten: Im Workshop „Medien und Medienkritik“ wurden verschiedene medienanthropologische Forschungen des Instituts vorgestellt, während die Podiumsdiskussion das Verhältnis der KSA zu Medien und Öffentlichkeit thematisierte.
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Wider ein Burka-Verbot

Ingrid Thurners kritischer Gastkommentar zur Burka-Diskussion erschien am 5. 5. 2010 in der Presse:

Angezettelt von ÖVP-rechts-Außen Maria Fekter unter heftigem Applaus von Hans-Christian Strache hat das unwürdige Schauspiel inzwischen viele Mitwirkende, von Kanzler und Vizekanzler abwärts, die auf offener Bühne ihre jeweiligen Süppchen kochen. Da Wahlen anstehen, ist zu befürchten, dass wir in dieser Debatte, die auf dem Rücken der muslimischen Bevölkerung Österreichs und über ihre Köpfe hinwegtobt, noch viele abstruse Argumente hören werden.

Aber jenes von Herrn Strache wird kaum zu überbieten sein: Er will im Verbot eine integrationsfördernde Maßnahme sehen. weiterlesen »

Blogbeitrag von Irene Brickner zu TMB

Standard-Redakteurin Irene Brickner über die Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung: „Vereinfachte Sichtweisen erleichtern das Leben – aber meist nur für die, die schauen, nicht für die, die vereinfacht betrachtet werden. Ein Forum auf akademischem Boden, aber mit übergreifendem Einmischpotenzial, durchforstet österreichische Publikationen nach denkfaulen, vorurteilsbedingten Simplifizierungen.“ Weiterlesen bitte auf derStandard.at

Talking Anthropology Nr. 11 – Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung

Die Teilnehmende Medienbeobachtung (TMB) ist ein Blog im Umfeld des Wiener KSA Institutes, der sich kritisch mit der österreichischen Medienlandschaft auseinandersetzt.

Gemeinsam mit Heidi Weinhäupl und Philipp Budka habe ich über ihre Initiative gesprochen, der vierten Macht im Staate auf die Finger zu schauen und ihren Vorhang zu lüften.

Thomas Lohninger
Talking Anthropology

 

icon for podpress  TA11-TMB [68:00m]: Play Now | Play in Popup | Download

Islamophobe Islamstudie von Imas

Gastkommentar von Ingrid Thurner für den Augustin, erschienen am 5. Mai 2010:

Derzeit geistern Meldungen durch diverse Medien, welche die Angst der Bevölkerung vor dem Islam anhand einer Studie (Imas international Report Nr. 6, April 2010) belegen wollen. Kaum eine Zeitung, die die Ergebnisse hinterfragt, im Gegenteil, entsprechende Medienberichte weisen islamophobe Tendenzen auf. Und rechtspopulistische Kräfte in Österreich kommentieren begeistert und fühlen sich bestätigt (laut Apa-Meldung 7. 4. 2010).

Dies ist für die Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung ein Anlass, die Studie selbst zu studieren und zu fragen, welche Interessen da verfolgt werden und wer dahinter steht. weiterlesen »

Workshop und Podiumsdiskussion

Im Rahmen der 6. Tage der Kultur- und Sozialanthropologie (http://www.univie.ac.at/ksa/html/inh/aktu/tage.htm) beteiligt sich die Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung mit einem eigenen

Workshop „Medien und Medienkritik aus kultur- und sozialanthropologischer Perspektive“

Die Kultur- und Sozialanthropologie, und hier insbesondere die Medienanthropologie, bietet wichtige Zugänge und Instrumente für die Analyse medialer Repräsentationen, Systeme und Netzwerke sowie deren Produktion, Nutzung und Auswirkungen. Zu jedem dieser Bereiche werden in diesem Workshop, der im Rahmen der 6. Tage der Kultur- und Sozialanthropologie stattfindet, Ansätze und Forschungen vorgestellt.

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Wer fürchtet sich vor der Bettelmafia?

Sehr geehrte Ö1 Redaktion,

wir von der Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien möchten uns für das Journal Panorama am 11. 3. 2010, gestaltet von Ulla Ebner, bedanken. Es ist beschämend, unter welchen Bedingungen die Ärmsten der Armen Europas in den Städten Österreichs für ihren Lebensunterhalt sorgen müssen. Auch dass Sie die kursierenden Geschichten über angeblich organisierte Bettler-Mafias osteuropäischer Herkunft ins Reich der Mythen und Stadtlegenden einordnen konnten, ist erfreulich. Wer die Sendung gehört hat, kann nun wieder ohne zögerliches Abwägen von Für und Wider etwas geben, was zumindest in Wien schon nicht mehr möglich war.

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Interview von Michael Völker mit Außenminister Michael Spindelegger „Wir wollen keine Parallelgesellschaften“

LeserInnen-Kommentar zum Interview von Michael Völker mit Außenminister Michael Spindelegger „Wir wollen keine Parallelgesellschaften“, Der Standard Ausgabe 6./7. März 2010

In der Wochenendausgabe des Standard durfte Außenminister Michael Spindelegger im Interview mit Michael Völker wieder das diskussionswürdige Integrationsverständnis der derzeitigen Regierung darstellen: Titel des Interviews (und der Regierungslinie): „Wir wollen keine Parallelgesellschaften“. Im Text wird die Regierungslinie dann detailliert ausgeführt: Wir schaffen selbst Parallelstrukturen, z.B. Sprachschulen für Kinder mit Migrationshintergrund, drohen bei angeblicher Nichtintegration Sanktionen an und bekämpfen Rassismus, der Integration verhindert, nur in Form von Lippenbekenntnissen. Kritikwürdig ist aber nicht nur die Position der Regierung, sondern auch die journalistische Bereitwilligkeit, sich in diesen Diskurs über Pflichten ohne Rechte einzufügen.
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Ein neues Medium: daStandard.at

Sehr geehrte daStandard-Redaktion,

„Teilnahme an der Medienproduktion ist eine wichtige Voraussetzung zu einer gerechteren medialen Repräsentation der Menschen mit Migrationshintergrund“ und weiter „Nur wenn JournalistInnen mit Migrationshintergrund auch außerhalb von speziell für sie reservierten Nischen tätig werden, kann die mediale Integration erfolgreich sein.“ (Editorial – daStandard) – Mit diesen Worten stellen Sie im Editorial die Ziele der neuen Online-Redaktion daStandard.at vor. Ich stimme Ihnen hier vollkommen zu, und freue mich, dass Sie diese Ziele umsetzen wollen.

Dennoch stehe ich dieser neuen Redaktion ambivalent gegenüber, denn wie drückt sich eine funktionierende mediale Integration aus? weiterlesen »

Olympische Spiele: Indianer mehr als nur Aufputz

Sehr geehrte Ö1 Mittagsjournal Redaktion,

zunächst herzlichen Dank, dass Sie sich in Ihrem Beitrag „Olympische Spiele: Indianer mehr als nur Aufputz“ auch diesem gesellschaftlich und kulturell wichtigen Aspekt der Olympischen Winterspiele in Vancouver widmen. Die Indigenen Völker Kanadas, die sich aus First Nations, Inuit und Métis zusammensetzen, erkämpfen sich zusehends mehr politische und ökonomische Relevanz innerhalb der kanadischen Gesellschaft sowie entsprechende mediale Repräsentanz.

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