Monatsarchiv: November 2011

SexarbeiterInnen

Sehr geehrter Herr Mag. Mierau, sehr geehrte Österreich-Lokalredaktion!

Aufgrund des neuen Prostitutionsgesetzes in Wien häufen sich derzeit Berichte über Sexarbeit, auch in Ihrer Zeitung. Leider verwenden Sie dabei sehr stereotype und abwertende Bezeichnungen für die Betroffenen dieses Gesetzes. So sind im Artikel „Aus für den Strich“ vom 17. Nov. 2011 folgende Bezeichnungen – und nur diese – zu finden: Liebesdienerinnen und Dirnen. Ich kann keine psychologisierende Schlussfolgerung zur Verwendung solcher abwertender Termini für Sexarbeiterinnen abgeben, aber ich fände es für eine Zeitung im Jahr 2011 doch angemessen, dass sie in der Sprache das Niveau des 19. Jahrhunderts überwindet und Frauen – und Männer –, die dieser Profession nachgehen, als das bezeichnet, was sie sind, nämlich SexarbeiterInnen. weiterlesen »

LeserInnenbrief zu „Facebook-Gesichtsverlust“

Sehr geehrter Herr Rauscher, sehr geehrte Standard-Redaktion,

Ihr Kommentar „Facebook-Gesichtsverlust“ (Printausgabe 22.11.2011) macht Sie kein bisschen jünger, cooler oder urgeiler, als Sie es Werner Faymann vorwerfen nicht zu sein. Das Einserkastl wird als Plattform genützt, um auf Mitmenschen mit Migrationshintergrund hinzuprügeln – aus welchem Anlass auch immer.

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LeserInnenbrief zu „Kranke Kassen“

Sehr geehrte Frau Mag.a Goebel, sehr geehrte Profil-Redaktion,

mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel „Kranke Kassen“ gelesen, der die zahlreichen Probleme unseres Gesundheitssystems einleuchtend aufzeigt.

Unglücklich ist in diesem Zusammenhang lediglich der Vergleich unserer Lebensweise mit jener des frühen Menschen, da im Zuge dessen auf heute lebende Bevölkerungsgruppen Bezug genommen wird. Wie leider so oft in medialen und Alltagsdiskursen üblich, wird dadurch der Eindruck vermittelt, es gäbe Menschen, die in ihrer Entwicklung weiter zurück liegen würden als andere, vorzugsweise wir selbst. weiterlesen »

Zum Hadsch. Die Pilgerfahrt nach Mekka.

Betr:  Die Presse, Fotoserie „Hadsch nach Mekka: Die größte Pilgerreise der Welt” (Abfrage 9. 11. 2011, 14:35)

Sehr geehrte Redaktion,

es ist erfreulich, dass die Presse für  Interessierte die Pilgerfahrt nach Mekka in Wort und Bild veranschaulicht, es haben sich dabei jedoch Irrtümer und Ungenauigkeiten eingeschlichen. weiterlesen »

LeserInnenbrief zu „Neue Wege gegen Arbeitslosigkeit bei Migranten“

Sehr geehrter Herr Gerald John, sehr geehrte Standard-Redaktion,

mit Bedauern habe ich den Beitrag „Neue Wege gegen Arbeitslosigkeit bei Migranten“ gelesen (erschienen am 28.10.2011 in der Printausgabe).

Ohne die genannten Fakten bezüglich der Arbeitslosigkeit anzuzweifeln, halte ich deren Darstellung für sehr unglücklich gewählt. Als Einstieg folgt ein Stereotyp dem nächsten. „Sie kommen oft in Begleitung, manchmal mit der halben Familie im Schlepptau. Stumm sitzen die Frauen da, das Kopftuch ins Gesicht gezogen, während der Mann an ihrer Seite das Wort führt. Zieht die Beraterin ihnen doch ein paar Sätze aus der Nase, offenbart sich nicht selten holpriges Deutsch.“

Was wie ein Rätsel klingt – mit der richtigen Antwort „Türkische Mädchen und Frauen zählen zur schwierigsten Klientel von Jobvermittlern“ – ist vielmehr die Festschreibung immer wieder bedienter Stereotype. weiterlesen »