Jahresarchiv: 2013

Südwind-Magazin über TMB und Kobuk

Das Südwind-Magazin berichtet in seiner Dezember-Ausgabe über die Initiativen Teilnehmende Medienberichterstattung und Kobuk: Zum Artikel

Zurück in die Kolonialzeit

Die Gießener Allgemeine (Online-Ausgabe) vom 25.12.2013 berichtet von der Reise des pensionierten Gießener Oberarztes Prof. Heiner Laube „zurück in die Steinzeit“ zu den Kara in Äthiopien.

Mit dem mehrfach verwendeten Begriff „Urstamm“ wird gleich Eingangs suggeriert, dass es sich bei den Kara um eine seit der „Steinzeit“ unveränderte und unbeeinflusste Gruppe handeln würde, die sich in die heutige Zeit erhalten konnte. Diese Annahmen sind allerdings unbeweisbar und allein die Tatsache, dass sich ein Missionsteam vor Ort befindet widerlegt dies zumindest für die jüngere Zeit. weiterlesen »

Klimawandel und Asylwerber in der ZIB24

Sehr geehrte ZIB-24.00 Redaktion!

In der Ausgabe vom 26. Nov. 2013 der ZIB 24.00 brachten Sie einen Kurzbeitrag über den Fall eines Migranten aus Kiribati, der in Neuseeland bis dato erfolglos um Asyl als Klimaflüchtling angesucht hat. Ich begrüße es sehr, dass Sie über diese Thematik – Folgen des Klimawandels in Ozeanien – berichten. Leider tun Sie dies ohne spezifisches Fachwissen über diese Region. weiterlesen »

Ist der Arabische Frühling noch zu retten?

Der Kommentar ist in leicht veränderter Form in der NZZ vom 31. 10. 2013 erschienen, ebenso auf Qantara und wurde ins Englische und Arabische übersetzt.

Neuerdings gefallen sich Medien darin, den Arabischen Frühling zu Grabe zu tragen, und zwar durchaus auch intellektuellere Blätter. Nachgerade wird ein arabischer Winter heraufbeschworen. „In Ägypten hat Demokratie keine Chance“, kann man lesen oder: „Das Experiment ist vermutlich für längere Zeit gescheitert“.

Dabei ist man in Syrien und Ägypten, in Tunesien und Libyen gerade mitten in der Arbeit, es wird gekämpft und gestorben, aber auch verhandelt. Nichts ist entschieden, in keinem der Revolutionsländer. Aber aus europäischen Mündern tönt es hämisch: „Ihr werdet es ja doch nicht schaffen.“ Warum geben wir ihnen keine Zeit? weiterlesen »

Wider besseres Wissen: Medien und Islam

Der Kommentar ist in Südwind, Oktober 2013 erschienen.

Die Berichterstattung liefert ein äußerst einseitiges Bild einer ganzen Religion, zusammengewürfelt aus wenigen Versatzstücken.

Wer Zeitungen liest, muss feststellen, dass Meldungen und Kommentare zu Islam auf wenige Themen reduziert sind: Kopftuch, Minarett, Polygamie, Zwangsheirat, Beschneidung, Ehrenmord, Terrorismus, Islamismus, Hassprediger, Unterdrückung. weiterlesen »

Antwort zu „Sie kamen übers Meer“ oder: vom Ausblenden von Machtpositionen

Antwort zu „Sie kamen übers Meer“ von Dr. techn. Otto J. Golger, erschienen in der Kronen Zeitung am 13.10.2013.

„Sie kamen übers Meer“ – das ist auch schon das Einzige was die zwei, bei Leserbriefschreiber Dr. Golger vermeintlich vergleichbaren Gruppen – die im Zuge der Kolonialisierung Amerikas eingewanderten Personen und die heutigen „afrikanischen“ Flüchtlinge – gemeinsam haben. weiterlesen »

Leserbrief zum Interview mit Anja Salomonowitz über „Die 727 Tage ohne Karamo“ in der „Presse“

Mit Erstaunen erfüllte mich das Interview, das Köksal Baltaci mit der Regisseurin Anja Salomonowitz führte. Der Eindruck, dem Interviewer selbst seien binationale Ehepaare nicht ganz geheuer, drängt sich bei der Fragestellung auf. Abgesehen von den drei Fragen zu Beginn zwingt der Journalist die Regisseurin im Laufe des Interviews dazu, sich permanent für ihren Film zu rechtfertigen. Und zwischen den Zeilen vermeint man zu lesen: Selbst schuld! Wenn man schon so blöd ist, sich eine/n Ausländer/in auszusuchen, dann bitte nicht auch noch jammern, wenn’s schwierig wird! Umso verwunderlicher ist dieser Eindruck, da Herr Baltaci soeben mit dem Journalistenpreis für Integration für seinen Artikel „Mit Kopftuch in der Arbeit“ ausgezeichnet wurde. Von eben dieser Haltung (Wenn man schon so blöd ist, sich ein Kopftuch aufzusetzen, dann bitte nicht auch noch jammern, wenn’s schwierig wird!) ist in dem prämierten Artikel gar nichts zu spüren. weiterlesen »

„Reality Queens auf Safari“

Die sogenannte Reality Show “Reality Queens auf Safari” von Prosieben wurde vorzeitig abgesetzt, nicht wegen der Rassismus-Vorwürfe von 22 NGOs, sondern wegen schlechter Quoten. Die Sendung fiel auf durch wilde Tiere, nackte Busen, geduldige Einheimische und dümmliche Dialoge. Sowohl aus ethnologischer, wie auch aus feministischer Perspektive ist sie ein Rückschritt in finstere Zeiten. weiterlesen »

Schlachtfeld Ägypten: Wer hat Interesse an Demokratie?

Der Kommentar ist am 20. 8. 2013 in Die Presse erschienen.

Vor Gläubigen und Theologen fürchtet man sich in aufgeklärten westlichen Ländern mehr als vor Generälen. Wie leise sind doch die Proteste aus Brüssel und Washington gegen das gezielte Morden in Kairo? Bloß um den Schein zu wahren legen sie zeitweise ein wenig an Schärfe zu. Die Medienberichterstattung ist tendenziös und überwiegend Anti-Mursi und Pro-Sisi. Hunderte Tote – und dennoch wird das Wort Massaker in Anführungszeichen gesetzt („Massaker“). Da ist die Rede von „Räumung“ oder „Auflösung“ der Protestlager, obwohl sie doch niedergewalzt und leer geschossen wurden. Da kann man lesen: „Es sieht aus wie ein Schlachtfeld“ – wo es doch eines ist. weiterlesen »

Längster Tag und tiefste Nacht – Wie ich die Sonnwendfeier 2013 am Cobenzl als stille Zuhörerin erlebte

Der Cobenzl ist ein vielschichtiger Ort – ein atemberaubender Blick über die Stadt und somit auch Fixpunkt in meinem Wienprogramm für Gäste, der Parkplatz und die Wiese beim Baumkreis ein Ort für Stelldicheins, die Waldwege rund ums Weingut in Sommernächten voll mit Glühwürmchen, die Bäume neben dem Oktogon einst unentbehrlich für die Radiopiraterie, denn auf ihnen konnte man Antennen montieren und Programme in die Stadt hinunter senden. Viele Bedeutungen, Erzählungen und Erinnerungen machen den Cobenzl zu einem besonderen Ort.

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