Monatsarchiv: August 2013

Schlachtfeld Ägypten: Wer hat Interesse an Demokratie?

Der Kommentar ist am 20. 8. 2013 in Die Presse erschienen.

Vor Gläubigen und Theologen fürchtet man sich in aufgeklärten westlichen Ländern mehr als vor Generälen. Wie leise sind doch die Proteste aus Brüssel und Washington gegen das gezielte Morden in Kairo? Bloß um den Schein zu wahren legen sie zeitweise ein wenig an Schärfe zu. Die Medienberichterstattung ist tendenziös und überwiegend Anti-Mursi und Pro-Sisi. Hunderte Tote – und dennoch wird das Wort Massaker in Anführungszeichen gesetzt („Massaker“). Da ist die Rede von „Räumung“ oder „Auflösung“ der Protestlager, obwohl sie doch niedergewalzt und leer geschossen wurden. Da kann man lesen: „Es sieht aus wie ein Schlachtfeld“ – wo es doch eines ist. weiterlesen »

Längster Tag und tiefste Nacht – Wie ich die Sonnwendfeier 2013 am Cobenzl als stille Zuhörerin erlebte

Der Cobenzl ist ein vielschichtiger Ort – ein atemberaubender Blick über die Stadt und somit auch Fixpunkt in meinem Wienprogramm für Gäste, der Parkplatz und die Wiese beim Baumkreis ein Ort für Stelldicheins, die Waldwege rund ums Weingut in Sommernächten voll mit Glühwürmchen, die Bäume neben dem Oktogon einst unentbehrlich für die Radiopiraterie, denn auf ihnen konnte man Antennen montieren und Programme in die Stadt hinunter senden. Viele Bedeutungen, Erzählungen und Erinnerungen machen den Cobenzl zu einem besonderen Ort.

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Fehlende Recherche und Sprachsensibilität

 

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Knauer!

Mit großem Interesse haben wir – die Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung – Ihren Artikel Der Ur-Krieg ist abgesagt“ in der Wochenendausgabe der Wiener Zeitung (20./21. Juli 2013) gelesen. Positiv ist unserer Meinung nach, dass die darin vorgestellte Studie von Douglas Fry und Patrik Söderberg zeigt, dass Krieg keine conditio sine qua non der menschlichen Existenz ist. Daneben gibt es allerdings einige Punkte, die wir am Artikel kritisieren. weiterlesen »