Belohnung für „ortsüblichen Dresscode“ statt Kopftuch? – Zwei Entgegnungen

Der Standard hat vorige Woche einige mehr als hinterfragenswerte Texte als „Kommentare der anderen“ veröffentlicht, darunter den Artikel „Weniger Kopftuch, weniger Überfremdungsangst“ von einem pensionierten Diplomaten namens Michael Breisky, in dem argumentiert (wenn man das so nennen kann) wird, dass nur die kopftuchtragenden Frauen das Kopftuch ablegen müssten und schon wären die „Überfremdungsängste“ der ÖsterreicherInnen weg. Wer das Kopftuch ablegt und den „ortsüblichen Dresscode“ (schwebten ihm da wohl eher Bilder von Dirndln, Faltenröcken oder Jeans vor?) wird dann auch brav mit mehr Geld belohnt. Dadurch, so stellt sich das Breisky vor, sollen langsam die Kopftücher und damit die Ängste aus Österreich verschwinden. Zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

Eine gute Entgegnung dazu verfasste Dudu Kücükgöl, ebenfalls im Standard („Aufwallungen um ein simples Stück Stoff“). Ebenfalls höchst lesenswert ist Menerva Hammad („Weniger Ignoranz, weniger Intoleranz“): Ein sprachlich direkter und trotzdem analytischer Text (nur den Talibanvergleich am Schluss hätte es nicht gebraucht, und das mit dem „Herbeivögeln von Frauenrechten“ sehen wir anders – aber dass das jeder anders sehen darf und soll, verteidigt Menerva Hammad ja auch vehement).

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