Ein Marshallplan mit Afrika

Bevor gegen Hilfszuwendungen für Afrika gewettert wird, sollte zu allererst die Geschichte Europas auf diesem Kontinent betrachtet werden. Europa hat ab dem auslaufenden 15. Jahrhundert Teile Afrikas ausgeplündert. Europa hat sich an Afrika immer nur bereichert, durch Ressourcen (Seltene Erden, Gold, etc.), Anbau- und Ablageflächen oder versklavte Arbeitskräfte. Bis heute scheint es unmöglich dem Kontinent auf Augenhöhe zu begegnen. Dies wird vor allem im Sprechen über Afrika stark deutlich (Stichwort: Shithole-Countries). Aus fast allen Ecken schallt es, wenn über den Kontinent gesprochen wird: Armut, Korruption, Vetternwirtschaft, Unterernährung, Krankheiten, um nur ein paar Schlagworte zu nennen. Ein Marshallplan – oder fast schon eine Restitution der gestohlenen und enteigneten Ressourcen – zur Erzeugung eines Gleichgewichts zwischen den Kontinenten scheint angebracht. weiterlesen »

Albinos in Ostafrika

LerserInnenbrief von Heidi Weinhäupl und Anna-Sophie Tomancok an Herrn Obert, Magazin der Süddeutschen Zeitung:

Sehr geehrte Redaktion des Süddeutschen-Magazins,

Sehr geehrter Herr Michael Obert,

Vieles an Ihrem Artikel „Der Fluch der weißen Haut“ über die grausame Verfolgung von Menschen mit Albinismus in Tansania ist nicht nur interessant, sondern auch aus Sicht unserer Initiative „Teilnehmende Medienbeobachtung“ positiv hervorzuheben – beispielsweise dass Sie darin das „Afrika-Klischee eines rückständigen, barbarischen Kontinents, das der Westen gern von Afrika zeichnet“ nicht nur ansprechen, sondern ihm auch klar widersprechen. weiterlesen »

Reaktion auf den Standardartikel „Fremdenhass in Südafrika“

Sehr geehrtes Redaktionsteam von Der Standard,

in der Wochenendausgabe vom 31.01.2015 bin ich auf die Reportage „Fremdenhass in Südafrika: ‚Sie haben Macheten und töten uns’“ von Martina Schwikowski aufmerksam geworden, die sich mit gewaltsamen Konflikten in den Townships von Johannesburg befasst.
Im reißerischen Titel, aber auch im restlichen Artikel finden sich Klischees und es fehlen die Hintergrundinformationen, um diese hinterfragen zu können.
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Leserbrief zum „Geo Epoche“ Heft zum Thema „Afrika“

Sehr geehrter Herr Schaper, sehr geehrtes Redaktionsteam von Geo Epoche!

Spät, aber doch, sind wir von der Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung auf Ihr Schwerpunktheft zur Geschichte Afrikas aufmerksam geworden. Spät, aber nicht zu spät für ein Feedback, von dem wir hoffen, dass Sie es insbesondere für die angekündigte Darstellung Afrikas ab 1960 berücksichtigen können.

Ja, Sie haben recht. Es gibt Krisen, es gibt Katastrophen, es gibt Unfassbares in Afrika. Aber genau mit diesem Stereotyp des Krisenkontinents das Heft zu beginnen, es scheinbar auseinanderzunehmen, nur um es dann wieder zu bestätigen, hilft niemandem. Und es trägt auch nicht zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit Afrika bei. weiterlesen »

Der Islam als Biotop, in dem Gewalt blüht? Eine Replik

Kommentare oder Artikel wie der „düstere Halbmond“ von Eric Frey, erschienen am 20. Jänner 2014 im Standard, sind nicht nur irreführend, sondern auch gefährlich. Eine kritische Replik von Ingrid Thurner, Heidemarie Weinhäupl und Margit Wolfsberger als Leser_innen-Kommentar auf derStandard.at.

Schwarzafrika gibt es nicht

In zahlreichen Medien erschien am 13.11.2012  ein APA-Bericht, der sich auf einen Bericht von Amnesty International über die Diskriminierung von Menschen aus dem subsaharischen Afrika in Libyen stützte. Dabei wurde diese Personengruppe in allen Medien als „Schwarzafrikaner“ bezeichnet (ORF: http://orf.at/stories/2150951/; Der Standard: http://derstandard.at/1350261279916/Amnesty-Folter-und-Willkuer-gegen-Schwarzafrikaner-in-Libyen; Die Presse: http://diepresse.com/home/panorama/welt/1312334/Libyen_Amnesty-beklagt-Folter-von-Schwarzafrikanern?_vl_backlink=/home/panorama/welt/index.do). weiterlesen »

Auf Safari!

Fragwürdige Stereotypen der Tourismuswerbung

Im Rahmen der Vermarktung indigener Kulturen im Tourismus werden die Lebenswelten verarmter Minderheiten zu Sehnsuchtsorten reicher Zivilisationsflüchtiger auf Zeit. Im südlichen Afrika sind es „Buschmänner“, deren Vergangenheit als Jäger und Sammlerinnen zum gefälligen touristischen Konsum aufbereitet wird. weiterlesen »

Reisen nach „Afrika südlich der Sahara“

30.9.2011

Sehr geehrte Radioredaktion, sehr geehrter Herr Agathakis!

 

Nach der Sommerpause der regulären „Radio Wien“-Reisesendung „Auf und Davon“ wurde die erste Folge zum Reiseziel Kenia ausgestrahlt, in der – zumindest in der Eingangsphase – der Begriff „Schwarzafrika“ für die Lokalisierung Kenias in Afrika verwendet wurde. Der Begriff „Schwarzafrika“ ist ein kolonialistischer und basiert auf einem rassistischen Konzept der Einteilung der Welt und ihrer BewohnerInnen, da er die angebliche Gemeinsamkeit auf die (vereinheitlichend „Schwarz“ angenommene) Hautfarbe seiner BewohnerInnen bezieht. weiterlesen »