Tugendbesoffenheit, ein Rausch ohne Kater

Der Kommentar ist in Der Standard vom 19. 2. 2022, S. 47 erschienen.

Das heuchlerische Besserwissen hat Dimensionen angenommen, die bisher unvorstellbar waren. Wieviel an moralinsauren Ausstößen verträgt das soziale Klima noch?

Ein bis vor Kurzem wenig geläufiger Begriff tummelt sich vermehrt in den deutschsprachigen Medienlandschaften: Die Tugendbesoffenheit. Genaugenommen ist sie bloß alter Wein in neuem Schlauch, eine originelle Bezeichnung halt für ein banales Phänomen, das überbordende Moralisieren. weiterlesen »

Ein bewusst (?) missverstandener Protest

Kritisches Hinterfragen ist auch in Zeiten von Corona angebracht.

Der Kommentar ist in der Wiener Zeitung am 14. 5. 2021, S. 21 erschienen.

Zahlreiche namhafte Schauspielerinnen und Schauspieler verspürten in der jüngster Zeit offenbar das Bedürfnis, sich zu den Corona-Maßnahmen in Deutschland und Österreich kritisch zu äußern, und produzierten kurze ironisch-satirische Videos, publiziert auf der Seite www.allesdichtmachen.de. Keine 24 Stunden später war ein Shitstorm im Gange, auf den auch viele heimische Medien, allen voran der ORF, aufsprangen. Sofort wurde diese Kampagne als “missglückt” beschrieben, sobald es Kritik daran gab. Dies stellt eine Wertung dar, die so journalistisch vorschnell ist. Die Adjektive “umstritten” oder “viel diskutiert” wären auch zutreffend gewesen, ob sie wirklich “missglückt” war, kommt darauf an, was sie bezwecken wollte. Ein Hauptpunkt der Kampagne ist jedenfalls auch die mediale Berichterstattung über die Pandemie, unter anderem die ständige Angstmache.

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“Kein Recht auf Aufenthalt”

Leserbrief zum Artikel von Christina Traar in der “Kleinen Zeitung” vom 3.2.2021

Sehr geehrte Redaktionsmitglieder der Kleinen Zeitung!

Mit zunehmender Verwunderung musste ich den gestrigen Artikel zu den Abschiebungen der Kinder vergangene Woche nach Georgien lesen. Dieser sollte wohl den Versuch darstellen, eine neutrale Sicht auf den Fall zu präsentieren, las sich aber leider wie eine Werbeeinschaltung für das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (unterstützt durch das Foto). weiterlesen »

Leserbrief zu „Die den Karren ziehen“ von Barbara Coudenhove-Kalergi

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Freude haben wir den Beitrag „Die den Karren ziehen“ von Barbara Coudenhove-Kalergi vom 15.04.2020 gelesen.
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Sie betont darin mit zahlreichen anschaulichen Beispielen welch positiven Wirken und welche Notwendigkeit die Zuwanderung für Österreich hat.
Damit holt sie medial und sozial viel zu oft benachteiligte Bevölkerungsgruppen vor den Vorhang.

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Leserbrief zum Kommentar der Anderen „Religionskritik als Rassismus?“

Der Kommentar erschien am 26.4.2019 im Standard

Schon seit den 1980er-Jahren wird über Neo-Rassismus, Rassismus ohne Rassen und kulturellen Rassismus diskutiert – als einer Form des Rassismus, der ohne „Rassen“ auskommt, die ja (und wenigstens das ist mittlerweile recht unbestritten), auch eine Konstruktion sind. Abseits der als einheitlich konstruierten biologischen Merkmale können auch kulturelle oder religiöse Symbole genutzt werden, um „die Anderen“ zu konstruieren: Die Juden, die Muslime oder die Flüchtlinge, beispielsweise. Darüber, dass das Konzept eines kulturellen Rassismus möglicherweise zu schwammig ist, um ausgrenzende Ideologien wie Antisemitismus oder Anti-Muslimismus zu erfassen, wird in der Fachwelt durchaus diskutiert. Dennoch scheint es einigermaßen absurd, im Jahr 2019 einem Universitäts- und einem Fachhochschulprofessor erklären zu müssen, wieso Rassismus doch etwas mit Religion zu tun haben kann und ihr rein biologistischer Rassismus-Begriff lang überholt ist. weiterlesen »

Call der Under.Docs der Uni Wien

Gerne leiten wir einen Call der Under.Docs weiter:

“Wir sind ein Team von Studier­­­enden der Geistes- und Sozialwissenschaften an der Uni Wien, die eine Konferenz mit dem Titel „under.docs – Fachtagung zu Kommunikation. “Widerstehen und Widersprechen“ von Studierende für Studierende veranstalten. Diese Fachtagung soll einerseits Jungwissenschaftler*innen ab Bachelor- bis prae doc-Niveau in ihrer akademischen Tätigkeit und ihrem Werdegang fördern und auch das Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten bestärken. Sie findet vom 18. – 20. Oktober 2018 in Wien statt.”

Hier geht es zum CFP: http://underdocs.univie.ac.at/wp-content/uploads/2018/05/under.docs-CfP-2018.pdf

In eigener Sache: DSGVO und Verstärkung

Liebe AbonnentInnen der Teilnehmenden Medienbeobachtung!

Auch wenn auf unserem Blog derzeit wenig los ist: Tot sind wir nicht, lediglich in der normalen Mühle zwischen Beruf, Familie und ehrenamtlichem Engagement leicht eingeklemmt. Da wir aber finden, es braucht nach wie vor – und eigentlich jetzt erst recht! (siehe Kommentar von Petra Stuiber) – kritische Medienbeobachtung, bitten wir um eure / Ihre Zustimmung, über künftige Blogbeiträge per E-Mail informieren zu dürfen.

Wie alle wissen, tritt am 25. Mai die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft. Aus diesem Anlass möchten wir unsere E-Mail-AbonnentInnen um ihre aktive Einwilligung zur weiteren Datennutzung bitten. Wenn ihr / Sie weiterhin Interesse an Teilnehmender Medienbeobachtung habt, abonniert bitte neu die E-Mail-Zusendung von Blogbeiträgen – nach einer Bestätigung der E-Mail-Adresse werden dann auch in Zukunft unsere Blogbeiträge per E-Mail zugesandt. Alle anderen Adressen werden von uns gelöscht. Selbstverständlich kannst du / können Sie auch Ihre Einwilligung jederzeit widerrufen und unsubscriben.


 

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Leserbrief zur Gegenüberstellung Mindestpension-Mindestsicherung im Kurier

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben uns sehr über die Gegenüberstellung der unterschiedlichen Sozialleistungen und Mindestpensionen „Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache wollen Sozialleistungen für Flüchtlinge kürzen(…)“ vom 22.08.17 gefreut. Online nachlesen

Allein die Komplexität dieser Ausarbeitung lässt erahnen, wie facettenreich das System eigentlich ist. Kurze Slogans, welche gerne in politischen Kreisen gebracht werden, verlieren hier schnell an Glaubwürdigkeit. Natürlich wäre es weitaus einfacher den Ausrufen von den Herren Kurz und Strache zu glauben, ohne sich selbst mit der Materie zu beschäftigen. Gerade deshalb ist es erfreulich, dass im Kurier versucht wurde, diese Aussagen zu hinterfragen und kritisch zu beleuchten.

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Call for Papers der under.docs: (Deutungs-)Macht des Öffentlichen

Die under.docs der Universität Wien veranstalten von 19. bis 21. Oktober 2017 eine Fachtagung zu Kommunikation mit dem Schwerpunkt „(Deutungs-)Macht des Öffentlichen“. StudentInnen aller Geistes- und Sozialwissenschaften – von Bachelor- bis Doktoratsniveau – können noch bis 10. Juli 2017 laufende oder abgeschlossene Bachelor- bzw. Masterarbeiten, Dissertationen oder andere wissenschaftliche Projekte, Seminar- und Forschungsarbeiten einreichen. Weitere Informationen: http://underdocs.univie.ac.at

Leserbrief: „Mehrsprachigkeit ist ein Mehrwert – und kein Grund für Scham“

Mit einem kurzen Leserbrief haben wir den Beitrag von Zwetelina Ortega (21.02.2017) zum internationalen Tag der Muttersprache gewürdigt.

Hier der Originalkommentar zum Nachlesen:
derstandard

Sehr geehrte Standard-Redaktion,

wir haben uns sehr über den Kommentar „Mehrsprachigkeit ist ein Mehrwert – und kein Grund für Scham“ von Zwetelina Ortega (21.02.2017) gefreut.
Der durchwegs positive Zugang zu Mehrsprachigkeit war sehr erfreulich. Auch wurden die gesellschaftlichen Problematiken und deren Folgen für die Sprechenden von Minderheitensprachen gut nachvollziehbar aufgezeigt.

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