LeserInnenbrief zu Österreichs starke Rechtspopulisten

Sehr geehrter Herr Mijnssen, Sehr geehrte Redaktion der NZZ,

vielen Dank für Ihren informativen Kommentar zur Freiheitlichen Partei in Österreich. Es ist erschreckend, wie rechtspopulistische Parteien mittlerweile ihr Gedankengut an ihre Wählerschaft bringen und dieses unhinterfragt übernommen wird.

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TMB-Gastkommentar: Schule fürs Leben?

Von Gizem Gerdan, erschienen in der Wiener Zeitung am 15. Juni 2014

Seit Mitte März werden im Rahmen eines Experiments der Sendung „Thema“ zwei Schulklassen aus einer Neuen Mittelschule (NMS) und einem Gymnasium mit einer Kamera und einem Team von Trainer_innen durch die letzten Monate der 8. Schulstufe begleitet. Schon im Laufe der ersten Folge wird klar, dass es der Anteil an Schüler_innen mit Migrationshintergrund ist, der diese Klassen nach der Idee der Redakteure ganz besonders von einander unterscheidet. Ziel dieses Experiments ist es, dass die Schüler_innen von- und miteinander lernen. Zehn Jugendliche werden näher vorgestellt und begleitet, sechs von ihnen haben Migrationshintergrund, vier davon Fluchterfahrungen.

Der Ansatz der Sendung ist eigentlich erfreulich, da er eine Möglichkeit bietet, migrantische Geschichten zu erzählen, die selten Platz in Mainstreammedien finden. Die erste Folge der Sendung setzt in dieser Hinsicht auch positive Zeichen: Wir lernen die Jugendlichen kennen. Nichtsdestotrotz zeigen leider die nächsten Folgen eine deutliche Fokussierung auf die Kinder mit Fluchterfahrung, die stutzig werden lässt. Natürlich ist diese Erfahrung prägend für die Wünsche und Träume der Schüler_innen. Aber das Thema Flucht beherrscht nicht nur die Darstellung der Jugendlichen aus der NMS sondern den Großteil der gesamten weiteren Sendezeit. weiterlesen »

Staatsbürgerschaftstest und Wertedebatte – Ausgrenzende Abwertung

Sehr geehrter Herr Rauscher,
Sehr geehrte Standard-Redaktion,

 

Werte sind das, was der andere nicht hat – das ist zumindest der Eindruck, der entsteht, wenn man sich diverse Diskussionen um Inklusion und Exklusion ansieht. Und in diese Kerbe schlägt auch Ihre Glosse vom 25. April 2013 zum neuen Staatsbürgerschaftstest  (http://derstandard.at/1363709223295/Eine-Einstellungssache).  weiterlesen »

Tattoo ohne Eigenschaften. Zum Peckerl-Klischee

In Berlin wird der Halleiner Tätowierer Raoul S. ermordet. Die längste Zeit im Juli heisst es in der deutschen und österreichischen Presse, dass Rocker ihn vermutlich umgebracht haben. Warum? Irgendwo in der Nähe ist ein Rocker-Club – und Raoul S. war Tätowierer. Schließlich haben Rocker viele Tattoos. Rocker sind außerdem nicht als Friendensengel bekannt, das heißt: Der Mörder wird ein Rocker gewesen sein. War es aber nicht.
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LeserInnenbrief betreffend Wochenendausgabe 30.4./1.5.2011

Sehr geehrte Standard-Redaktion, sehr geehrte Irene Brickner!

Vielen Dank für den Themenschwerpunkt der vergangenen Wochenendausgabe! Es ist Ihnen gelungen, Migration nach Österreich historisch zu beleuchten und sie in ihren wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Aspekten darzustellen.

Die Arbeitsmarkteröffnung war und ist immer wieder Thema zahlreicher Debatten, die Ankunft von Migranten auf dem österreichischen Arbeitsmarkt wird oft als bedrohlich empfunden. Dieser Auffassung wirken Stimmen wie jene des Wirtschafts- und Migrationsexperten Klaus Zimmermann entgegen. weiterlesen »

‚Grillkrieg’ oder einfach Schlägerei?

Sehr geehrter Herr Pichler!

Ich habe Ihren Beitrag über die „Prügel-Orgie auf der Donauinsel“ sowie den Zusatzartikel „Grill-Polizei im Einsatz“ (beide: 27.4.2011 in Österreich) gelesen und möchte gegen diese Form der Berichterstattung protestieren. weiterlesen »

Interview von Michael Völker mit Außenminister Michael Spindelegger „Wir wollen keine Parallelgesellschaften“

LeserInnen-Kommentar zum Interview von Michael Völker mit Außenminister Michael Spindelegger „Wir wollen keine Parallelgesellschaften“, Der Standard Ausgabe 6./7. März 2010

In der Wochenendausgabe des Standard durfte Außenminister Michael Spindelegger im Interview mit Michael Völker wieder das diskussionswürdige Integrationsverständnis der derzeitigen Regierung darstellen: Titel des Interviews (und der Regierungslinie): „Wir wollen keine Parallelgesellschaften“. Im Text wird die Regierungslinie dann detailliert ausgeführt: Wir schaffen selbst Parallelstrukturen, z.B. Sprachschulen für Kinder mit Migrationshintergrund, drohen bei angeblicher Nichtintegration Sanktionen an und bekämpfen Rassismus, der Integration verhindert, nur in Form von Lippenbekenntnissen. Kritikwürdig ist aber nicht nur die Position der Regierung, sondern auch die journalistische Bereitwilligkeit, sich in diesen Diskurs über Pflichten ohne Rechte einzufügen.
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Olympische Spiele: Indianer mehr als nur Aufputz

Sehr geehrte Ö1 Mittagsjournal Redaktion,

zunächst herzlichen Dank, dass Sie sich in Ihrem Beitrag „Olympische Spiele: Indianer mehr als nur Aufputz“ auch diesem gesellschaftlich und kulturell wichtigen Aspekt der Olympischen Winterspiele in Vancouver widmen. Die Indigenen Völker Kanadas, die sich aus First Nations, Inuit und Métis zusammensetzen, erkämpfen sich zusehends mehr politische und ökonomische Relevanz innerhalb der kanadischen Gesellschaft sowie entsprechende mediale Repräsentanz.

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