Das Scheitern der islamischen Demokratie?

LeserInnenbrief zum Profil-Artikel Ägypten: Das Scheitern der islamischen Demokratie von Tessa Szyszkowitz im Profil vom 15. Juli 2013

Sehr geehrte Dr. Szyszkowitz, sehr geehrte profil-Redaktion,

vielen Dank für das gelungene Interview mit Gilles Kepel. Sie konnten den sogenannten Experten durch das Einbringen von Hintergrundwissen aus der Reserve locken, seine zum Teil verallgemeinernden Positionen aufbrechen und ein differenziertes Bild ermöglichen. Durchaus energischer hätte man noch aufdecken können, dass Herr Kepel jedes Versagen von demokratisch gewählten Regierungen mit Beteiligung islamistischer Parteien als logisch und naturbedingt (Ägypten, Türkei) darstellt, während er Erfolge (Tunesien) lediglich als Ausnahmeerscheinung abtut. weiterlesen »

Theologische Diskussion und Erneuerung im Islam

LeserInnenbrief zum Profil-Artikel Helden aus dem Orient von Tessa Szyszkowitz im Profil vom 29. Oktober 2012

Sehr geehrte Dr. Szyszkowitz,

vielen Dank für das Aufgreifen dieses wichtigen Themas, ich verfolge ihre Ausführungen immer mit großem Interesse. Leider entsteht beim Lesen ihres aktuellen Artikels der Eindruck, theologische Diskussion und Erneuerung seien innerhalb des Islams eine Seltenheit, etwas Neues und überhaupt etwas, was sich erst durch den Einfluss Europas ergeben habe. weiterlesen »

Das Afrikabild in unseren Köpfen

Angesichts von Berichten über Bürgerkriege und Flucht, AIDS und Ebola, Armut und Hungersnöten und den damit verbundenen Spendenaufrufen fragen sich wohl viele ÖsterreicherInnen, „warum ausgerechnet“ in Afrika, „ewig Hunger, Kriege, Staatsstreiche, Korruption, Diktaturen“ herrschen und „da stets Entwicklungs- und Nothilfe das Allerschlimmste verhindern“ müssen. Für MedienkonsumentInnen ist das – angesichts der medialen Bilder, die immer wieder Afrika insgesamt so darstellen – eine nachvollziehbare Frage. Der Chefredakteur eines Qualitätsmagazins sollte eigentlich einige Schritte weiter denken. Das tut Christian Rainer in seinem Beitrag „Darum immer Afrika“ (Profil vom 15.7.2012) leider nicht. Dafür liefert er uns aber ein Lehrstück darüber, wie genau dieses Afrikabild konstruiert wird. weiterlesen »

Reportage: Christian Rainer über die afrikanische Misere

Leserbrief zur Reportage Darum immer Afrika (Profil 29/2012)

Es hätte nicht des Profils (und einer Reise des Herausgebers) bedurft, um das Klischee vom „Krisenkontinent Afrika“ aufzuwärmen. Nicht nur scheint es mir journalistisch schlecht, wenn wenige, einseitig ausgewählte Zitate an die Stelle von eigener Recherche treten, das Ergebnis  ist auch inhaltlich ziemlich schwach: Traditionalismus, Fatalismus, ethnische Konflikte, zu viele Kinder…  solche angeblichen Ursachen der „Entwicklungskrise“ in Afrika waren Herrn Rainer wohl schon vor seiner Reise bewusst. Jetzt gibt es halt die Bestätigung von „Betroffenen“ plus noch Lob für die französische Kolonialherrschaft. weiterlesen »

Nachhaltigkeit als Fortschrittsfeind?

LeserInnenbrief zum Profil-Artikel Retro-Industrie: So schön gemütlich hier von Wolfram Weimer

Sehr geehrter Dr. Weimer,

mit Vergnügen habe ich ihre pointierte Beschreibung aktueller Trends gelesen, aber: Wie kommen Sie darauf, dass Nachhaltigkeit und „Entschleunigung“ Fortschrittsfeinde sind? Repräsentieren sie nicht genau jene Richtung, in die die Menschheit fortschreiten sollte, wenn Ressourcen zur Neige gehen, Nahrungsmittel und Kinderspielzeug krank machen, Schulmedizin von den Interessen von Pharmafirmen kontrolliert wird und Menschen bei der Herstellung unserer technischen Geräte ausgebeutet werden? weiterlesen »

LeserInnenbrief zu „Kranke Kassen“

Sehr geehrte Frau Mag.a Goebel, sehr geehrte Profil-Redaktion,

mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel „Kranke Kassen“ gelesen, der die zahlreichen Probleme unseres Gesundheitssystems einleuchtend aufzeigt.

Unglücklich ist in diesem Zusammenhang lediglich der Vergleich unserer Lebensweise mit jener des frühen Menschen, da im Zuge dessen auf heute lebende Bevölkerungsgruppen Bezug genommen wird. Wie leider so oft in medialen und Alltagsdiskursen üblich, wird dadurch der Eindruck vermittelt, es gäbe Menschen, die in ihrer Entwicklung weiter zurück liegen würden als andere, vorzugsweise wir selbst. weiterlesen »

Klassenkampf 2009: Leistungsorientierter Erwerbstätiger vs. Hausfrau

Sehr geehrte Profil-Redaktion,

Sie greifen in der letzten Ausgabe (Nr. 44, 23. Oktober 2009, http://www.profil.at/articles/0943/560/253978/ungerechtes-oesterreich-umverteilungs-steuerpflichtigen) die aktuelle Umverteilungsdebatte auf.

Gernot Bauer, Eva Linsinger und Ulla Schmid zeigen in der „Coverstory“, wie „ungerecht“ das österreichische Sozialsystem ihrer Meinung nach ist und welche Folgen es nach sich zieht: „Das österreichische Umverteilungssystem schröpft die Steuerpflichtigen, fördert die Falschen und ist leistungsfeindlich: Statt Erwerbsarbeit zu forcieren, werden Hausfrauen, Erben und Trägheit belohnt.“ weiterlesen »