Replik auf „Gender-Studies: Die Geschlechterillusion“ von Axel Meyer

Sehr geehrte NZZ-Redaktion, sehr geehrter Herr Axel Meyer,

In Ihrem Diskussionsbeitrag „Gender-Studies: Die Geschlechterillusion“ vom 04.04.2017, zeigen Sie die unumstößlichen Naturgesetze auf und versuchen gegen die Sozialwissenschaften anzuschreiben, deren Forschungsergebnisse gern als Teil des Genderwahn subsummiert werden. Dabei wird die Legitimität der Naturwissenschaften hervorgestrichen, um ein für alle Mal darzulegen, dass Geschlecht zum größten Teil biologisch determiniert sei. Die sozialkonstruktivistischen Ansätze, als Strömung jenseits von schwarz und weiß beziehungsweise Mann und Frau, seien eine Illusion, mit kaum wissenschaftlicher Evidenz.

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Frau ist nicht gleich Frau

Von Eva Kössner
Die Wahl von Hillary Clinton zur ersten Präsidentin der USA wäre wirklich ein historisches Ereignis, wie Gudrun Doringer auf der Titelseite der Salzburer Nachrichten vom 30. Juli feststellt. Verglichen mit ihrem Kontrahenten Trump erscheint Clinton derzeit wahrlich als die Stimme der Vernunft. Die demokratische Kandidatin aufgrund ihres Geschlechts als vernünftige, friedvolle Alternative zu „männlichen Machtdemonstrationen“ zu beschreiben, ist dennoch etwas weit her geholt.
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Linktipp

„Wir hoffen immer, und in allen Dingen ist besser hoffen als verzweifeln.“ (Goethe, Torquato Tasso) Und doch: Manchmal könnte man einfach nur noch heulen. Die „Süddeutsche Zeitung“ und der „Focus“ ernteten am vergangenen Wochenende massive Kritik wegen rassistischer bzw. sexistischer Titelseiten. Hier eine Kritik vom „Spiegel“ zum Nachlesen: Rassistische Titelbilder: „Süddeutsche“ entschuldigt sich, „Focus“ nicht

SexarbeiterInnen

Sehr geehrter Herr Mag. Mierau, sehr geehrte Österreich-Lokalredaktion!

Aufgrund des neuen Prostitutionsgesetzes in Wien häufen sich derzeit Berichte über Sexarbeit, auch in Ihrer Zeitung. Leider verwenden Sie dabei sehr stereotype und abwertende Bezeichnungen für die Betroffenen dieses Gesetzes. So sind im Artikel „Aus für den Strich“ vom 17. Nov. 2011 folgende Bezeichnungen – und nur diese – zu finden: Liebesdienerinnen und Dirnen. Ich kann keine psychologisierende Schlussfolgerung zur Verwendung solcher abwertender Termini für Sexarbeiterinnen abgeben, aber ich fände es für eine Zeitung im Jahr 2011 doch angemessen, dass sie in der Sprache das Niveau des 19. Jahrhunderts überwindet und Frauen – und Männer –, die dieser Profession nachgehen, als das bezeichnet, was sie sind, nämlich SexarbeiterInnen. weiterlesen »

Keine sexistische und exotisierende Werbung für Brasilien!

Sehr geehrter Herr Redakteur Stainoch!
Sehr geehrtes Jumbo-Geschäftsleitungsteam!

Bei einem Besuch der Reisemesse in Wien gestern habe ich u. a. ein Exemplar Ihres Fernreisejournals, Ausgabe 36/2010, erhalten und bin – als Kultur- und Sozialanthropologin sowie als reisende Frau – über die Gestaltung der Titelseite erstaunt bis entsetzt. weiterlesen »