Das Scheitern der islamischen Demokratie?

LeserInnenbrief zum Profil-Artikel Ägypten: Das Scheitern der islamischen Demokratie von Tessa Szyszkowitz im Profil vom 15. Juli 2013

Sehr geehrte Dr. Szyszkowitz, sehr geehrte profil-Redaktion,

vielen Dank für das gelungene Interview mit Gilles Kepel. Sie konnten den sogenannten Experten durch das Einbringen von Hintergrundwissen aus der Reserve locken, seine zum Teil verallgemeinernden Positionen aufbrechen und ein differenziertes Bild ermöglichen. Durchaus energischer hätte man noch aufdecken können, dass Herr Kepel jedes Versagen von demokratisch gewählten Regierungen mit Beteiligung islamistischer Parteien als logisch und naturbedingt (Ägypten, Türkei) darstellt, während er Erfolge (Tunesien) lediglich als Ausnahmeerscheinung abtut. Leider wurde in diesem Sinne für den Vorspann – und in der Online-Version sogar für den Titel – Kepels These vom „Scheitern der islamischen Demokratie“ übernommen. Konstatiert man etwa das „Scheitern der christlichen Demokratie“, wenn eine Regierung mit christlich-sozialer Beteilung in Europa undemokratisch handelt? Wie so oft scheinen Headline und Artikel nicht derselben Feder entsprungen.

Mit besten Grüßen,
MMag.a Eva Kössner
www.univie.ac.at/tmb

Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung aus kultur- und sozialanthropologischer Perspektive

(Der LeserInnenbrief wurde im Profil vom 22. Juli 2013 abgedruckt.)

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