Den Islam verbieten – oder doch die Zeitung „Österreich“?

Der Einfachheit halber dürfen wir gleich aus Wolfgang Fellners Kommentar „Wie lange noch schauen wir dem Terror zu?“ in der Tageszeitung „Österreich“ zitieren: „Der dritte Punkt im Kampf gegen den Terror ist der heikelste: Mittlerweile muss die Diskussion erlaubt sein, ob nicht der Islam als solcher in Europa verboten werden sollte. Bei allem Respekt für die Freiheit der Religionen und die vielen friedlichen, sympathischen Anhänger des Islam auch bei uns in Österreich: Die Grenzen zwischen dem friedlichen Islam und dem Terror im Namen des Islam verwischen sich immer mehr. In unseren städtischen Kindergärten. In vielen Moscheen. Da wird Terror gefördert, gepredigt, vorbereitet. So kann und darf es nicht weitergehen.“

Wolfgang Fellner stellt mit diesem aufhetzenden, pauschalisierenden und diskriminierenden Kommentar nicht nur alle Muslime unter Generalverdacht, sondern auch die Religionsfreiheit in Frage, die in den Menschenrechten und in der österreichischen Verfassung garantiert ist.

Damit ist sein Kommentar klar ein Fall für den Presserat. Wir beschränken uns daher zum Schluss auf ein kleines Gedankenexperiment:
Bei allem Respekt für die Medienfreiheit und die vielen friedlichen, sympathischen Anhänger der Zeitung Österreich muss nach diesem Kommentar mittlerweile auch die Diskussion erlaubt sein, ob nicht die Zeitschrift „Österreich“ als solche verboten werden sollte.

Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung, Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien

2 Kommentare

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  1. Josef Wukovits

    Danke. Auf den Punkt gebracht!

  2. Heidi Weinhäupl

    Der Presserat hat übrigens diesen Kommentar nicht verurteilt – in Kommentaren würde die Meinungsfreiheit „besonders weit“ reichen, und: „Die Senate des Presserats haben bereits mehrfach die Auffassung vertreten, dass in Kommentaren auch Meinungen vertreten werden können, die nicht von allen geteilt werden oder sogar verstören, schockieren und verletzen“ siehe: http://www.presserat.at/show_content.php?sid=86

    Unsere Meinung dazu: Auch wenn die Meinungsfreiheit weiter reicht, sollten sich KommentarschreiberInnen ebenfalls bewusst sein, dass sie Teil eines gesellschaftlichen Diskurses sind – und als solche Verantwortung haben. Wer das Verbot des Islam fordert oder dies in den Raum stellt, handelt nicht im Sinne der Meinungsfreiheit, sondern im Sinne der Quotenoptimierung. Seiner Verantwortung als Medienmacher wird er jedenfalls nicht gerecht.

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