Die ÖH ist kein „Studentenparlament“

Sehr geehrte Redaktion,

seit vielen Jahren schätzen wir den Falter wegen seiner genauen Recherchearbeit, vieler informativer Artikel, die man anderswo nicht findet, und weil immer das Bestreben erkenntlich ist, auch Minderheiten angemessen darzustellen.

In der Ausgabe 7/13 vom 13. 2. 2013, S. 17 stößt man auf den Satz: „Die Hochschülerschaft ist das Studentenparlament.“ Dieser Aussage begegnet man häufig in österreichischen Medien, aber von Ihrem Blatt ist man durch mehr Genauigkeit verwöhnt. Wäre die ÖH das „Studentenparlament“, dann wären die „Studenten“ ein Staat, dessen „Parlament“ Gesetze beschließt, an die sich die Bevölkerung, eben die „Studenten“ zu halten hat. Nichts davon ist der Fall. Die ÖH bildet auch nicht „eine Art Studentenregierung“. Vielmehr ist sie eine Interessensvertretung, die ihre Mitglieder, die sich heute lieber Studierende nennen, und deren Anliegen gegenüber der Gesetzgebung vertritt. Dies ist die Aufgabe von Kammern. Der Satz müsste demnach lauten: „Die Hochschülerschaft ist die Studentenkammer“ oder, wenn man mehr am Puls der Zeit sein will: „Die Hochschülerschaft ist die Studierendenkammer“. Verwechslungen mit der Behausung dieser Personen muss man in Kauf nehmen, damit leben die anderen Kammern schließlich auch.

Mit freundlichen Grüßen

Ingrid Thurner

Die erste Hälfte dieses Leserbriefs wurde abgedruckt in Falter 8/13 vom 20. 2. 2013, S. 4.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht.

(erforderlich)
(erforderlich)