Foto von Gewaltbetroffenem in HEUTE WMExtra

Sehr geehrter Herr Dr. Nusser!

Bei der Durchsicht Ihrer Zeitung HEUTE am Montag, 7.7.2014 waren wir von der Illustration des Beitrages „Messer-Attacke! Public Viewing in Costa Rica endet mit Blutbad“ im WMExtra regelrecht schockiert. Das relativ groß abgedruckte Foto zeigt einen auf der Straße liegenden Mann mit einem Messer im Rücken stecken.

Auch wenn das Gesicht nicht zu sehen ist, bedeutet diese Abbildung doch eine klare Verletzung von ethischen Grundsätzen für Journalismus. Einerseits gebührt den Betroffenen von Gewalttaten besondere Rücksicht – möchten Sie ein Foto von einem Ihrer Verwandten nach einem Fußballspielbesuch so in der Zeitung sehen? Und andererseits ist der Abdruck eines solchen Bildes auch im Hinblick auf Ihre jungen LeserInnen als zu gewaltsam zu beurteilen. Ihre Zeitung wird von vielen Kindern durchgeblättert, die auch insbesondere die WM-Berichterstattung interessiert verfolgen. Wir finden es daher nicht angebracht, solche Darstellungen zu zeigen. Es mag sein, dass Kinder in Filmen, Computerspielen, Comics weitaus ärgeren Gewaltdarstellungen ausgesetzt sind – doch hier handelt es sich um ein Verbrechen in der Realität und diese müssen Kindern altersgerecht präsentiert und erklärt werden. Gerade als Massenblatt sollte man hier an alle Zielgruppen denken und besonders schutzbedürftige Personen berücksichtigen.

Mag.a Margit Wolfsberger
Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung – Universität Wien

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