Frau ist nicht gleich Frau

Von Eva Kössner
Die Wahl von Hillary Clinton zur ersten Präsidentin der USA wäre wirklich ein historisches Ereignis, wie Gudrun Doringer auf der Titelseite der Salzburer Nachrichten vom 30. Juli feststellt. Verglichen mit ihrem Kontrahenten Trump erscheint Clinton derzeit wahrlich als die Stimme der Vernunft. Die demokratische Kandidatin aufgrund ihres Geschlechts als vernünftige, friedvolle Alternative zu „männlichen Machtdemonstrationen“ zu beschreiben, ist dennoch etwas weit her geholt.

Clintons bisherige Politik vor dem Hintergrund der Konflikte im Nahen Osten oder auch der Black Lives Matter-Bewegung machen sie wohl zu einem der schlechtesten Beispiele für so eine verklärte Argumentation, dass Frauen generell auf Ausgleich abzielen. Geschlechterstereotype werden dabei genauso strapaziert wie bei einer Abwertung von Frauen allein aufgrund ihres Geschlechts.

Nicht nur, dass ein solches Verständnis andere Achsen von Benachteiligung wie Klasse oder Hautfarbe verdeckt. Die Machtsysteme, die viele Frauen immer noch diskriminieren, basieren gerade auch auf solchen vereinfachten Ideen, dass Weiblichkeit per se danach strebe, Hierarchien auszugleichen.

Ein Kommentar

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  1. Frank Broszeit

    Eben! Auch die Querelen der Partei mit Sanders als Kandidat zeugen nicht gerade für ein „ebnen“ der Hierarchie. Hier scheint es sich eher um das Dumpfe nachplappern eines Manager Seminars zu handeln. Das dieses platte Zuschreibung weiblicher Eigenschaften keinen Halt hat kann man auch in der hiesigen Politiklandschaft beobachten. Und gerade die Situation in der Türkei nur mit der Gender Brille erklären zu wollen… Autsch! Erdogan kommt vom Mars und Clinton von der Venus?!

    Wie auch immer die US Wahl ausgehen wird es ist und bleibt eine Wahl zwischen Pest und Cholera – und das für Demokraten wie Republikaner.

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