Integrations-Serie in der Presse

Sehr geehrte Presse-Redaktion!

Anlässlich der Medien.Messe.Migration 2009 möchten wir Ihnen zu Ihrer wöchentlichen Integrations-Serie (http://diepresse.at/integration) in Kooperation mit dem Verein M-Media gratulieren: Zum einen ist die Themenwahl und Ausführung interessant. Zum anderen ist begrüßenswert, dass Sie die M-Media-JournalistInnen auch intern integrieren, indem sie beispielsweise an Blattkritiken teilnehmen. Ihre Redaktion beweist damit Offenheit gegenüber Kritik und den Willen, sich (weiter) für Integrationsthemen zu sensibilisieren, um so Fotos oder Überschriften, die Stereotype bedienen, häufiger zu vermeiden.

Wir hoffen daher auf eine Fortsetzung dieser Kooperation, viele weitere interessante Artikel und fruchtbare interne Blattkritik-Diskussionen.

Darüber hinaus möchten wir anregen, dass Ihre Zeitung mit weiteren Kooperationen mit MigrantInnen-Medien eine Vorreiterrolle einnimmt. Beispielsweise könnten Sie eine migrantische Beilage gestalten – mit Artikeln aus den Bosnisch/Kroatisch/Serbischen Magazinen Kosmo oder Bum, den türkisch-deutschen Zeitschriften Öneri, Yeni Vatan Gazetesi (Neue Heimat Zeitung), dem Biber und, und, und. Ihre RedakteurInnen könnten dabei jeweils interessante Beiträge auswählen und – so sie nicht ohnehin auf Deutsch veröffentlicht wurden – übersetzen bzw. zweisprachig abdrucken. Kontroverse Artikel können auch als Themen für Pro- und Kontra-Kommentare aufgegriffen werden.

Profitieren würden davon die MigrantInnenmedien, da sie an Bekanntheit gewinnen. Profitieren würde aber auch die Presse: Sie erschließen neue LeserInnen-Schichten. Damit werden die Jobs der eigenen RedakteurInnen nicht gefährdet (was diese befürchten könnten, wenn ihnen hier redaktioneller Platz für eigene Artikel verloren geht), sondern langfristig gesichert. Und Ihre LeserInnen profitieren, indem sie neue Einblicke und Informationen erhalten.

Derartige Kooperationen wären ein großer Gewinn für die österreichische Medienlandschaft. Denn die Vielfalt der MigrantInnenmedien, die sich anlässlich der Migrations-Medien-Messe vom 10. bis 11. September 2009 wieder gezeigt hat, findet leider kaum Eingang in die österreichischen Mainstream-Medien. Ihre Zeitung wirkt diesem Umstand gemeinsam mit M-Media entgegen – und es ist zu hoffen, dass dieser Kooperation bald weitere folgen.

Mit freundlichen Grüßen

Mag.a Heidemarie Weinhäupl, Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung, Universität Wien, http://www.univie.ac.at/tmb

2 Kommentare

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  1. Heidemarie Weinhäupl

    Simon Inou vom Verein M-Media, der maßgeblich an dem Integrations-Projekt mit der Presse beteiligt ist, hat sich telefonisch für den LeserInnenbrief bedankt und angekündigt, unseren Vorschlag, Artikel aus MigrantInnen-Medien zu übersetzen, im nächsten Jahr umzusetzen. Wir hoffen, dass die Presse ihm dafür mehr redaktionellen Platz zur Verfügung stellt und wünschen weiterhin viel Erfolg!

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