Leserbrief zu „Lokalaugenschein bei den Ex-Kirchenbesetzern“

Sehr geehrte Krone Redaktion,

Oft kommt es auf den Blickwinkel an. So bei Ihrem Artikel
„Lokalaugenschein bei den Ex-Kirchenbesetzern“. Beim Lesen überkommt einen
eher der Eindruck, als sollte in der Bevölkerung Missstimmung erweckt
werden, anstatt bestehende Probleme zu nennen – Probleme, für die die
Asylwerber nichts können. Die Schilderung von Cricket spielenden
Flüchtlingen und „deren“ luxuriösem Anwesen schüren Neid und in Folge
Ablehnung. Gefühle wie diese spielen eher Herrn Strache in die Hände, als
dass sie Aufklärung durch Information bewirken.

Keiner dieser neun Flüchtlinge ist im Besitz dieses Hauses oder wird in Bälde im Besitz eines Ähnlichen sein.
Es handelt sich lediglich um eine Unterkunft auf ungewisse
Zeit. Eine Zeit, in der die Männer nur beschränkten bis keinen Zugang zum
Arbeitsmarkt haben um für ihre Zukunft oder die ihrer Familien zu sorgen
bzw. wenn Sie so wollen, um dem Staat eine Leistung in Form von
Steuerabgaben zurückgeben zu können. Eine Änderung im Arbeitsrecht könnte
Lösungen bringen. Ebenfalls, wie richtig erwähnt wurde, müssen Verfahren
schneller und fairer abgewickelt werden – schon allein auf Grund der
Beschäftigungsgesetze und natürlich mindestens ebenso aus Menschlichkeit.
Leider geht dieser Teil in der Berichterstattung völlig unter. Ich freue
mich, wenn Sie in Zukunft vermehrt auf die Hintergründe der vermeintlichen
Probleme eingehen und auf das plumpe Schüren von Neid verzichten.

Mit freundlichen Grüßen
Mag.a Susanna Reiskopf, Teilnehmende Medienbeobachtung (univie.ac.at/tmb)

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