LeserInnenbrief betreffend Wochenendausgabe 30.4./1.5.2011

Sehr geehrte Standard-Redaktion, sehr geehrte Irene Brickner!

Vielen Dank für den Themenschwerpunkt der vergangenen Wochenendausgabe! Es ist Ihnen gelungen, Migration nach Österreich historisch zu beleuchten und sie in ihren wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Aspekten darzustellen.

Die Arbeitsmarkteröffnung war und ist immer wieder Thema zahlreicher Debatten, die Ankunft von Migranten auf dem österreichischen Arbeitsmarkt wird oft als bedrohlich empfunden. Dieser Auffassung wirken Stimmen wie jene des Wirtschafts- und Migrationsexperten Klaus Zimmermann entgegen.

Obwohl Wirtschaftsexperten schon lange das Gegenteil beweisen, glauben viele Menschen immer noch, dass Zuwanderung sich negativ auf ihre eigene Jobsituation auswirken könnte. Dass Zuwanderer die Wirtschaft ankurbeln, weil diese neue Arbeitskräfte braucht, wird nicht gehört. Dass viele Firmen mit ihrer Produktion ins Ausland abwandern werden, wenn ein Land nicht über genügend Arbeitskräfte verfügt, merkt man erst, wenn sie weg sind.

Eine differenzierte, sachliche Auseinandersetzung mit den Themen Migration und Asyl in Österreich (wie sie bei Ihnen funktioniert hat) kann einen wichtigen Beitrag zur vieldiskutierten „Integration“ liefern, von der größtenteils immer noch so getan wird, als wäre sie allein Sache der MigrantInnen und ihrer Nachkommen.

Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass im Rahmen Ihres Migrationsschwerpunktes nicht nur Experten, sondern auch jene zu Wort kommen, über die so inflationär gesprochen und geschrieben wird, nämlich die Migranten und Migrantinnen selbst. Es ist immer leichter, Menschen zu verurteilen und auszugrenzen, wenn man sie nicht kennt und ihre Geschichten nicht gehört hat. Die Kurzportraits geben den vielen Unbekannten ein Gesicht. In diesem Sinne vielen Dank für diesen Themenschwerpunkt – wir hoffen, dass noch viele weitere solche folgen.

Mit freundlichen Grüßen

Siobhán Kathleen Geets

Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung

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