LeserInnenbrief zu Österreichs starke Rechtspopulisten

Sehr geehrter Herr Mijnssen, Sehr geehrte Redaktion der NZZ,

vielen Dank für Ihren informativen Kommentar zur Freiheitlichen Partei in Österreich. Es ist erschreckend, wie rechtspopulistische Parteien mittlerweile ihr Gedankengut an ihre Wählerschaft bringen und dieses unhinterfragt übernommen wird.

Ein Kommentar, der aufzeigt, wie die Freiheitlichen durch geschicktes Spiel mit den Ängsten der Menschen Stimmen gewinnen, ist vor diesem Hintergrund sehr wichtig, ebenso der Hinweis auf die desaströsen Folgen ihrer Regierungsbeteiligung.

Eine weitere Ursache für die Zuneigung der Bevölkerung zu rechtem
Gedankengut: Die Meinungsmache und das Schüren der Existenzängste der Bevölkerung durch die Medien selbst, sowohl in Boulevardblättern als auch in Qualitätsmedien. Verfolgt man lange genug den medialen Diskurs rund um die Themen Zuzug, Migration und Flucht, so wird, besonders nach den Ereignissen in Köln, diese negative Meinungsmache deutlich sichtbar.

Gewalttaten werden mit nationalen oder religiösen Zugehörigkeiten in Zusammenhang gebracht und es findet ein Bashing gegenüber als fremd Konstruierten innerhalb der Gesellschaft statt. Durch diese negative Darstellung wird Tür und Tor für die FPÖ aber auch das Gehör derer geöffnet, die für die Ideen politisch radikaler Parteien empfänglich sind. Aus der Angst und Sorge um die eigene Existenz, die sowohl von den Parteien als auch von den Medien geschürt wird, ergibt sich diese oft erst. Die Aufgabe der Medien ist hingegen, sachlich und kontextbezogen über Ereignisse und deren Hintergründe zu berichten, und nicht, diffuse kollektive Bedrohungsgefühle zu erzeugen.

Ein sensibler Umgang mit Themen sowie eine aufklärende und geschichtsbezogene Kontextualisierung von Ereignissen, wie Sie es in Ihrem Kommentar machen, leistet diesbezüglich einen wichtigen Beitrag.
Mit freundlichen Grüßen,
Anna-Sophie Tomancok

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