Olympische Spiele: Indianer mehr als nur Aufputz

Sehr geehrte Ö1 Mittagsjournal Redaktion,

zunächst herzlichen Dank, dass Sie sich in Ihrem Beitrag „Olympische Spiele: Indianer mehr als nur Aufputz“ auch diesem gesellschaftlich und kulturell wichtigen Aspekt der Olympischen Winterspiele in Vancouver widmen. Die Indigenen Völker Kanadas, die sich aus First Nations, Inuit und Métis zusammensetzen, erkämpfen sich zusehends mehr politische und ökonomische Relevanz innerhalb der kanadischen Gesellschaft sowie entsprechende mediale Repräsentanz.

Deswegen ist es umso erstaunlicher, dass Kanada als eines von nur vier Ländern noch immer nicht die Deklaration der Vereinten Nationen für die Rechte Indigener Völker unterzeichnet hat. In Einzelfällen und besonders für die bei einem Medienereignis wie den Olympischen Spielen anwesende Weltöffentlichkeit werden scheinbar gute Beziehungen zur indigenen Bevölkerung gepflegt. Politisch und rechtlich verbindliche Vereinbarungen werden aber kaum oder gar nicht getroffen. Somit bleiben auch im modernen Kanada die mehr als 1 Million Indigenen in sämtlichen Lebensbereichen benachteiligt.

Die im Beitrag angesprochene Landrechtsfrage bleibt besonders in den westlichen Provinzen, wie British Columbia, wo keine Verträge zwischen indigenen Völkern und der kanadischen Regierung geschlossen wurden, auch weiterhin zum Nachteil der Indigenen ungeklärt. Und wie in Österreich der Arbeitskreis Indianer Nordamerikas immer wieder aufzeigt, sind insbesondere der Österreichische Skiverband (ÖSV) und dessen Repräsentanten an dieser Problematik nicht unbeteiligt. So trainiert der ÖSV seit mehreren Wintersaisonen für die Olympischen Spiele in Sun Peaks auf Land, das von First Nations beansprucht wird und von diesen offiziell weder der Regierung noch privaten Firmen zur Nutzung überlassen wurde.

Dies sind nur einige wenige Aspekte, die, meiner Meinung nach, notwendig wären, um ein differenzierteres Bild von der Situation indigener Völker in Kanada zu zeichnen.

Beste Grüße,

Mag. Philipp Budka
Teilnehmende Medienbeobachtung
http://www.univie.ac.at/tmb/

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