Presserat verurteilt Falter-Cover

Dem Presserat wird bei der derzeitigen Berichterstattung sicher nicht langweilig – das zeigen schon die vielen gemeldeten Artikel. Um zwei Entscheidungen herauszugreifen: Der Presserat gab letzte Woche bekannt, dass das Falter-Cover zu den sexuellen Übergriffen in Köln gegen den Ehrenkodex verstößt, weil die Illustration (auf der ausnahmslos dunkel dargestellte Männer sexuelle Übergriffe auf blonde Frauen setzen und ein blonder Polizist danebensteht) ein „generalisierendes Element“
aufweist (siehe Begründung), weil zeichnerisch ein „Prototyp eines Mannes aus dem nordafrikanischen bzw. arabischen Raum konstruiert“ wird.

Bezüglich der Argumentation des Falters („Alleine
aufgrund der Tatsache, dass es im ,Falter‘ erschienen sei, müsse klar
sein, dass hier keine ,rassistische Propaganda‘ gemacht werde“) merkt der Senat an, dass die Blattlinie bei der Beurteilung generell keine Rolle spiele – eine klare Aussage (auch wenn man bei manchen Medien durchaus auch die Kontinuität der Diskriminierung im Auge behalten sollte).

Der zweite Artikel wurde auch von TMB kritisiert: Der Krone-Artikel „Sozialhilfe für Bigamisten“ wird als „tendenziös“ gesehen, Muslime werden „pauschal verdächtigt“, „sich durch Bigamie
österreichische Sozialhilfe zu erschleichen“. (siehe Begründung der Entscheidung des Presserates)

Aber auch sonst bieten die Presseratsentscheidungen für und wider die verschiedenen Medien viel Lese- und Diskussionsstoff: http://www.presserat.at/show_content.php?sid=86

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