Protest: Gegen eine Verkleinerung des Weltmuseums

Das Wiener Weltmuseum muss nach dem Willen von Kulturminister Ostermayer einen Teil seiner Ausstellungsfläche abgeben. Das Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien sowie das Institut für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften protestieren gegen diesen bedenklichen Schritt in der folgenden Stellungnahme. Ausführliche Hintergründe und Informationen liefert der im Dezember erschienene Gastkommentar von Thomas Fillitz in der Presse. TMB und die genannten Institute hoffen auf zahlreiche Beteiligung an der Online-Petition!


Stellungnahme zur Entscheidung der Verkleinerung des Weltmuseums Wien
Anlässlich der Pressekonferenz des Bundesministers Dr. Ostermayer vom 19. Jänner 2015

Das Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien und das Institut für Sozialanthropologie an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften geben folgende Stellungnahme zur Verkleinerung des Weltmuseums Wien ab, wie es anlässlich der Pressekonferenz von 19.Jänner 2015 durch den Herrn Bundesminister Dr. Ostermayer mitgeteilt wurde:
1.Wir erachten die Entscheidung weder fachlich, noch sachlich begründet. Es handelt sich ausschließlich um eine massive Verschiebung von Räumen weg vom Weltmuseum. Wir vermissen jegliche museologischen beziehungsweise sozialanthropologischen Überlegungen, die für ein zukunftsweisendes Konzept unerlässlich wären.

2.Wir verwahren uns gegen die Aussage des Herrn Bundesministers, dass unsere Kritik durch die Interessen einer kleinen wissenschaftlichen Gemeinschaft geprägt war. Tatsächlich ist sie von namhaften, internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern getragen, welche nicht nur die Sammlungen von Weltrang hervorhoben, sondern ebenso die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung solcher Museen in der heutigen Zeit.

3.Unseres Erachtens erfolgte diese Entscheidung nicht nur im Interesse eines Hauses der österreichischen Geschichte sondern ebenso in jenem des Kunsthistorischen Museums. Durch den gemeinsamen Eingang mit den anderen KHM-Sammlungen im Corps de Logis und durch die Herrschaft des KHM im Hochparterre befürchten wir, dass das Weltmuseum Wien nicht mehr als solches wahrgenommen und nur noch als eine der kunsthistorisch definierten Sammlungen des KHM aufscheinen wird.

4.Mit Bedauern stellen wir fest, dass das Einverständnis des Direktors des Weltmuseums Wien, Dr. Steven Engelsman, zu dieser Lösung, nicht im Interesse des Weltmuseums und nicht im Interesse der Museumslandschaft an einem UNO-Sitz wie Wien ist.

Univ.Prof.Dr. Elke Mader, Vorständin Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien

o.Univ.Prof.Dr. Andre Gingrich, Direktor Institut für Sozialanthropologie an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

a.Univ.Prof.Dr. Thomas Fillitz, Koordinator der Tätigkeiten, Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht.

(erforderlich)
(erforderlich)