Reaktion auf den Standardartikel „Fremdenhass in Südafrika“

Sehr geehrtes Redaktionsteam von Der Standard,

in der Wochenendausgabe vom 31.01.2015 bin ich auf die Reportage „Fremdenhass in Südafrika: ‚Sie haben Macheten und töten uns’“ von Martina Schwikowski aufmerksam geworden, die sich mit gewaltsamen Konflikten in den Townships von Johannesburg befasst.
Im reißerischen Titel, aber auch im restlichen Artikel finden sich Klischees und es fehlen die Hintergrundinformationen, um diese hinterfragen zu können.

Die Autorin beschränkt sich auf eine Beschreibung der Gewaltausschreitungen, ohne die Vorfälle in einem historischen oder machtpolitischen Kontext zu beleuchten und mögliche Ursachen für die Verhältnisse in den Townships zu eruieren.
Sowohl die lange Geschichte der Ausbeutung durch Kolonisten wie auch die fortwährende Armut und hohe Arbeitslosigkeit in Südafrika wird außer Acht gelassen.

Selbstverständlich kann nichts davon Morde entschuldigen, es ist jedoch wichtig, die Hintergründe solcher Konflikte zu beleuchten. In der derzeitigen Form bestätigt die Reportage jedoch nur bestehende eurozentristische Bilder vom „brutalen, unzivilisierten Wilden“ und dem „Krisenkontinent Afrika“, statt einen Beitrag zu einem tiefergehenden Verständnis der Situation in Südafrika zu liefern.

mit freundlichen Grüßen
Marilen Lorenz in Zusammenarbeit mit TMB (www.univie.ac.at/tmb)

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