Replik zu Florian Klenks Kommentar „Offene Grenzen brauchen offene Worte“ (Falter 38/15)

Ja, es stimmt, es braucht eine ehrliche Debatte. Naivität und das Beklatschen von Flüchtlingen lösen keine Probleme.
Schade ist jedoch, dass es auch Herr Klenk schafft, wieder bekannte Vorurteile zu bedienen. Unterm Strich bleibt von seinem Kommentar: Probleme werden uns die MuslimInnen aus „rückständigen“ Gebieten machen. Was hier leider wieder fehlt, ist eine Differenzierung und ein Fokus auf die Fähigkeiten, die die Menschen mitbringen. Es wird der Eindruck erzeugt, dass die Tatsache, dass jemand Moslem ist, automatisch zur Ursache für Probleme werde. Und wieder gilt: von je weiter weg, desto potenziell problemträchtiger. So werden die Flüchtlinge aus Nachbarländern wie Bosnien den MuslimInnen aus weiter entfernten „rückständigen Gebieten“ gegenübergestellt. Da wird Religion mit Kultur vermischt, es wird angenommen, MuslimInnen seien per se „anderer“ als andere. Ja, viele der Flüchtlinge, die jetzt kommen, sind muslimischen Glaubens. Jedoch haben gerade die SyrerInnen – wo es wohl keiner Diskussion über Kriegs- vs. Wirtschaftsflüchtling bedarf – unter ihnen ein hohes Bildungsniveau. Bitte daher um mehr Differenzierung und Achtsamkeit – nicht zu verwechseln mit einer Verharmlosung von Problemen.

Mag.a Margarete Gibba
Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung
univie.ac.at/tmb

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