Staatsbürgerschaftstest und Wertedebatte – Ausgrenzende Abwertung

Sehr geehrter Herr Rauscher,
Sehr geehrte Standard-Redaktion,

 

Werte sind das, was der andere nicht hat – das ist zumindest der Eindruck, der entsteht, wenn man sich diverse Diskussionen um Inklusion und Exklusion ansieht. Und in diese Kerbe schlägt auch Ihre Glosse vom 25. April 2013 zum neuen Staatsbürgerschaftstest  (http://derstandard.at/1363709223295/Eine-Einstellungssache).  Staatsbürgerschaftskandidaten würden „oft aus autoritären oder patriarchalischen Gesellschaften“ stammen und nicht in der Lage sein, mit Frauen „zivilisiert“ zu sprechen, sie seien innerlich noch nicht in einer „westlich-demokratisch-liberalen Gesellschaft“ angekommen. In einer solchen Argumentation werden bestimmte Personengruppen abgewertet – und ja – in einem doppelten Sinne wertlos gemacht, denn solche Menschen würden wir hier doch nicht brauchen. Die Verweigerung der Integration und damit der Anerkennung von Menschen wird so legitimiert, menschenfeindliche Einstellungen und Verhaltensweisen verteidigt. Respekt, Gleichwertigkeit aller Menschen und Menschenwürde – vergessen sind plötzlich die sonst so wichtigen Ideale einer „westlich-demokratisch-liberalen Gesellschaft“. Sehr geehrter Herr Rauscher, tatsächlich macht jene/r „Menschenwürde von der Staatsbürgerschaft abhängig“, der die Staatsbürgerschaft zum Zwecke des Ausschlusses eines wesentlichen Teiles der österreichischen Bevölkerung benutzt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Mathilde Fixl

Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung

 

 

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