Replik zu Florian Klenks Kommentar „Offene Grenzen brauchen offene Worte“ (Falter 38/15)

Ja, es stimmt, es braucht eine ehrliche Debatte. Naivität und das Beklatschen von Flüchtlingen lösen keine Probleme.
Schade ist jedoch, dass es auch Herr Klenk schafft, wieder bekannte Vorurteile zu bedienen. Unterm Strich bleibt von seinem Kommentar: Probleme werden uns die MuslimInnen aus „rückständigen“ Gebieten machen. weiterlesen »

Offener Brief an die „Heute“-Redaktion über die Berichterstattung im Fall des „Kindergarten-Mörders“

Rassistische Berichterstattung ist in österreichischen Medien kein Einzelfall. Ganz im Gegenteil: Sie findet recht häufig statt.
Selbst die „Krone“, über die man per Gerichtsurteil sagen darf, dass sie „antisemitische und rassistische Tendenzen unterstützt“, bewegt sich innerhalb bestimmter Grenzen.

Der Gratis-Ableger der „Krone“, die Tageszeitung „Heute“, hat diese Grenze überschritten.
Der Bericht in „Heute“ über den „Kindergarten-Mord“ ist ein übles Machwerk:
Zum Nachlesen:
http://dastandard.at/1353208508447/Heute-ueberschreitet-Grenzen weiterlesen »

Zuwanderung in einem christlichen Weltbild

Leserbrief zum Text “Tolerant bis zur Selbstaufgabe?“ von Martin G. Petrowsky in der Wiener Zeitung, Extra, vom 22. 5. 2010, der am 7. 6. 2010 in stark gekürzter Form erschien.

Sehr geehrter Herr Petrowsky, sehr geehrte Redaktion,

bedauerlich, dass sich nun auch die Wiener Zeitung in den Reigen jener einfügt, die auf emotionaler Ebene gegen Einwanderungswillige, Wirtschaftsflüchtlinge und „Asylanten“ Stellung beziehen, wie geschehen in dem Beitrag Tolerant bis zur Selbstaufgabe? von Martin G. Petrowsky, vom 22. 5. 2010.

Da wird als “Tatsache” beschrieben, dass “Wirtschaftsflüchtlinge … meist … weder die nötige fachliche und sprachliche Qualifikation, noch die nötige Lern- und Anpassungsbereitschaft besitzen”. Dem ist entgegenzuhalten, dass so genannte „Wirtschaftsflüchtlinge“, wenn sie offiziell in eine solche Kategorie eingeteilt werden, ohnedies wieder dorthin geschickt werden, wo sie herkommen. Keine Studie kann daher einen solchen Sachverhalt belegen, dies ist keine Tatsache, sondern eine bloße Meinung desjenigen, der sie erfindet.
Derart bietet dieser Text viele Gelegenheiten, Sätze des Vorurteils zu überführen, der Ungenauigkeit, der unbewiesenen Behauptung oder einer bloßen Meinung, die als Tatsache auftritt. weiterlesen »

Wer fürchtet sich vor der Bettelmafia?

Sehr geehrte Ö1 Redaktion,

wir von der Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien möchten uns für das Journal Panorama am 11. 3. 2010, gestaltet von Ulla Ebner, bedanken. Es ist beschämend, unter welchen Bedingungen die Ärmsten der Armen Europas in den Städten Österreichs für ihren Lebensunterhalt sorgen müssen. Auch dass Sie die kursierenden Geschichten über angeblich organisierte Bettler-Mafias osteuropäischer Herkunft ins Reich der Mythen und Stadtlegenden einordnen konnten, ist erfreulich. Wer die Sendung gehört hat, kann nun wieder ohne zögerliches Abwägen von Für und Wider etwas geben, was zumindest in Wien schon nicht mehr möglich war.

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Interview von Michael Völker mit Außenminister Michael Spindelegger „Wir wollen keine Parallelgesellschaften“

LeserInnen-Kommentar zum Interview von Michael Völker mit Außenminister Michael Spindelegger „Wir wollen keine Parallelgesellschaften“, Der Standard Ausgabe 6./7. März 2010

In der Wochenendausgabe des Standard durfte Außenminister Michael Spindelegger im Interview mit Michael Völker wieder das diskussionswürdige Integrationsverständnis der derzeitigen Regierung darstellen: Titel des Interviews (und der Regierungslinie): „Wir wollen keine Parallelgesellschaften“. Im Text wird die Regierungslinie dann detailliert ausgeführt: Wir schaffen selbst Parallelstrukturen, z.B. Sprachschulen für Kinder mit Migrationshintergrund, drohen bei angeblicher Nichtintegration Sanktionen an und bekämpfen Rassismus, der Integration verhindert, nur in Form von Lippenbekenntnissen. Kritikwürdig ist aber nicht nur die Position der Regierung, sondern auch die journalistische Bereitwilligkeit, sich in diesen Diskurs über Pflichten ohne Rechte einzufügen.
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