Teenies als Terroristen?

LeserInnenbrief zum Titelblatt des Kurier am 21. September 2014:

Sehr geehrte Kurier-Redaktion,

es ist einfach nur schade, dass reißerische Bilder und Headlines offenbar uneingeschränkte Priorität haben. Schockiert wird man aus seiner Sonntagsruhe gerissen, wenn einem der Sager „Teenies als Terroristen – jung, weiblich, gewaltbereit“ über schwarz verschleierten Augen entgegen prangt. Nicht einmal ein Fragezeichen stellt diese eindeutige Zuordnung von Verschleierung und Gewalt wenigstens zur Diskussion. Ganz egal, wie der dazu gehörige Artikel aussehen mag: Jene, denen verschleierte Musliminnen suspekt oder gar ein Dorn im Auge sind, werden sich bestätigt fühlen. In Zeiten, in denen muslimische Frauen verstärkt Anfeindungen und sogar gewaltsame Übergriffe erleben, kann es kein „Versehen“ sein, zusätzlich Öl ins Feuer zu gießen. Schade, dass die Bemühungen von vielen Seiten, einer aufgehetzten Stimmmung wirksam zu begegnen, nicht wert geschätzt werden. Schade, dass lieber Ängste geschürt werden als polarisierenden Tendenzen entgegen zu wirken. Schade, dass der Boulevard doch oftmals näher ist als journalistische Sorgfalt.
Mit freundlichen Grüßen,
MMag.a Eva Kössner
Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung, www.univie.ac.at/tmb

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