Wer fürchtet sich vor der Bettelmafia?

Sehr geehrte Ö1 Redaktion,

wir von der Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien möchten uns für das Journal Panorama am 11. 3. 2010, gestaltet von Ulla Ebner, bedanken. Es ist beschämend, unter welchen Bedingungen die Ärmsten der Armen Europas in den Städten Österreichs für ihren Lebensunterhalt sorgen müssen. Auch dass Sie die kursierenden Geschichten über angeblich organisierte Bettler-Mafias osteuropäischer Herkunft ins Reich der Mythen und Stadtlegenden einordnen konnten, ist erfreulich. Wer die Sendung gehört hat, kann nun wieder ohne zögerliches Abwägen von Für und Wider etwas geben, was zumindest in Wien schon nicht mehr möglich war.

Es ist haarsträubend, wie in den letzten Jahren durch Diskriminierung von Roma und anderen benachteiligten Gruppen genau auf dem Rücken dieser gezielt Politik gemacht wurde, indem Geschichten in Umlauf gesetzt wurden, die sie zusätzlich stigmatisieren – all das mit der Strategie, die Bereitschaft der Gebenden zu dämpfen, das Leben der am meisten Ausgegrenzten zu erschweren und ihnen einen Aufenthalt in Österreich als wenig attraktiv erscheinen zu lassen.

Weil politische Kräfte der Ansicht sind, dass der Bevölkerung Österreichs der Anblick von Armut und Behinderung nicht zumutbar ist, insbesondere nicht vor Wahlen, bekämpfen ebendiese Kräfte nicht die Armut, sondern die Armen. Wir danken Ihnen, dass Sie darauf aufmerksam gemacht haben und hoffen auf weitere Sendungen zu diesem Thema.

Mit freundlichen Grüßen

Ingrid Thurner
Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung

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