Bildaufbau

 

Ein Bild wird analog zum Nipkow-Prinzip zeilenweise abgetastet. Damit das Auge ein zeilenweise aufgebautes Bild (zu jedem Zeitpunkt wird nur ein Bildpunkt übertragen) als Ganzes wahrnimmt, müssen die Abtastung, die Umsetzung und der Bildaufbau bei der Wiedergabe möglichst schnell vor sich gehen. In Europa wählte man eine Bildwechselfrequenz von 25 Hz, in Amerika 29,97 Hz. Als Taktgeber können so die Netzfrequenzen der Stromnetze (50 Hz in Europa und 59,94 Hz in den USA) genützt werden.

 

Werden alle Bildzeilen Zeile für Zeile nacheinander abgetastet, nennt man das einen progressiven Bildaufbau, der nur bei einigen HDTV-Definitionen und Computersystemen Anwendung findet. Bei Standard TV-Systemen würde durch die geringe Bildwechselfrequenz das Bild stark flimmern. Das Zeilensprung- oder Interlaceverfahren ermöglicht eine Verdoppelung der Frequenz auf 50Hz. Das Gesamtbild (Frame) wird in zwei Halbbilder (Fields) zerlegt, deren Zeilen verkämmt sind. (Abb.) Die Halbbilder werden hintereinander zeilenweise von links oben nach rechts unten übertragen und dargestellt, wobei zuerst die ungeraden und dann die geraden Zeilen übertragen werden. Achtung: die Halbbilddominanz bei digitalen Dateiformaten definiert die Art der Speicherung und nicht der analogen Übertragung. Zur Spezifikation des DV-Standards gehört die Halbbildfolge lower field first, im Gegensatz zu upper field first bei den HD-Systemen.

 

 

Zeilensprungverfahren

 

 

Bei jedem Zeilen- und Bildwechsel muss der Elektronenstrahl zum nächsten Zeilenanfang geführt werden. In dieser Zeit darf er nicht sichtbar sein und wird daher abgeschaltet (ausgetastet). Diese Unterbrechung im Bilddatenstrom wird Austastlücke genannt. Während der Austastlücken werden Impulse für die Horizontal- und Vertikalsynchronisation und andere Daten (z.B. Videotext) übertragen.