11.11.13 – Podiumsdiskussion „Vordenker der Vernichtung“

11.Nov 2013

Die Dekanin der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät und die Vorständin des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien  laden ein zur Podiumsdiskussion

Vordenker der Vernichtung

Götz Aly (Berlin), Josef Ehmer (Wien), Susanne Heim (Berlin), Bertrand Perz (Wien) und Susan Zimmermann (Budapest/Wien)

Moderation: Albert Müller

Montag, 11. November 2013, 18:30
Aula am Universitätscampus
Spitalgasse 2-4/Hof 1, 1090 Wien

Im Jahr 1991 erschien erstmals Götz Alys und Susanne Heims Buch Vordenker der Ver­nichtung. Auschwitz und die deutschen Pläne für eine neue europäische Ordnung. Aly und Heim lenkten den Blick systematisch auf die entscheidende Bedeutung von angewandten und Planungswissenschaftlern wie Soziologen, Betriebs- und Volkswirten, Bevölkerungswissenschaftlern, Geographen, aber auch Historikern und Wissenschaftlern aus weiteren Disziplinen für die Genese von weitreichenden Umsiedlungsplänen, der Großraumpolitik, der massenhaften Beraubung und Vernichtung von Juden, der Ausbeutung und Ermordung von Kriegsgefangenen.

Für viele Leserinnen und Leser bedeutete der Hinweis auf eine massive Involvierung junger, akademischer Eliten in Prozesse der Massenvernichtung eine große Überraschung. Von einigen deutschen Historikern wurde das Buch rasch nach Erscheinen heftig abgelehnt, denn zu sehr schien es vom bis dahin bestehenden Konsensspektrum abzuweichen. Die veränderte Perspektive wurde jedoch rasch in anderen Ländern, schließlich auch in Deutschland selbst, aufgegriffen.

In diesem Jahr, 2013, wurde das Buch in einer überarbeiteten Neuauflage der Erstausgabe wieder vorgelegt. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion soll untersucht werden, in welcher Weise diese Arbeit einen Paradigmenwechsel in der Historiographie der NS-Vernichtungspolitik zur Folge hatte.

Eine Veranstaltung des Instituts für Zeitgeschichte, des Forschungsschwerpunkts „Diktaturen, Gewalt, Genozide“ und der Österreichischen Gesellschaft für Zeitgeschichte mit Unterstützung durch die Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät der Universität Wien.

Druckversion der Einladung