12.11. – Heinz von Foerster Lecture ’18 – Josef Mitterer: Die Richtung des Denkens

12.Nov 2018

Montag, 12. November 2018, 18:00 Uhr
Aula, Universitätscampus Altes AKH
Spitalgasse 2–4, Hof 1, 1090 Wien

Drei Gemeinsamkeiten bilden die Basis der dualistischen Philosophie: die Voraussetzung einer Dichotomie zwischen Objektebene und Sprachebene, die Suche nach Wahrheit und Erkenntnis und die Richtung des Denkens. Das Denken ist auf den Gegenstand des Denkens gerichtet. Unser Reden ist auf das gerichtet, worüber wir reden. Die Erkenntnis ist nach rückwärts gerichtet: auf das vor der Erkenntnis schon vorliegende Objekt. Das rückwärtsgewandte Denken führt in Paradoxien und in den dualistischen Zirkel. Die Richtung des Denkens auf das Denkobjekt bildet einen zentralen Zug der philosophischen Argumentationstechnik, die beliebige Auffassungen rechtfertigen oder kritisieren kann. Eine nicht-dualisierende Denkweise, die sprachverschiedene Objekte weder voraussetzt noch hervorbringt, wird als Alternative vorgestellt. Die Erkenntnis ist nicht auf das Objekt gerichtet, sondern geht von ihm aus. Das Objekt der Erkenntnis verhält sich zur Erkenntnis des Objekts wie die Erkenntnis so far zur Erkenntnis from now on. Im Vortrag geht es um Transparenz und nicht um Transzendenz.

Josef Mitterer

Josef Mitterer, geb. 1948, ist Philosoph an der Universität Klagenfurt. Schriften: Das Jenseits der Philosophie. Wider das dualistische Erkenntnisprinzip. Passagen-Verlag, Wien 1992; Neuausgabe: Velbrück Wissenschaft, Weilerswist 2011. Die Flucht aus der Beliebigkeit. Fischer Verlag, Frankfurt/M 2001; Neuausgabe: Velbrück Wissenschaft, Weilerswist 2011. Zu Josef Mitterer u. a.: Alexander Riegler & Stefan Weber (Hg.), Die Dritte Philosophie. Kritische Beiträge zu Josef Mitterers Non-Dualismus. Velbrück Wissenschaft, Weilerswist 2010; The Non-dualizing Philosophy of Josef Mitterer. Constructivist Foundations 3/1 (2008); Non-dualism: A Conceptual Revision? Constructivist Foundations 8/2 (2013); Konstruktywizm. Litteraria Copernicana 19/3 (2016) [Torun].

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Veranstalter:
Heinz von Foerster Gesellschaft in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien