27.1.2011 – Götz Aly: Die Heimkehr überlebender Juden nach Wien 1945 – 1948

27.Jan 2011

Gastvortrag anläßlich des Befreiungstages des KZ Auschwitz

Do, 27.1.2011, 18:00
Aula am Campus
Spitalgasse 2-4/Hof 1
1090 Wien

Eine Veranstaltung des Instituts für Zeitgeschichte in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Zeitgeschichte, mit finanzieller Unterstützung durch die Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät der Universität Wien.Wie erging es den wenigen dem Holocaust entronnenen Juden, die zwischen 1945 und 1948 in ihre Heimatstadt Wien zurückkehrten? Zu dieser Frage spricht Götz Aly anlässlich des 66. Jahrestags der Befreiung von Auschwitz. Am Tag der Freiheit wussten die jüdischen Überlebenden nicht, dass sie oft als einzige ihrer Familien dem Morden entkommen waren. Also fuhren sie nach Hause. Sie klopften an der Tür ihrer ehemaligen Wohnung, von wo sie Jahre zuvor, im Fall der ungarischen Juden nur Monate zuvor deportiert worden waren. Sie erwarteten ein freudiges Wiedersehen, Obdach, Kleidung, Erinnerungen, menschliche Wärme und – vor allem – Nachrichten über die Schicksale von Eltern, Geschwistern, Kindern und Freunden. Aber die Wirklichkeit traf sie kalt. Den seelisch und körperlich schwer verwundeten Rückkehrern schlugen Verstocktheit, Habsucht und Hass entgegen. Wo sie Hilfe und Mitgefühl erhofft hatten, irrten sie durch eine menschliche Eiswüste. 1947 beklagte der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, David Brill: „Unsere Wohnungen und all das unsere wird noch immer von den Räubern besetzt gehalten.“

Link zur Einladung