Bananen, Cola, Zeitgeschichte: Oliver Rathkolb und das lange 20. Jahrhundert

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BANANEN, COLA, ZEITGESCHICHTE: OLIVER RATHKOLB UND DAS LANGE 20. JAHRHUNDERT

Präsentation der Festschrift für Oliver Rathkolb
60 Jahre – 2 Bände – 89 Beitragende – 1208 Seiten – 9 HerausgeberInnen

Am Dienstag, den 3. November 2015 gab der Titel einer Veranstaltung im Kleinen Festsaal der Universität Wien Rätsel auf: „Bananen, Cola, Zeitgeschichte: Oliver Rathkolb und das 20. Jahrhundert“. Es handelte sich um die Präsentation einer Festschrift für den „wohl meistbeschäftigten Zeithistoriker der Nation“, Oliver Rathkolb, dessen 60. Geburtstag an diesem Tag sehr international gefeiert wurde.

Neun SchülerInnen übergaben die zweibändige Festschrift, die in drei intensiven Arbeitsjahren als Geheimprojekt unter dem Decknamen „ORF“ (Oliver Rathkolb Festschrift) in transnationaler Zusammenarbeit mit fast 90 AutorInnen – KollegInnen, WegbegleiterInnen und FreundInnen Rathkolbs – zwischen Wien, Chicago, New Orleans, Washington, Paris, Toulouse, Pittsburgh, Philadelphia, El Salvador und Mexico City entstanden war. Das Ergebnis waren 1208 Seiten, die das breite Forschungsspektrum Rathkolbs abbilden und anhand von Unterkategorien („Schlüsselbegriffen“, wie Rathkolb es gerne nennt) strukturieren. Trotz vieler Hürden und Widrigkeiten – und es war schwer, ein derartiges Riesenprojekt vor einem der bestinformierten Historiker des Landes geheim zu halten – war die Übergabe dieser gewichtigen Bände tatsächlich eine „große“ Überraschung für Oliver Rathkolb.

Vizerektorin Christa Schnabl (Universität Wien) leitete mit ihrer Begrüßung die feierliche Veranstaltung ein und wies gleich zu Beginn darauf hin, dass Oliver Rathkolb die Begabung hat, „Schule zu machen“ und junge Forschende zu inspirieren. Bundesminister Josef Ostermayer unterstrich dies und würdigte Rathkolbs ausgewiesene Kompetenz, auch sehr komplexe Zusammenhänge hervorragend vermitteln zu können. Bundeskanzler a.D. Franz Vranitzky hielt die erste Laudatio und strich Rathkolbs Betonung des Zusammenhangs von Geschichte und aktueller Weltpolitik heraus – gerade das mache seine Forschung so „spannend“. Die Vorsitzende des Universitätsrates der Universität Wien, Eva Nowotny, beleuchtete in einer zweiten Laudatio die Meilensteine von Oliver Rathkolbs bisherigem Wirken und schloss mit dem Wunsch nach vielen weiteren Büchern aus Rathkolbs Feder. Die Reihe der FestrednerInnen abschließend erzählte Lucile Dreidemy im Namen der HerausgeberInnen von den drei intensiven Arbeitsjahren, die dieser Festschrift vorangegangen waren und lüftete dabei auch das Geheimnis des Titels, der wiederum eines von Rathkolbs „Geheimnissen“ ausplaudert: In einer Zeit, in der die Fachliteratur zu „Brain Food“ ganze Bibliotheken füllt, bleibt die Empirie oft auf der Strecke, und es wird viel zu wenig untersucht, welche Nahrungskomponenten geistige Höchstleistungen ermöglichen. Im Falle Rathkolbs pushen Bananen und Cola die „Produktion“ von Zeitgeschichte. Der Titel „Bananen, Cola, Zeitgeschichte“ wurde auch gegen irritierte Blicke verteidigt: „Wir haben aber auf ihn bestanden, weil wir alle der Meinung waren, dass ein so besonderer Historiker und Mensch wie Oliver Rathkolb nicht nur eine Festschrift bekommen sollte, sondern eine mit einem besonders ‚coolen‘ Titel.“

Oliver Rathkolb dankte schließlich selbst allen Beteiligten sehr herzlich, gestand offen seine Irritation ein, dass es möglich gewesen war, so etwas vor ihm zu verheimlichen und meinte, das sei in der Tat ein „supercooler“ Titel.

Das “Radio String Quartet“ sorgte für eine beeindruckende musikalische Rahmung des Abends. Dank der „Fingerfood Kitchen“ wurde beim feierlichen Empfang nach der Präsentation gut gegessen und vielfach auf den Geburtstag von Oliver Rathkolb angestoßen.

Buchinformation:
Lucile Dreidemy / Richard Hufschmied / Agnes Meisinger / Berthold Molden / Eugen Pfister / Katharina Prager / Elisabeth Röhrlich, Florian Wenninger / Maria Wirth (Hg.), Bananen, Cola, Zeitgeschichte: Oliver Rathkolb und das lange 20. Jahrhundert, 2 Bände, Böhlau Verlag, Wien – Köln – Weimar 2015.

Infoblatt des Verlages

 

 

Fotos: Klaudija Sabo