Gedenkveranstaltung zu 80 Jahre Novemberpogrom

14. November 2018

Am Donnerstag, 8. November, fand am Campus der Universität Wien vor dem Denkmal "Marpe Lanefesh" eine Gedenkveranstaltung anlässlich 80 Jahre Novemberpogrom statt. So gedachte auch die Universität Wien der Schändung und Beschädigung der ehemaligen Spitalsynagoge im Jahr 1938.

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(Alle Fotos: © Universität Wien/ Joseph Krpelan derknopfdruecker.com)

Im Gedenkjahr 2018 erinnert die Universität Wien gemeinsam mit dem Jüdischen Museum Wien am Donnerstag, 8. November 2018 an das Novemberpogrom 1938 und seine verheerenden Folgen für die jüdische Bevölkerung Wiens. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität vertrieben, im Zuge des Novemberpogroms die meisten Wiener Synagogen zerstört und in Brand gesteckt. Nur zwei Synagogengebäude blieben – schwer beschädigt und geschändet – überhaupt erhalten, darunter auch jene am Campus der Universität Wien.

Das Projekt "OT" (hebräisch für Symbol oder Zeichen), eine Kooperation des Jüdischen Museums Wien mit der Universität für Angewandte Kunst erinnert mit der Lichtinstallation des Künstlers Lukas Kaufmann in Form eines verbogenen Davidsterns an die Opfer der Pogromnacht und an die verschwundenen Spuren des jüdischen Lebens in Wien.

Vergangenheit sichtbar machen

Eine solche Spur befindet sich auch am Campus der Universität Wien, wo die Künstlerin Minna Antova das ehemalige Bethaus im Auftrag der Universität Wien in das begehbare "Denkmal Marpe Lanefesh" umgestaltet hat.

Das Denkmal dient als Aufbewahrungsort für das "Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938" – eines von mehreren  Erinnerungsprojekten, mit dem das Forum "Zeitgeschichte der Universität Wien" die universitäre Vergangenheit aufarbeitet. Seit 2009 ist das Gedenkbuch auch online abrufbar und enthält über 2.300 Einträge vertriebener Universitätsangehöriger. "Das Gedenkbuch versteht sich sowohl als Ehrung der Betroffenen als auch als Möglichkeit, diese und ihre Nachfahren international mit der aktuellen Forschung zu vernetzen", so Herbert Posch, Mitarbeiter im Forum Zeitgeschichte und Redakteur des Gedenkbuchs.

Nach einer Begrüßung durch Vizerektorin Christa Schnabl und Gabriele Kohlbauer-Fritz, Sammlungsleiterin des Jüdischen Museum Wien, und einleitenden Worten von Herbert Posch, Institut für Zeitgeschichte, besteht neben einer Begehung des Denkmals Marpe Lanefesh die Möglichkeit, das sonst nicht öffentlich zugängliche Gedenkbuch und die Online-Datenbank einzusehen.

Das Denkmal Marpe Lanefesh ist ebenso Teil der App "Uni Wien Campus", mit der sich der Campus auch digital erkunden lässt.