Neuerscheinung: Der Deutsche Klub. Austro-Nazis in der Hofburg

5. März 2020

Der Deutsche Klub. Austro-Nazis in der Hofburg
Wie ein rechtes Netzwerk Österreich unterwanderte

Dieses Buch über einen kaum erforschten Verein, der von 1908 bis 1939 in Wien bestand, lässt so manches in einem neuen Licht erscheinen, was sich in der Zwischenkriegszeit in Österreich zutrug: Das mächtige rechte Netzwerk des elitären Deutschen Klubs nahm auf vielfältige Weise Einfluss auf politische Entwicklungen in den 1920er-Jahren und war in den 1930er-Jahren maßgeblich an der nationalsozialistischen Unterwanderung Österreichs beteiligt. Nach dem „Anschluss“ 1938 besetzten seine Mitglieder zahlreiche Spitzenpositionen.
Was hier erstmals für die Erste Republik und die Jahre danach beschrieben wird, hat fast ein Jahrhundert später Aktualität und Brisanz: parteipolitischer Postenschacher, rechte Netzwerke und versuchte Einflussnahmen auf Exekutive und Justiz sind keine Erfindungen der letzten Jahre und Jahrzehnte, sondern waren bereits in Zwischenkriegszeit in Österreich weit verbreitet.
Vor allem aber zeigt diese Studie eindrücklich, wie fließend die Übergänge zwischen „nationalistisch“ und nationalsozialistisch für die Elite des sogenannten „dritten Lagers“ in den 1930er-Jahren waren – und wie diese Netzwerke in der Zweiten Republik weiterwirkten.

Andreas Huber, Linda Erker und Klaus Taschwer: Der Deutsche Klub. Austro-Nazis in der Hofburg. Czernin Verlag, 299 Seiten, € 25,–

Andreas Huber ist Historiker und Soziologe und Junior Researcher am IHS Wien
Linda Erker arbeitet als Post-Doc am Institut für Zeitgeschichte der Uni Wien
Klaus Taschwer ist Wissenschaftsredakteur beim STANDARD.

http://www.czernin-verlag.com/buch/deutscher-klub

Presse zum Buch
Wie ein mächtiges rechtes Netzwerk Österreich unterwanderte (derstandard.at, 29.2.2020)
Große Koalition der Antisemiten (science.orf.at, 1.3.2020)
Wie die „Austro-Nazis“ vom „Deutschen Klub“ Österreich unterwanderten (science.apa.at, 2.3.2020)