Schlussbericht der Kommission zur Untersuchung der Vorgänge um den Anstaltsfriedhof des Psychiatrischen Krankenhauses in Hall in Tirol in den Jahren 1942 bis 1945

27. Juni 2014

Herausgegeben von BERTRAND PERZ, THOMAS ALBRICH, ELISABETH DIETRICH-DAUM, HARTMANN HINTERHUBER, BRIGITTE KEPPLINGER, WOLFGANG NEUGEBAUER, CHRISTINE ROILO, OLIVER SEIFERT, ALEXANDER ZANESCO
Unversitätsverlag Wagner, Insbruck 2014.

Die Entdeckung eines aufgelassenen Anstaltsfriedhofes auf dem Gelände des Psychiatrischen Krankenhauses in Hall in Tirol und die bald erlangte Gewissheit, dass auf diesem Friedhof von November 1942 bis April 1945 228 Menschen bestattet worden waren, fand Anfang 2011 große internationale Aufmerksamkeit. Da in der ersten Kriegshälfte 360 PatientInnen aus der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Hall in die Tötungsanstalt Schloss Hartheim und in die Anstalt Niedernhart in Linz verbracht und dort ermordet worden waren, stand der Verdacht im Raum, dass die Toten des Friedhofs Opfer systematischer Tötungen in der Haller Anstalt selbst waren. War Hall damit auch in die zweite Phase der NS-Euthanasie, die als „dezentrale Euthanasie“ bezeichnet wird, verstrickt? Die von der Tiroler Landesregierung 2011 eingesetzte unabhängige Expertenkommission legt im vorliegenden ersten Band ihres Schlussberichts eine zusammenfassende Darstellung der wichtigsten Ergebnisse vor.