Einleitung: Die religiöse Ikonographie Japans

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Bernhard Scheid, „Einleitung: Die religiöse Ikonographie Japans.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 20.9.2016). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Ikonographie?oldid=67157

Die japanische religiöse Bilderwelt ist stark vom Buddhismus geprägt, daher sind die höchsten bud­dhis­ti­schen Wesen, Buddhas बुद्ध Buddha (skt., m.) „Der Erleuchtete“; jap. butsu (hotoke) 仏 oder Budda 仏陀siehe auch →  Shaka → Grundbegriffe/Buddhismus→ Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Buddhismus Lehre/Vier Wahrheiten → mehr und Bodhisattvas बोधिसत्त्व Bodhisattva (skt., m.) „Erleuchtetes Wesen“; jap. bosatsu 菩薩siehe auch →  Buddhismus Lehre → Bauten/Tempel→ Bauten/Tempel/Pagoden→ Ikonographie/Kannon→ Bauten/Bekannte Schreine → mehr , auch am häufigs­ten ab­ge­bildet. Doch die Bud­dhas lassen auch Gott­hei­ten anderer Re­li­gio­nen zu: Zu­sam­men mit den ein­hei­mi­schen japa­ni­schen Göt­tern (kami kami japanische Gottheitsiehe auch Shinto → Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Bauten/Schreine→ Grundbegriffe/Weltbild→ Alltag/Omairi → mehr ) und im­por­tier­ten Gott­hei­ten aus Indien, China und Korea formen sie ein Pan­the­on, in dem die Gren­zen zwi­schen den ein­zel­nen Kon­fes­sionen und Reli­gionen ver­schwin­den. In diesem Kapitel werden die wich­tigs­ten, am häu­figs­ten anzu­tref­fenden Gestal­ten dieses japani­schen Pan­theons vorge­stellt und ihre ikono­gra­phischen Erken­nungs­merk­male kurz be­schrie­ben. Es handelt sich aller­dings nur um einen klei­nen Aus­schnitt des­sen, was man an Figu­ren und The­men in der Reli­gion Japans vor­fin­det.

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Lotos Sutra, Kap. 25

Querbildrolle, nyorai (Papier, Farbe, Gold) von Sugawara Mitsushige, Detail; aus der Serie Myōhō renge-kyō, Kanzeon bosatsu fumon-bon 観世音菩薩普門品 (Das universelle Tor des Bodhisattva Avalokiteshvara), 1257; 24,6 × 934,9 cm
Bild © Metropolitan Museum of Art. (Letzter Zugriff: 2015/9/1)

Eröffnungsszene des 25. Kapitels des Lotos Sutra (Hoke-kyō), in dem es um die Vorzüge von Bodhisattva Kannon geht. Das Kapitel besteht aus einem Dialog zwischen Buddha Shakyamuni (durch Aureole gekennzeichnet) und dem „Bodhisattva Unerschöpfliche Absicht“ (ihm gegenüber am Boden sitzend), in dem die Eigenschaften Kannons als Helfer der notleidenden Lebewesen gepriesen werden. Kannon selbst tritt in dem Kapitel nur am Rande in Erscheinung. Die Illustration entstammt einer reichhaltig bebilderten Schriftrolle aus der Kamakura-Zeit, die lediglich das Kannon-Kapitel des Lotos Sutra enthält und sich vor allem auf die bildliche Darstellung der unzähligen Erscheinungsformen dieses Bodhisattvas konzentriert.

. 1 Buddha, umgeben von Göttern und Heiligen (Japan, 1257)

Zunächst soll es einmal darum gehen, in der ver­wir­ren­den Viel­falt bud­dhis­tischer Figu­ren eine Art Orien­tie­rung zu finden. In der japa­ni­schen Kunst­ge­schich­te gibt es zu diesem Zweck vier hier­ar­chisch ange­ord­nete Kate­go­rien: Nyorai (Buddha), bosatsu (Bodhisattva), myōō (Vidyārāja) und tenbu (Deva).

Nyorai oder Buddha-Gruppe

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Buddha

Buchillustration, nyorai. Edo-Zeit, 1702
Bild © Ryukoku University Library. (Letzter Zugriff: 2011/12/03)

Buddha Amida Nyorai in seiner klassischen Haltung, sitzend und mit der mudra der Meditation.
Die Abbildung geht auf das älteste japanische Handbuch der buddhistischen Ikonographie zurück. Das Werk ist unter den Titeln Zuzōshō 図像抄 („Abriss von Skizzen [buddhistischer] Statuen“) oder Jikkanshō 十巻抄 („Abriss in zehn Bänden“) bekannt und wird wahlweise Byōdōbō Yōgon (1075–1151) oder Shōjōbō Ejū (1060–1144) zugeschrieben. In jedem Fall gehörte der Autor der Shingon-Schule an. Die Details der Darstellungen haben sich seit der ersten Abfassung des Werkes bemerkenswert wenig geändert.
Die vorliegende Abbildung entstammt der Abschrift einer Abschrift des originalen Zuzōshō und wurde laut Kolophon 1702 (Genroku 15) angefertigt.

. 2 Amida Nyorai

Nyorai Nyorai 如来 Buddha-Titelsiehe auch→ Ikonographie/Amida ist ein Eh­ren­titel eines Bud­dhas, die Über­set­zung von skt. Tathagata तथागत Tathāgata (skt., m.) „Der so Gekommene“, Ehrentitel eines Buddhas; jap. Nyorai 如来siehe auch→ Ikonographie/Shaka . Bud­dhas sind streng ge­nom­men keine Götter, wer­den aber ähn­lich wie Göt­ter dar­ge­stellt. Trotz der ver­schie­denen Namen sind die meis­ten Bud­dhas äußer­lich (und wohl auch in­ner­lich) bei­nahe iden­tisch. In den bud­dhis­tischen Schriften wer­den ihnen 32 Merkmale zu­ge­spro­chen, durch die sie sich von ge­wöhn­lichen Sterb­li­chen unter­schei­den. In den bild­li­chen Dar­stel­lun­gen sind davon meist nur einige zu sehen, z.B. der Schädel­aus­wuchs (Sitz be­son­der­er spi­ri­tu­eller Fähig­keiten); das Stirn­mal (ei­gent­lich eine weiße leuch­tende Haar­locke zwi­schen den Augen­brauen, meist als kleine Erhe­bung dar­ge­stellt); oder die lang ge­dehn­ten Ohr­läpp­chen.

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. 3 Yakushi Nyorai

Yakushi Nyorai

Statue, nyorai (Holz). Heian-Zeit, 9. Jh.; „Nationalschatz“; Gangō-ji, Nara-ken; Höhe 1,64 m

Wie die meisten Statuen des Medizin-Buddhas Yakushi Nyorai ist auch diese durch ein kleines Medizinfläschchen identifizierbar. Die wuchtige Erscheinung ist typisch für die frühe Heian-Zeit, in der Statuen zumeist aus einem einzigen Holzstamm herausgeschnitten wurden.

Abge­sehen davon weisen die meisten Bud­dhas fol­gen­de Ge­mein­sam­kei­ten auf: ein­faches Mönchs­gewand, ent­spannte Körper­hal­tung, ent­spannte Ge­sichts­züge, kein (oder kaum) Schmuck. Buddhas sitzen häufig im Medi­tations- oder Lotos-Sitz, es gibt aber auch ste­hende Buddha-Statuen, die dann meistens von zwei Bo­dhi­satt­vas flan­kiert sind. Die Dar­stel­lung des Kör­pers ist im All­ge­mei­nen schlicht und rea­lis­tisch. Nur wenige Bud­dhas besit­zen in­di­vi­du­elle Merk­male. Daher lassen sie sich oft nur durch un­ter­schied­liche Hand­zeichen (mudra मुद्रा mudrā (skt., f.) „Siegel“, Gebetsgeste; jap. inzō 印相siehe auch →  Mudra → Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Ikonographie/Amida→ Ikonographie/Dainichi→ Ikonographie/Shaka → mehr ) un­ter­schei­den. In diesen Kapiteln wird auf die Bud­dhas Amida, Dainichi und Shaka ge­nauer eingegan­gen. Beson­ders im Alter­tum war neben diesen auch Yakushi Nyorai Yakushi Nyorai 薬師如来 Buddha der Medizin; skt. Bhaisajyagurusiehe auch→ Bauten/Tempel→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko→ Ikonographie/Shaka→ Ikonographie/Waechtergoetter→ Ikonographie/Dainichi/Daibutsu → mehr , der „hei­lende Buddha“ oder „Buddha der Medizin“ von großer Bedeu­tung.

Bosatsu oder Bodhisattva-Gruppe

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Kannon mit Wunschjuwel (Nyoirin Kannon)

Buchillustration, bosatsu (Tusche und Farbe auf Papier) von Ingen. Kamakura-Zeit, 14. Jh.; aus Jikkanshō 十巻抄, Bd. 6 „Kannon“; Entsū-ji, Berg Kōya
Bild © Kūkai mandara: Kōbō Daishi to Kōya-san (Katalog), Reihōkan 2006, S. 116, Abb. 41-1

Bodhisattva Kannon auf einem Felsen sitzend und mit sechs Armen, ein Wunscherfüllungsjuwel (nyoi no tama) zur Brust haltend. Die Abbildung geht auf eine relativ frühe Kopie des Jikkanshō 十巻抄 („Abriss in zehn Bänden“) zurück. Dieses älteste japanische Handbuch der buddhistischen Ikonographie stammt aus dem 11. Jahrhundert ist auch unter dem Titel Zuzōshō 図像抄 („Abriss von Skizzen [buddhistischer] Statuen“) bekannt. Hier handelt es sich um eine Kopie durch Ingen 印玄, einen Mönch des Ninna-ji in Kyōto.

. 4 Kannon Bosatsu

Das Wort bosatsu bosatsu 菩薩 Bodhisattva, buddhistische Heilsgestaltsiehe auch→ Ikonographie/Kannon→ Ikonographie/Myoo→ Ikonographie/Shinto-Goetter geht auf den Sanskritbegriff Bodhisattva बोधिसत्त्व Bodhisattva (skt., m.) „Erleuchtetes Wesen“; jap. bosatsu 菩薩siehe auch →  Buddhismus Lehre → Bauten/Tempel→ Bauten/Tempel/Pagoden→ Ikonographie/Kannon→ Bauten/Bekannte Schreine → mehr zurück und bedeutet „Erleuchteter“. Bodhi­sattvas sind eine Schöp­fung des Mahayana महायान Mahāyāna (skt., n.) „Großes Fahrzeug“, buddhistische Richtung; jap. Daijō 大乗siehe auch →  Buddhismus → Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Ikonographie/Kannon→ Ikonographie/Shaka/Buddhas Leben→ Ikonographie/Myoo/Vajrapani → mehr Buddhismus und verkör­pern nach dieser Lehre die un­mittel­bare Vor­stufe zur Existenz als Buddha. Funk­tionell sind sie in vieler Hin­sicht mit christ­lichen Hei­ligen zu ver­gleichen. Mit ihrer Hilfe ver­suchte der Maha­yana Bud­dhismus — im Gegen­satz zu dem auf das Mönchs­wesen fokus­sierten Theravada थेरवाद Theravāda (pali, m.) „Schule der Ordensälteren“, buddhistische Richtung (hier in Pali angegeben; skt: Sthaviravada); jap. Jōzabu bukkyō 上座部仏教siehe auch →  Buddhismus → Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Ikonographie/Shaka/Buddhas Leben→ Geschichte/Kukai→ Ikonographie/Heilige — den Weg zur Bud­dha­wer­dung auch für die bud­dhis­tischen Laien gang­bar und at­trak­tiv erschei­nen zu lassen.

Bo­dhi­satt­vas sind zwar voll­kom­men erleuchtet aber noch nicht ins Nirvana निर्वाण Nirvāṇa (skt., n.) „Erloschen, ausgelöscht“, Ort der Erlösung von allem Leid; jap. Nehan 涅槃siehe auch →  Buddhismus Lehre → Bauten/Tempel/Tempeltore→ Alltag/Totenriten→ Ikonographie/Amida→ Ikonographie/Shaka → mehr ein­ge­gan­gen und stehen somit gleich­sam mit einem Bein im Dies­seits. Sie sind leichter zugäng­lich als die welt­ab­ge­wand­ten Buddhas. Voll von mildem Ver­ständ­nis für mensch­liche Schwächen sind sie jeder­zeit bereit, den Gläu­bigen bei der Über­win­dung schlechten Karmas कर्म Karma (skt., n.) „Tat“, auch „konse­quente Folge“; moralische Bilanz der gesetzten Handlungen; jap. Gō 業siehe auch →  Buddhismus Lehre → Grundbegriffe/Buddhismus→ Grundbegriffe/Shinto→ Bauten/Tempel→ Grundbegriffe/Weltbild → mehr zur Seite zu stehen.

Zu den be­kann­tes­ten ja­pa­ni­schen Bo­dhi­satt­vas zählen Kannon Bosatsu Kannon Bosatsu 観音菩薩 Bodhisattva Avalokiteshvara, wtl. „der den Klang der Welt erhört“; chin. Guanyin; „Bodhisattva des Mitleids“siehe auch Kannon → Bauten/Tempel→ Mythen/Paradiese→ Mythen/Hoellen/Hungergeister→ Geschichte/Fruehzeit/Shotoku Taishi , Jizō Bosatsu Jizō Bosatsu 地蔵菩薩 Bodhisattva (Bosatsu); skr. Kṣitigarbha, „Speicher oder Mutterleib der Erde“siehe auch Jizo , Seishi Bosatsu Seishi Bosatsu 勢至菩薩 Bodhisattva Mahasthamaprapta; Begleiter Amidassiehe auch→ Ikonographie/Kannon→ Ikonographie/Amida→ Mythen/Paradiese und Fugen Bosatsu Fugen Bosatsu 普賢菩薩 Bodhisattva Samantabhadra; Begleiter des Shaka Nyoraisiehe auch→ Bauten/Tempel . Oft wirken sie präch­tiger als Buddhas, auch können sie vier, sechs oder gar „tausend“ Arme besitzen und sind mit zahl­rei­chen Schmuck­stü­cken und Ge­gen­stän­den aus­ge­stattet. Ähnlich den christ­lichen Hei­li­gen kann ein Bo­dhi­satt­va die Haupt­ver­ehrungs­figur eines Tem­pels (honzon honzon 本尊 Hauptheiligtum eines Tempelssiehe auch Tempel → Bauten/Schreine→ Bauten/Bekannte Tempel/Asakusa→ Bauten/Bekannte Schreine/Fushimi→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Benzaiten → mehr ) dar­stel­len. Daher sind Bodhi­sattvas im all­ge­meinen Be­wusst­sein der Japaner ebenso be­kannt und oft sogar popu­lärer als so mancher Buddha. Wenn sie aber mit Buddhas zusammen dar­ge­stellt sind, wird allein durch die Größen­unter­schiede klar, wer höher steht. In diesen Kapiteln wird auf Kannon und Jizō genauer ein­ge­gangen.

Myōō oder Vidyārāja-Gruppe

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Fudō Myōō

Buchillustration, myōō (Papier, Farbe). Edo-Zeit, 1702
Bild © Ryūgoku University Library. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Fudō Myōō mit Schwert und Flammen-Nimbus. Kopie des verlorenen Zuzōshō (1239).

. 5 Fudō Myōō

Myōō myōō 明王 wtl. Licht-König, auch „Mantra-König“ oder „Weisheits-König“; skt. Vidyārājasiehe auch Myoo → Ikonographie/Kannon→ Ikonographie/Waechtergoetter→ Ikonographie/Kannon/Bato Kannon→ Ikonographie/Myoo/Fudo → mehr (skt. Vidyārāja विद्याराज Vidyārāja (skt., m.) „Mantra-König, Weisheits-König“; jap. Myōō 明王siehe auch →  Myoo → Geschichte/Kukai ) bedeutet „Mantra-König“ und verrät damit bereits eine Nahe­bezie­hung zu eso­te­rischen Gebets­formeln (Mantren मन्त्र mantra (skt., n.) Gebets­formel; jap. shingon 真言siehe auch →  Buddhismus Lehre → Ikonographie/Mudra→ Ikonographie/Myoo→ Ikonographie/Waechtergoetter→ Ikonographie/Gluecksgoetter → mehr ). Im Unter­schied zu Buddhas und Bodhi­sattvas tragen myōō fast immer grim­mige Züge und Waffen. Der in Japan be­kann­teste Mantra-König ist Fudō Myōō Fudō Myōō 不動明王 prominentester japanischer Myōō (Mantra-König), wtl. „der Unbewegliche“siehe auch Fudo → Alltag/Matsuri/Feuergang→ Alltag/Yamabushi→ Alltag/Yamabushi/En no Gyoja→ Ikonographie/Myoo → mehr , man trifft aber auch immer wieder auf Aizen Myōō Aizen Myōō 愛染明王 wtl. Mantra-König der Liebesiehe auch Myoo , oder die Gruppe der Fünf Großen Myōō.

Myōō spielen vor allem im eso­te­ri­schen Bud­dhis­mus eine wichtige Rolle. Sie gelten hier streng ge­nom­men nicht als eigene Gestalten, son­dern als zorn­volle, furcht­ein­flößende Er­schei­nungs­formen von Buddhas und Bo­dhi­satt­vas. Solche zorn­vollen, furcht­ein­flößen­den Figuren sind vor allem aus den tantristischen तन्त्र tantra (skt., n.) „Gewebe“, Lehrschrift des esoterischen Buddhismus (ähnlich Sutra, aber meist mit rituellem Inhalt)siehe auch →  Buddhismus → Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Ikonographie/Dainichi→ Ikonographie/Myoo→ Ikonographie/Myoo/Fudo → mehr Tradi­tionen des tibe­tischen Bud­dhis­mus bekannt, sie waren und sind aber auch in Japan, v.a. im Shingon-shū Shingon-shū 真言宗 Shingon-Schule, wtl. Schule des Wahren Wortessiehe auch Kukai → Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Bauten/Bekannte Tempel→ Bauten/Tempel/Tempeltore→ Bauten/Tempel/Pagoden → mehr Bud­dhismus stark präsent. Mehr dazu auf der myōō-Seite.

Tenbu oder Deva-Gruppe

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Bishamon-ten

Querbildrolle, tenbu (Papier, Farbe, Gold) von Sugawara Mitsushige, Detail; aus Kanzeon bosatsu fumon-bon 観世音菩薩普門品 (Das universelle Tor des Bodhisattva Avalokiteshvara, Kap. 25 des Lotos Sutra), 1257; 24,6 × 934,9 cm
Bild © Metropolitan Museum of Art. (Letzter Zugriff: 2015/9/1)

Bishamon-ten in klassischer Form, mit Pagode und Dreizack, auf einem Dämon stehend. Darstellung aus einer illustrierten Fassung des 25. Kapitels des Lotos Sutra (Hoke-kyō), in dem es um die Vorzüge von Bodhisattva Kannon geht. Obwohl Bishamon-ten zumeist als eigenständige Figur bzw. als Anführer der Vier Himmlischen Könige (Shi-Tennō) auftritt, verrät das Lotos Sutra, dass auch Kannon imstande ist, die Form des Bishamon anzunehmen. Die Identitäten der buddhistischen Wesenheiten sind daher äußerst fließend.

. 6 Bishamon-ten

Die An­ge­hö­ri­gen dieser Gruppe sind meist ur­sprüng­lich in­dische Götter (deva देव deva (skt., m.) „Gottheit“, oberste Klasse indischer Götter; jap. ten 天 oder tenbu 天部siehe auch→ Grundbegriffe/Buddhismus→ Ikonographie/Myoo→ Ikonographie/Waechtergoetter→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Benzaiten → mehr ), die der Bud­dhis­mus als Be­schüt­zer des Dharma धर्म Dharma (skt., m.) Gesetz (des Universums), Lehre (des Buddha); jap. Hō 法siehe auch →  Buddhismus Lehre → Ikonographie/Mudra→ Ikonographie/Dainichi→ Ikonographie/Shaka→ Ikonographie/Myoo → mehr in sein Pan­theon auf­nahm und als solche nach Ost­asien brachte. Der Begriff „deva“ wurde in China meist mit tian (jp. -ten -ten wtl. Himmel; Göttertitel für eine eine aus Indien übernommene Gottheit (skt. Deva)siehe auch Waechtergoetter → Ikonographie/Gluecksgoetter→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Daikoku→ Mythen/Symboltiere/Junishi ), wtl. „Himmel“, übersetzt, daher spricht man auch von der „Himmels-Gruppe“ (tenbu tenbu 天部 Gruppe der indischen bzw. aus Indien übernommene Gottheiten (skt. Deva)siehe auch Waechtergoetter → Ikonographie/Kannon→ Ikonographie/Myoo→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Geschichte/Kamakura → mehr ). Manche devas werden aber auch, gleich den myōō, als „König“ (ō) bezeichnet. Zu den be­kann­tes­ten zählen Enma-ten Enma 閻魔 skt. Yama; König oder Richter der Unterwelt; auch Enra; meist als Enma-ten oder Enma-ō angesprochensiehe auch Enma → Ikonographie/Jizo→ Ikonographie/Myoo→ Ikonographie/Waechtergoetter→ Mythen/Jenseits → mehr , Bishamon-ten Bishamon-ten 毘沙門天 Himmelswächter des Nordens, Glücksgott; abgeleitet von einem indischen Gott des Reichtums, Vaishravanasiehe auch Bishamonten → Ikonographie/Myoo→ Ikonographie/Waechtergoetter→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Ikonographie/Myoo/Vajrapani → mehr oder die niō niō 仁王 Wächterfigur, Torwächtersiehe auch Nio → Bauten/Tempel→ Bauten/Tempel/Tempeltore→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko→ Ikonographie/Waechtergoetter → mehr . Sie haben meis­tens Wächter­funk­tionen (z.B. Wächter des Tempel­tores), es können ihnen aber auch eigene Tempel geweiht sein. Unter den tenbu gibt es aber auch betont weibliche Figuren wie z.B. Benzai-ten Benzaiten 弁才天/ 弁財天 Glücksgöttin, Gottheit des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit; skt. Sarasvati; auch: Bentensiehe auch Benzaiten → Bauten/Schreine/Torii→ Bauten/Bekannte Schreine→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima→ Alltag/Matsuri/Hadaka matsuri → mehr . Manche dieser Götter sind im Laufe der Ge­schi­chte in Japan zu popu­lären kami, also zu Shintō-Gott­heiten, mutiert und haben dabei ihre schre­cken­er­re­gen­den Züge verloren. Mehr dazu auf der Tenbu-Seite.

Ikonographisch gesehen ver­schwim­men die Grenzen zwischen diesen Kate­gorien natür­lich immer wieder. Buddhas und Bodhi­sattvas lassen sich jedoch meist recht deut­lich von myōō und tenbu unter­scheiden: Sie strahlen innere Ruhe, Milde und Mit­gefühl aus. Tenbu und myōō sind da­ge­gen eher furcht­ein­flößende Ge­stal­ten. Sie sind außer­dem den mild­tätigen Buddhas und Bodhi­sattvas deut­lich unter­ge­ordnet. Obwohl sie mitunter an christ­liche Teufel und Dä­mo­nen erin­nern, darf man nicht den Fehler begehen, sie als böse oder sünd­haft an­zu­sehen. Sie bilden mit den Bud­dhas ein System, das milde und strenge Wege kennt, um die Lebe­wesen auf den rechten Weg zu führen. Oft werden devas und myōō auch als Inkar­nationen oder Mani­fes­ta­tionen, also Er­schei­nungen in verän­derter Form, eines Buddhas oder Bodhi­sattvas ange­sehen.

Geschichtlicher Überblick der buddhistischen Ikonographie

Im Buddhismus herrschte ursprünglich, ähnlich wie in den se­mi­ti­schen Reli­gionen, ein Bilder­verbot. Der Buddha sollte ledig­lich in symbo­lischer Form, z.B. als Rad der Lehre, abge­bildet werden. Erst unter dem Ein­fluss des Maha­yana Bud­dhis­mus (ab dem zweiten vorchr. Jh.) verschwand dieses Verbot, wahr­schein­lich im Zu­sammen­hang mit der Tat­sache, dass sich das Maha­yana beson­ders um die Ver­brei­tung der Lehre unter den Laien bemüht. Die frühes­ten Dar­stel­lun­gen des Buddha stammen aus dem ersten Jahr­hun­dert unserer Zeit aus Mathura मथुरा Mathurā (Skt, f.) Stadt in Nordindien, zur Zeit der Kushana Dynastie (2.–3. Jh. u.Z.) wichtiges buddhistisches Zentrum; gilt auch als Geburtsstätte Krishnassiehe auch→ Karte (N-Indien) und Gandhara गन्धार Gandhāra (skt., m.) Königreich im heutigen Pakistan bzw. gleichnamige Stadt (auch Purushapura, heute Peshavar); nach den griechischen Eroberungen unter Alexander dem Großen unter dem Einfluss der hellenistischen Kultur, später, im 1.–3. Jh. u.Z. Hauptstadt des buddhistischen Kushana Reichs; frühes Zentrum der buddhistischen Kunstsiehe auch→ Grundbegriffe/Buddhismus→ Ikonographie/Shaka/Buddhas Leben→ Ikonographie/Myoo/Vajrapani→ Karte→ Sandkiste2 (Pakistan). Beson­ders an den Sta­tuen aus Gandhara fällt ein starker hel­le­nis­tischer Ein­fluss auf, oft erin­nern sie an Götter der grie­chisch-römi­schen Antike.

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Bodhisattva Maitreya

Statue, bosatsu (Stein). Gandhara, Pakistan, 2. od. 3. Jh. u.Z.; im Besitz des Norton Simon Museums
Bild © Ron Reznick. (Letzter Zugriff: 2016/9)

Hellenistische Statue des Maitreya.

. 7 Bodhisattva, Gandhara
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Bodhisattva

Statue, bosatsu (Holz). Asuka-Zeit, 7. Jh.; im Besitz des Hōryū-ji, Nara
Bild © Foundation J.-E. Berger. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Möglicherweise handelt es sich um Maitreya (jap. Miroku), den „Buddha der Zukunft“.

. 8 Bodhisattva, Asuka-Zeit

Mit der Aus­breitung des Bud­dhismus nach China erfuhren die in­di­schen und zentral­asiati­schen Motive — ebenso wie die Lehre des Buddha selbst — einige stilis­tische Ver­än­der­ungen. Die oft sehr be­weg­ten in­dischen Ge­stal­ten wer­den et­was ru­hi­ger, in sich ge­kehr­ter. Viele ikono­graphi­sche Details werden jedoch beibe­halten und in streng kodifi­zierter Form von Epoche zu Epoche weiter tradiert.

In Japan über­nahm man in der Regel so­wohl die Stil­rich­tungen als auch die ikono­graphi­sche Symbolik der chine­sischen Bud­dha­statuen, in der Früh­zeit kamen auch die Bild­hauer selbst aus China oder Korea. Daher ähneln japani­sche Statuen sehr stark chine­sischen oder korea­nischen, die wie­derum Varian­ten von indi­schen oder zentral-asiati­schen Grund­mustern sind. Die all­mäh­lichen, subtilen Aus­prä­gungen eines spezifisch japani­schen Stils sind auf den ersten Blick nur schwer er­kenn­bar. Es ist auch nicht einfach, das Alter einer bud­dhis­tischen Figur ab­zu­schätzen. Lediglich der schlichte Stil aus der Früh­zeit des japani­schen Bud­dhis­mus (6.–8. Jh.) lässt sich ver­hält­nis­mäßig leicht identi­fizieren. In der Heian Heian 平安 alter Name Kyōtos, eig. Heian-kyō 平安京, „Stadt des Friedens“; politisches Zentrum 794–1185 (= Heian-Zeit)siehe auch Heian Zeit → Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Shinto→ Bauten/Tempel/Pagoden→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya → mehr -Zeit (9.–11. Jh.) entstand schließ­lich der klas­sisch-japani­sche Stil, der beson­deren Wert auf die innere Ruhe legt, die von den Skulp­turen ausgeht, auf indivi­duelle oder dyna­mische Merk­male jedoch weit­gehend verzichtet.

Die Kamakura Kamakura 鎌倉 Stadt im Süden der Kantō Ebene, Sitz des Minamoto Shōgunats 1185–1333 (= Kamakura-Zeit)siehe auch Kamakura → Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima→ Bauten/Bekannte Schreine/Kasuga→ Ikonographie/Jizo → mehr -Zeit (12.–14. Jh.) gilt als die Blüte­zeit der buddhis­tischen Bild­hauer­kunst. Aus dieser Periode sind sogar die Bio­graphien der Künstler bekannt, während man sonst kaum mehr als den Namen der Maler und Bild­hauer kennt. Die berühm­testen Statuen der Kama­kura-Zeit ent­stammen der soge­nann­ten Kei-Schule, deren Mit­glieger häufig die Silbe „kei“ im Namen tragen. Ihre krea­tivsten Neue­rungen liegen in dyna­mischen, psycho­logisch raffi­nierten Darstel­lungen, die in der realis­tischen Darstel­lung von zorn­vollen Gott­heiten und Dämonen am deut­lichsten hervortritt. Aber auch zahlreiche Por­trait­skulp­turen von hoch­rangigen Mönchen stammen aus der Kamakura-Zeit.

Später, vielleicht bedingt durch einen allgemeinen Be­deu­tungs­ver­lust buddhis­tischer Tempel, ent­stan­den nur noch wenige bild­hau­erische Werke von ver­gleich­barer Qualität. Zu neuar­tigen Über­schnei­dungen von Kunst- und Religion­geschichte kam es vor allem im Zen-Buddhismus, der die mono­chromen, oft humor­vollen Tuschebilder von buddhis­tischen Heiligen und Patri­archen her­vor­brachte, sowie im neun­zehnten Jahr­hundert in der Kunst der ukiyo-e ukiyo-e 浮世絵 „Bilder der fließenden Welt“, populäre Farbholzschnitte der Edo-Zeitsiehe auch Kaidan → Bauten/Bekannte Tempel/Asakusa→ Alltag/Pilgerschaft→ Alltag/Matsuri/Phalluskulte→ Mythen/Geister → mehr (Holzblock-Drucke), die u.a. die ein­hei­mischen Gott­heiten als graphisches Sujet „ent­deckten“.

Verweise

Verwandte Themen

In diesem Kapitel liegt der Schwer­punkt auf der buddhis­tischen Plastik, mit deren Hilfe die Grund­kate­gorien der japa­nisch-buddhis­tischen Götter­welt erläutert werden (s.o.). Zunächst werden aber die Begriffe Mandala und Mudrā vorgestellt, um die man bei der Bespre­chung bud­dhis­tischer Kunst nicht her­um­kommt. Die kami, die in der japani­schen Kunst er­staun­lich unter­re­prä­sen­tiert sind, kommen gegen Ende des Kapitels zu Wort. Als Über­leitung ist die Seite der Sieben Glücksgötter anzu­sehen, die meist aus dem Bud­dhismus kommen, heute aber oft in Shintō-Schreinen verehrt werden. Den Schluss bilden die Abbil­dungen buddhis­tischer Heiliger und Mönche in realis­tischer Menschen­gestalt. Im Kapi­tel Mythen, gibt es darü­ber hi­naus Be­schrei­bungen von Geistern und Dämonen sowie von Tieren und Fabel­wesen mit über­irdi­schen Fähig­keiten.

Bilderläuterungen

  1. Hokekyo 25.jpg

    Lotos Sutra, Kap. 25

    Querbildrolle, nyorai (Papier, Farbe, Gold) von Sugawara Mitsushige, Detail; aus der Serie Myōhō renge-kyō, Kanzeon bosatsu fumon-bon 観世音菩薩普門品 (Das universelle Tor des Bodhisattva Avalokiteshvara), 1257; 24,6 × 934,9 cm
    Bild © Metropolitan Museum of Art. (Letzter Zugriff: 2015/9/1)

    Eröffnungsszene des 25. Kapitels des Lotos Sutra (Hoke-kyō), in dem es um die Vorzüge von Bodhisattva Kannon geht. Das Kapitel besteht aus einem Dialog zwischen Buddha Shakyamuni (durch Aureole gekennzeichnet) und dem „Bodhisattva Unerschöpfliche Absicht“ (ihm gegenüber am Boden sitzend), in dem die Eigenschaften Kannons als Helfer der notleidenden Lebewesen gepriesen werden. Kannon selbst tritt in dem Kapitel nur am Rande in Erscheinung. Die Illustration entstammt einer reichhaltig bebilderten Schriftrolle aus der Kamakura-Zeit, die lediglich das Kannon-Kapitel des Lotos Sutra enthält und sich vor allem auf die bildliche Darstellung der unzähligen Erscheinungsformen dieses Bodhisattvas konzentriert.

  2. Amida nyorai zu.jpg

    Buddha

    Buchillustration, nyorai. Edo-Zeit, 1702
    Bild © Ryukoku University Library. (Letzter Zugriff: 2011/12/03)

    Buddha Amida Nyorai in seiner klassischen Haltung, sitzend und mit der mudra der Meditation.
    Die Abbildung geht auf das älteste japanische Handbuch der buddhistischen Ikonographie zurück. Das Werk ist unter den Titeln Zuzōshō 図像抄 („Abriss von Skizzen [buddhistischer] Statuen“) oder Jikkanshō 十巻抄 („Abriss in zehn Bänden“) bekannt und wird wahlweise Byōdōbō Yōgon (1075–1151) oder Shōjōbō Ejū (1060–1144) zugeschrieben. In jedem Fall gehörte der Autor der Shingon-Schule an. Die Details der Darstellungen haben sich seit der ersten Abfassung des Werkes bemerkenswert wenig geändert.
    Die vorliegende Abbildung entstammt der Abschrift einer Abschrift des originalen Zuzōshō und wurde laut Kolophon 1702 (Genroku 15) angefertigt.

  3. Yakushi gangoji.jpg

    Yakushi Nyorai

    Statue, nyorai (Holz). Heian-Zeit, 9. Jh.; „Nationalschatz“; Gangō-ji, Nara-ken; Höhe 1,64 m

    Wie die meisten Statuen des Medizin-Buddhas Yakushi Nyorai ist auch diese durch ein kleines Medizinfläschchen identifizierbar. Die wuchtige Erscheinung ist typisch für die frühe Heian-Zeit, in der Statuen zumeist aus einem einzigen Holzstamm herausgeschnitten wurden.

  4. Nyoirin jukkansho.jpg

    Kannon mit Wunschjuwel (Nyoirin Kannon)

    Buchillustration, bosatsu (Tusche und Farbe auf Papier) von Ingen. Kamakura-Zeit, 14. Jh.; aus Jikkanshō 十巻抄, Bd. 6 „Kannon“; Entsū-ji, Berg Kōya
    Bild © Kūkai mandara: Kōbō Daishi to Kōya-san (Katalog), Reihōkan 2006, S. 116, Abb. 41-1

    Bodhisattva Kannon auf einem Felsen sitzend und mit sechs Armen, ein Wunscherfüllungsjuwel (nyoi no tama) zur Brust haltend. Die Abbildung geht auf eine relativ frühe Kopie des Jikkanshō 十巻抄 („Abriss in zehn Bänden“) zurück. Dieses älteste japanische Handbuch der buddhistischen Ikonographie stammt aus dem 11. Jahrhundert ist auch unter dem Titel Zuzōshō 図像抄 („Abriss von Skizzen [buddhistischer] Statuen“) bekannt. Hier handelt es sich um eine Kopie durch Ingen 印玄, einen Mönch des Ninna-ji in Kyōto.

  5. Fudo22.jpg

    Fudō Myōō

    Buchillustration, myōō (Papier, Farbe). Edo-Zeit, 1702
    Bild © Ryūgoku University Library. (Letzter Zugriff: 2011/7)

    Fudō Myōō mit Schwert und Flammen-Nimbus. Kopie des verlorenen Zuzōshō (1239).

  6. Bishamon hokekyo.jpg

    Bishamon-ten

    Querbildrolle, tenbu (Papier, Farbe, Gold) von Sugawara Mitsushige, Detail; aus Kanzeon bosatsu fumon-bon 観世音菩薩普門品 (Das universelle Tor des Bodhisattva Avalokiteshvara, Kap. 25 des Lotos Sutra), 1257; 24,6 × 934,9 cm
    Bild © Metropolitan Museum of Art. (Letzter Zugriff: 2015/9/1)

    Bishamon-ten in klassischer Form, mit Pagode und Dreizack, auf einem Dämon stehend. Darstellung aus einer illustrierten Fassung des 25. Kapitels des Lotos Sutra (Hoke-kyō), in dem es um die Vorzüge von Bodhisattva Kannon geht. Obwohl Bishamon-ten zumeist als eigenständige Figur bzw. als Anführer der Vier Himmlischen Könige (Shi-Tennō) auftritt, verrät das Lotos Sutra, dass auch Kannon imstande ist, die Form des Bishamon anzunehmen. Die Identitäten der buddhistischen Wesenheiten sind daher äußerst fließend.

  7. Maitreya gandhara.jpg

    Bodhisattva Maitreya

    Statue, bosatsu (Stein). Gandhara, Pakistan, 2. od. 3. Jh. u.Z.; im Besitz des Norton Simon Museums
    Bild © Ron Reznick. (Letzter Zugriff: 2016/9)

    Hellenistische Statue des Maitreya.

  8. Asuka bosatsu.jpg

    Bodhisattva

    Statue, bosatsu (Holz). Asuka-Zeit, 7. Jh.; im Besitz des Hōryū-ji, Nara
    Bild © Foundation J.-E. Berger. (Letzter Zugriff: 2011/7)

    Möglicherweise handelt es sich um Maitreya (jap. Miroku), den „Buddha der Zukunft“.

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Letzte Überprüfung der Linkadressen: Sept 2016

Literatur

Gabriele Greve 1994
Buddhastatuen, Who is Who: Ein Wegweiser zur Ikonografie von japanischen Buddhastatuen. Kamakura: Paradise Publishers 1994. [2. Auflage. S.a. online-Fassung.]
Gabriele Greve 1996
Buddhistische Kultgegenstände Japans. Kamakura: Paradise Publishers 1996. [S.a. online-Fassung.]
Ikonographie
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